Ein Tor und drei Zähler: Mattern beim Abschied auf Zeit gefeiert

In der Fußball-Regionalliga hat der VfB Auerbach Halberstadt 2:0 besiegt. Das ist gut fürs Selbstvertrauen. Doch im Mittelfeld klafft eine neue Lücke.

Auerbach.

Besser hätte es für Alexander Mattern nicht laufen können. Beim ersten Saisonsieg des VfB Auerbach unter Trainer Sven Köhler am Samstag gegen Germania Halberstadtmarkierte der 25-Jährige im VfB-Stadion das 1:0, machte auf der Sechser-Position im defensiven Mittelfeld ein Top-Spiel und durfte nach der Partie in der Fankurve das "Uffta Uffta Tätärä" anstimmen.

Als er in der 22. Minute Hegers Eingabe von der rechten Seite zentral aus sieben Metern in die Maschen setzte, war es das sechste Tor, das der 1,89-m-Mann für Auerbach im 103. Pflichtspiel erzielte. Doch es war zugleich sein letztes vor einer zumindest halbjährigen Pause. Schon am Mittwoch, etwas eher als ursprünglich gedacht, fährt er nach Schweden, wo der Student der Sportwissenschaften ein Auslandssemester absolviert. "Das war heute ein sehr schöner Abschied mit dem Tor und dem Sieg. Wir haben eine gute Leistung gezeigt", sagte er. Er gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Im Winter stehe ich aber wieder in Auerbach auf der Matte", kündigte er an.

Im Mittelfeld hinterlässt Mattern eine Lücke. Er war ja eigentlich Ende der vorigen Saison verabschiedet worden, wurde aber im Sommer wegen der Knieverletzung von Daniel Tarczal reaktiviert. Aktuell wagt der Verein noch keine Prognose, wann Tarczal wieder einsatzfähig ist. Auch Shoshi (Wirbelsäulen-Stauchung) steht noch nicht wieder im Mannschaftstraining. Torjäger Zimmermann (Innenbandanriss im linken Knie) könnte Anfang Oktober ins Team zurückkehren, heißt es.

Bis dahin muss Auerbach auf die Zähne beißen und weiter so engagiert und diszipliniert spielen wie am Samstag gegen Halberstadt. Die Gäste waren nur in der Anfangsphase ebenbürtig. Was sie dann boten, trieb ihrem jungen Trainer Maximilian Dentz die Sorgenfalten ins Gesicht. "Wir haben danach alle Tugenden vermissen lassen: Leidenschaft, Kämpfen, Laufen. Wir hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn der Auerbacher Sieg noch höher ausfällt", konstatierte er.

Dabei hätte Halberstadt nach dem 1:0 durch Mattern fast den Ausgleich erzielt. Messing (30.) zog rechts im Strafraum ab, doch Lietz schlug das Leder von der Torlinie. Dann waren die Vogtländer wieder am Drücker. Kunert entwischte auf der rechten Seite Schulze und flankte auf den langen Pfosten zu Kapitän Marcel Schlosser (40.). Der schoss zunächst aus Nahdistanz Gäste-Keeper Brinkmann an, drückte die Kugel dann aber per Kopf zum 2:0 ins Tor. Dass er in Altglienicke noch ein Tor verpasste, wurmte ihn. Gegen Halberstadt wollte er es unbedingt besser machen. "Heute haben wir vieles richtig gemacht", lautete sein Fazit nach der Partie.

Nach der Pause hätte Auerbach die Führung durchaus ausbauen können. Doch der eingewechselte Wild traf allein vorm Torwart nur den rechten Pfosten (64.), stand einmal knapp abseits (66.) und legte sich dann den Ball zu weit vor (78.). Schlosser (82.) jagte Matterns Eingabe in den Himmel. Auf der Gegenseite vergab Germania-Kapitän Boltze die Chance zum Abschlusstreffer. Sein 18-m-Freistoß (90.) strich knapp über die Querlatte.

VfB-Coach Sven Köhler lobte den Auftritt seiner Elf, die am Ende der englischen Woche "unheimliche Leidenschaft" gezeigt habe. "Das 2:0 geht in Ordnung. Höher wäre nicht verdient gewesen. Mit einer disziplinierten Abwehrleistung und unseren Stärken im Umkehrspiel haben wir den Sieg geholt", sagte er.

Durch die Pokal-Pause ruft das nächste Regionalligaspiel erst am 25. August - beim Spitzenreiter Chemnitzer FC, Köhlers ehemaliger Arbeitsstätte. "Die 14 Tage werden wir gut nutzen. Danny Wild zum Beispiel, der heute für Belebung gesorgt hat, fehlt noch Training", erklärte Köhler. "In Chemnitz sind wir krasser Außenseiter. Mit nur zwei Punkten hätten uns vielleicht die Knie gezittert. Aber jetzt haben wir fünf und werden sehen, was mit Leidenschaft und etwas Glück drin ist."

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Lesen Sie auch
    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...