Einheit gibt in letzter Minute Punkt ab

In der Mitteldeutschen Handball-Oberliga ließ der SV 04 Oberlosa den Gästen aus Halle keine Chance. Das Problem des HCE bleibt die Schlussphase.

Plauen.

Beide Plauener Handballvereine in der Mitteldeutschen Oberliga hatten am Wochenende Heimspiele. Während Oberlosa den Angstgegner USV Halle aus der Halle schoss, ließ der HC Einheit Plauen zum dritten Mal in Folge wichtige Punkte in der Schlussphase liegen. Mit dem Sieg zieht der SV 04 Oberlosa in der Tabelle wieder an Einheit vorbei.

HC Einheit Plauen - HSG Freiberg 25:26 (15:16): Es war das erwartet schwere Spiel. Und am Ende musste sich der HC Einheit Plauen der HSG Freiberg denkbar knapp mit 25:26 (15:16) geschlagen geben. Die Rot-Weißen hatten über die gesamte Spielzeit Mühe mit dem Gegner, leisteten sich zu viele Fehler und behielten am Ende wie schon in den vergangenen Spielen nicht die Nerven, um den Vorsprung über die Ziellinie zu bringen. Aufgrund der Ergebnisse der anderen Partien an diesem Spieltag rückt die Mitteldeutsche Oberliga nun noch enger zusammen.

Die Hausherren starteten gut in die Partie. Dennoch gingen die Gäste nach fünf Minuten mit 3:1 in Führung. Das lag an der schlechten Chancenverwertung der Gastgeber. Sowohl Zbiral als auch Krüger und Höpner scheiterten mehrfach am Freiberger Torhüter Hensel. Diesem Rückstand lief Einheit bis Mitte der ersten Halbzeit hinterher. Zwar stabilisierte sich die Angriffsleistung der Plauener nun, aber in der Abwehr fand man noch keinen richtigen Zugriff. Der beste Torschütze der Plauener Matyas Burda erzielte nach 17 Minuten den 8:8-Ausgleich. Einheit war dran, doch Freiberg zeigte sich unbeeindruckt. Dank zu vieler Fehlwürfe und technischer Fehler des HCE hatten die Gäste leichtes Spiel. Innerhalb weniger Minuten setzte sich Freiberg auf 10:14 ab. Doch Einheit gab nicht auf und kämpfte um jeden Ball. Dies wurde belohnt. Die Abwehr fand besser ins Spiel und Torhüter Jan Misar konnte einige Male glänzen. So war Einheit beim 15:16 zur Pause wieder dran.

Nach dem Wiederanpfiff entwickelte sich ein enges Spiel. Freiberg legte vor, Plauen zog nach. Doch nach einer Freiberger Auszeit gab es einen Bruch im Einheit-Spiel. Die Gäste gingen mit 22:19 in Führung. Danach wurden die Gastgeber wieder besser. Pour im Tor vereitelte die Angriffe der Gäste und Einheit gelang dadurch der Ausgleich.

In mehreren Überzahlsituationen gelang es Einheit zwar mit 25:23 in Führung zu gehen, aber zu viele Möglichkeiten wurden dabei vergeben, was sich auch durch die Schlussphase zog. 30 Sekunden vor Schluss netzte Freiberg zum 25:26 ein. Der letzte Angriff der Plauener verpuffte. Nach dieser Niederlage stehen die Spitzenstädter zwar weiterhin auf Rang sieben, allerdings ist der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz auf einen Punkt geschmolzen.

StatistikPlauen: Misar, Pour, Corda, Kies (1), Model, Gemeinhardt, Krüger (3), Burda (6), Höpner (1), Broz (4), Zbiral (5), Danowski (5), Dolak SV 04 Oberlosa - USV Halle 28:21 (15:9): Was mit Zusammenhalt möglich ist, bekam am Wochenende der USV Halle zu spüren. Die Plauener Handballer schossen mit einem 28:21-Heimerfolg den Angstgegner aus der Halle. Auch am 9. Spieltag hielt die Oberliga wieder einige Überraschungen parat, was die Situation für den SV 04 nach dem Sieg nicht verändert.

Am Freitagabend versammelten sich 100 Unterstützer im Globus-Restaurant in Weischlitz zu einem Sponsorentreffen. Gesprochen wurde viel und intensiv über den 7:9-Punkte-Fehlstart der Oberlosaer und dessen Ursachen. Das Ergebnis? "Wir leben von unserem Zusammenhalt. Wir werden jetzt nicht in Panik verfallen und uns in blindem Aktionismus verzetteln." Mit dieser Ansage rückten Vereinsführung und Sponsoren die Stühle eng zusammen. Und nach drei Stunden packte SV-Kapitän Carsten Klaus aus: "Ich verspreche euch, dass wir morgen gewinnen." Der Schlussmann sollte einen Tag später zusammen mit Torwartkollege Max Flämig zum Matchwinner werden.

Der angeschlagene SV 04 Oberlosa präsentierte sich sofort voll konzentriert. Den 5:1-Blitzstart beantwortete USV-Trainerin Ines Seidler mit einer Auszeit. Die Gäste konnten zwar anschließend zum 7:7 ausgleichen, doch bereits in dieser Phase hatte Oberlosa immer wieder eine neue Antwort. Ines Seidler erkannte die Leistung an: "Dem waren wir nicht gewachsen, da kam von uns zu wenig." Ausgerechnet die Oberlosaer Spieler, die aufgrund verschiedener Probleme derzeit nicht fit oder nicht in Form sind, übernahmen Verantwortung. Louis Hertel, Marc Multhauf, Denny Mertig, Paul Richter und Jakub Kolomaznik trafen immer wieder und sie sorgten für den 15:9-Halbzeitstand.

Als dann im zweiten Abschnitt nach dem 19:13 der Spielfaden riss, machten sich die Plauener Fans Sorgen. Torwart Max Flämig war nach 15 Paraden freiwillig von der Platte gegangen. "Ich wusste, dass Carsten Klaus jetzt der ist, der das Ding hier aus dem Feuer reißt." Beim Stand von 20:18 für Oberlosa verhinderte Klaus zuerst mit drei Paraden das Anschlusstor. Und dann spielten sich die Plauener in einen 8:3-Torerausch. Während Halle immer wieder an Klaus und der Abwehr scheiterte, warfen sich die Spitzenstädter im Gegenzug den ganzen Frust von der Seele. Gäste-Trainerin Ines Seidler: "Oberlosa war heute auf den Punkt genau fit. Wir nicht."

StatistikOberlosa: Klaus, Flämig; Kveton (2 Tore), Wetzel (1), Weikert (4), Roth (3), Trommer-Ernst (2), Mertig (3/davon 3 Siebenmeter), Richter (4), Duschek, Hertel (4), Kolomaznik (3), Multhauf (2), Rahn

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