Ein Plastikband ruiniert alle Pläne

Technische Probleme haben Mountainbike-Oldie Hans-Jürgen Wurlitzer aus Markneukirchen beim 24-Stunden-Downhill in Österreich eine gute Platzierung gekostet. Am Ende hieß es für ihn nur noch durchkommen.

Semmering/Österreich.

Sieht man die nüchternen Zahlen, sind sie ein wenig enttäuschend: Lediglich 66Abfahrten standen am Wochenende nach der elften Auflage des 24-Stunden-Downhill-Rennens im österreichischen Semmering für Extrem-Mountainbiker Hans-Jürgen Wurlitzer aus Markneukirchen zu Buche. Der Vogtländer hatte bei einem vorherigen Start beinahe das Doppelte geschafft. Die diesjährige Ausbeute bedeutete Rang 21 unter den 29 männlichen Einzelstartern. Insgesamt waren rund 400 Sportler dabei. Sieger Ales Virtic aus Österreich schaffte 149 Abfahrten.

"Ich bin dennoch zufrieden", sagt der fast 63-jährige Wurlitzer gewohnt sportlich. Dabei wäre wohl jeder Andere aufgrund des unglaublichen Pechs vor Wut geplatzt. "Schon in der vierten Runde ist ein Fahrer vor mir gestürzt, hat ein Stück Plastik-Absperrband herausgerissen und mitgeschleift", erinnert sich der Vogtländer. "Ohne dass ich es gemerkt habe, ist beim Überholen ein Stückchen davon in meine Hinterradbremse geraten, dort geschmolzen und hat die Bremse ruiniert." Die Folge: Die Hauptbremse versagte beim nächsten Mal, trotz Ziehens der Notbremse landete der Oldie schmerzhaft in einem Steinhaufen. Nur das vorhergegangene Krafttraining und die zahlreichen Protektoren an Wurlitzers Rennanzug verhinderten Schlimmeres.

"Danach habe ich erst einmal anderthalb Stunden am Rad gebaut, denn das Ersatzrad, das ich im dankenswerterweise von meinem Betrieb zur Verfügung gestellten Transporter dabei hatte, wollte ich in dieser frühen Phase des Rennens für alle Fälle in Reserve behalten", erklärt er.

Die Zwangspause hatte weitere Folgen: "Der Adrenalinspiegel ging runter, und ich habe meine Schmerzen nun richtig gemerkt." Danach ging es für den Vogtländer eher im Schongang weiter. Die eine oder andere Reparatur und eine kurze Unterbrechung wegen eines Wolkenbruchs folgten auch noch. Wurlitzer: "Für mich ging es einfach nur noch darum, diese 24 Stunden vom Mittag des einen Tages zum Mittag des nächsten durchzuhalten."

Am Ende wurde der Markneukirchener, der bei allen elf bisherigen Rennen dabei war und sie auch durchhielt, gebührend gefeiert. Neben einem Interview im lokalen Fernsehen gab es einen riesigen Pokal und die Auszeichnung als "Legende des Zauberberges", wie das Wettkampfgelände auch genannt wird. Spätestens da strahlte Hans-Jürgen Wurlitzer wieder...

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