Eine perfekte Eispremiere

Optimale Bedingungen hatten die Eisschnellläufer des TSV Vorwärts Mylau beim Trainingslager in Inzell. Der Saisonstart ist aber völlig ungewiss.

Mylau.

Die Einschränkungen im Rahmen der Corona-Pandemie hatten vor kurzem für die Eisschnellläufer des TSV Vorwärts Mylau auch einen Vorteil. Traditionell fahren die Vogtländer in der Herbstferien zum Trainingslager ins bayerische Inzell. In der Max-Aicher-Arena geht es nach vielen Monaten Sommertraining für den Nachwuchs das erste Mal wieder aufs Eis. "So optimale Bedingungen wie in diesem Jahr hatten wir noch nie. Unsere Sportler konnten zweimal am Tag auf die 400-Meter-Bahn und hatten die fast immer für sich allein. Das war sehr effektiv und man hat bei allen gesehen, welche Fortschritte sie in der Woche gemacht haben", sagt Steffi Seifert, die die Abteilung derzeit kommissarisch führt. Sogar einen kleinen Testwettkampf konnten die Mylauer absolvieren. Bei dem standen für neun der 13 gestarteten Sportler über 500 Meter Bestzeiten zu Buche.

An die Veränderungen in der Eishalle aufgrund der Corona-Regeln hatten sich die Vogtländer schnell gewöhnt. So durften die Mylauer nur nach Voranmeldung in die Eishalle. Auf der Bahn mussten die Sportler einen Mund-Nasen-Schutz tragen, der nur bei den Tempo- und Ausdauerläufen runter durfte. "Das ist allen schnell in Fleisch und Blut übergegangen. Ich muss auch sagen, dass die Inzeller Verantwortlichen alles sehr gut organisierten", so Steffi Seifert. Neben dem Training unter Anleitung des Übungsleiterteams um Reiner und Simona Roth, Stephan Mothes, Franziska Fiebig und Peter Zillmann standen für die Sportler verschiedene Wanderausflüge auf dem Programm.

Im Vorfeld hatte der Verein angesichts der Entwicklung lange überlegt, ob er das Trainingslager wirklich durchführt. "Unter Vorteil ist, dass wir seit vielen Jahren nicht nur die Sportler mit nach Inzell nehmen, sondern bei fast allen die Familie mitkommt. Wäre die Halle zugemacht worden, hätten wir halt alle einfach Urlaub gemacht", sagt Steffi Seifert. Doch das passierte zum Glück nicht. So sind die Eisschnellläufer froh, wenigstens ein paar Tage Eistraining in den Beinen zu haben. Mit auf die 400-Meter-Bahn ging auch eine der erfolgreichsten Sportlerinnen des Vereins: Denise Roth, unter anderem Olympiateilnehmerin von 2014, zog sich wieder einmal ihre Klappschlittschuhe an und drehte ihre Runden auf dem Eisoval. 2016 hatte die heute 32-Jährige ihre Karriere beendet.

Wie es für die Sportler und den Verein weitergeht, ist derzeit ungewiss. Die für das vergangene Wochenende geplante Deutsche Meisterschaft der Erwachsenen in Inzell wurde abgesagt. Auch die Titelkämpfe der A- und B-Junioren im Dezember an gleicher Stelle fallen aus, ebenso alle Nachwuchswettkämpfe bis Ende des Jahres. Der Start in die Saison ist also völlig ungewiss. "Wir müssen einfach schauen, was dann im neuen Jahr passiert", sagt Steffi Seifert. In den nächsten Tagen will der Verein auch klären, inwieweit immerhin für einen Teil der Sportler Eistraining in Erfurt möglich wäre. Als Nachwuchskadersportler dürfen Manuel Zähringer und Benjamin Derksen aufgrund der geltenden Regelungen trainieren.

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