"Ein Handballspiel ist erst mit der Schlusssirene zu Ende"

Neuer Einheit-Trainer Rüdiger Bones sieht Zielstellung Aufstieg positiv - Coach bringt viel Erfahrung mit

Seit drei Wochen ist der gebürtige Genthiner Rüdiger Bones für das Sachsenliga-Team des HC Einheit Plauen verantwortlich. Über seine bisherige Karriere und die Herausforderungen in Plauen sprach Rainer Taubald mit dem 57-Jährigen.

"Freie Presse": Im Mai wurden Sie bei Drittliga-Absteiger Bad Blankenburg entlassen. Wie kam es zum Wechsel zum HC Einheit?

Rüdiger Bones: Mit den Plauenern hatte ich schon vor drei Jahren guten Kontakt. Doch ich entschied mich damals für Bad Blankenburg. Nach meiner Entlassung waren wir wieder intensiv im Gespräch, doch erst vor kurzem kam es zur Einigung.

Warum wurden Sie in Bad Blankenburg entlassen?

Entscheidungen im Verein, Vereinsstruktur oder auch die abhängige Nutzung der Sportstätte widersprachen meinen Vorstellungen. Die Reibungspunkte waren zu groß.

Was gibt Ihnen diesbezüglich Hoffnung für Ihre Tätigkeit beim HC Einheit?

Der gut geführte Verein, die klare Perspektive, die eigene Sportstätte, die deutlich bessere Nachwuchs arbeit, das starke Zuschauerinteresse und natürlich auch das große Handballpotenzial im Team.

Noch vor ihrer Zeit wurde im Verein der Aufstieg zum Saisonziel erklärt. Wie gehen Sie mit dieser Forderung um?

Sehr positiv. Ziele formulieren gehört auch zu meiner Handballphilosophie. Das ist äußerst wichtig, um sich selbst zu fordern.

Was muss dafür in der Mannschaft passieren? Wo sehen Sie Ihr Team derzeit sportlich?

Alle Spieler haben eine gute Grundausbildung. Ich baue natürlich auf der bisher soliden Defensive auf. Trotzdem müssen wir körperlich noch präsenter werden. Dringend notwendig ist, dass wir im Angriffsspiel taktisch variabler agieren. Die werden wir intensiv trainieren. Das Team muss auch verinnerlichen, was in welcher Spielsituation zu tun ist. Es klingt banal, aber ein Handballspiel ist eben erst mit der Schlusssirene zu Ende.

Mit Bad Blankenburg haben Sie in der 3. Liga gespielt. Was wissen Sie über die Sachsenliga und die Konkurrenz?

Die ist für mich absolutes Neuland. Ich denke, dass Elbflorenz II oder auch Zwenkau zum engeren Favoritenkreis zählen. Wenn wir vorn dabeisein wollen, müssen wir nun eine Siegesserie starten.

Ihr Wohnort ist Markranstädt. Wird das ständige Fahren nach Plauen zum Problem?

Auf keinen Fall. Das sind ich und auch meine Ehefrau Uta, die selbst 18 Jahre Handball-Bundesligaspielerin in Berlin war, seit Jahrzehnten gewöhnt. Unser zwölfjähriger Sohn ist auf dem Leipziger Sportgymnasium und spielt in der C-Jugend beim SC DHfK Leipzig. Die Entfernung ist kein Problem für Familie und Trainertätigkeit.

Als Spieler waren Sie bis 1988 in der DDR-Liga und -Oberliga bei der BSG Stahl Brandenburg aktiv und haben seitdem viel Erfahrung als Trainer gesammelt. Wo waren Sie überall?

Zunächst arbeitete ich hauptamtlich als Nachwuchstrainer beim TSC Berlin. Von 1992 bis 2003 trainierte ich Bundesliga-Frauenteams, zunächst des TSC Berlin, später von BVG Berlin. 1994 schaffte ich mit den Frauen des BVG den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Von 1995 bis 2000 arbeitete ich zudem als Nachwuchs-Landestrainer von Berlin. Ab 2006 trainierte ich die Frauen von Markranstädt in der 2. Handball-Bundesliga.

Und bei den Männern?

2010 übernahm ich das Männerteam des VfL Potsdam in der damals zweigleisigen 2. Bundesliga. Mit dem gelang im folgenden Jahr die Qualifikation für die eingleisige 2. Bundesliga. 2014 folgte dann das Engagement beim HSV Bad Blankenburg in der 3. Liga.

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