Die Schulter: Karriereende mit 22

Freistilringer Julian Gebhardt macht Schluss. Das schmerzt nicht zuletzt die weiblichen Markneukirchener Fans.

Markneukirchen.

Das Bundesligateam des AV Germania Markneukirchen muss künftig ohne seinen Mittelgewichtler Julian Gebhard auskommen. Trotz seiner erst 22 Jahre beendet der aus Bayern stammende Freistilringer seine sportliche Laufbahn verletzungsbedingt. Seit Jahren plagt sich Julian Gebhard, der das Einzelstartrecht bei seinem Heimatverein SC Isaria Unterföhring hat, mit Schulterproblemen herum. 2017 musste die linke Schulter operiert werden, weswegen er bereits ein ganzes Jahr ausfiel. Doch Gebhard kämpfte sich wieder heran, holte 2018 Silber bei den Deutschen Meisterschaften der Junioren und erreichte den achten Platz bei den Titelkämpfen der Männer. Daraufhin wurde Julian Gebhard von Nachwuchsbundestrainer Marcel Ewald für die Europameisterschaften der Junioren nominiert, bei der er ein schweres Los erwischte und nicht über Platz 20 hinauskam.

"Doch die Schmerzen ließen nicht nach, häufig musste ich das Training abbrechen", so Gebhard, der sich in der Zeit der Corona-Pandemie einer weiteren Untersuchung unterzog und daraufhin erneut an der linken Schulter operiert wurde. Dabei reifte auch der Entschluss, die sportliche Laufbahn zu beenden.

Fünf Jahre kämpfte Julian Gebhard für die Mannschaft des AV Germania Markneukirchen. 2015 wurden die Verantwortlichen aus dem Vogtland auf den Deutschen A-Jugend-Meister aufmerksam, der am Stützpunkt in Leipzig trainierte. Im gleichen Jahr bestritt er Welt- und Europameisterschaften bei den Kadetten und galt als hoffnungsvolles Talent. Die Fans lieben den bescheidenen und aufgeschlossenen jungen Ringer, einige junge Frauen sollen gerüchtehalber vor allem seinetwegen zu den Heimkämpfen in die Trainings- und Wettkampfarena an der Schützenstraße gekommen sein.

Julian Gebhard versäumte es nicht, sich bei den Markneukirchner Verantwortlichen, aber auch bei den Fans zu bedanken. Insbesondere hob er das Trainerteam um Mannschaftsleiter Jörg Guttmann hervor, das ihm auch im Bundesligajahr 2020 das Vertrauen geschenkt hatte. Sein Dank galt aber auch seiner Familie, die ihn stets zu den Kämpfen begleitete und ihn in insgesamt 15 Jahren Ringkampfsport unterstützte. Mit Blick auf Germania-Trainer André Backhaus schloss Julian Gebhard ein Comeback nicht gänzlich aus, doch das Karriereende fühlt sich für ihn doch schon sehr unumstößlich an.

"Auch wir sagen dem ehrgeizigen Kämpfer danke für fünf Jahre großartige Duelle und viele Siegpunkte", so Mannschaftsleiter Guttmann, der den jungen Mann auf und abseits der Matte sehr schätzt und ihm im Namen der Mannschaft, des Trainerkollegiums und der vielen Fans alles Gute für den weiteren Weg wünscht.

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