Einheit landet den nächsten Coup

Dass sie immer für Überraschungen gut sind, bewiesen am Wochenende wieder beide Plauener Handball-Oberligisten. Die Oberlosaer hätten darauf gerne verzichtet.

Plauen.

Wer vor Saisonbeginn vorhergesagt hätte, dass der SV 04 Oberlosa und der HC Einheit Plauen nach vier Spieltagen der Oberliga Mitteldeutschland gleichauf liegen, der hätte wohl nur ein amüsiertes Lächeln geerntet. Oberlosa galt als Aufstiegskandidat, Einheit als potenzieller Absteiger. Inzwischen steht in beiden Vereinen die Handballwelt Kopf. Oberlosa leistete sich am Samstag mit dem 25:30 beim HC Aschersleben schon die zweite Niederlage nach dem 23:24 daheim gegen Concordia Delitzsch. Und Einheit schlug parallel eben jene Delitzscher 30:25, nachdem man zwei Wochen zuvor schon Pirna/Heidenau 29:26 abgefertigt hatte.

HC Einheit Plauen - NHV Concordia Delitzsch 30:25 (13:11): "Machen wir uns einen schönen Abend", sagte auf der Pressekonferenz der hoch zufriedene Trainer Vasile Sajenev nach seinem kurzen Statement zum Spiel. Mit einer beeindruckenden Leistung hatte der HC Einheit Plauen vor 320 Besuchern den bis dahin verlustpunktfreien bisherigen Tabellenzweiten besiegt. "Wir haben gut gekämpft, unsere Abwehr stand sicher. Vor allem mit der zweiten Halbzeit bin ich sehr zufrieden. Da spielten wir besser, haben gut geworfen und verdient gewonnen", so Sajenev. Gästetrainer Jan Jungandreas sagte: "Wir waren uns bewusst, wie schwer es hier wird. Wir kamen gut ins Spiel, hatten aber zu viele Fehlwürfe und wenig Zugriff in der Abwehr. Dann kommt das Publikum, der Gegner steigert sich, und dessen Torhüter hält überragend. Keine Frage, ein verdienter Sieg von Einheit." Über die starke Leistung von Torhüter Pour waren sich alle einig, doch der blieb bescheiden: "Wir waren uns nach dem Abschlusstraining sicher, dass wir gewinnen können. Mit unserem dünnen Kader haben wir 60 Minuten sehr gut gespielt." Einheit-Trainer Jan Richter ergänzte: "Heute hat unser Team komplett das umgesetzt, was wir uns im Training erarbeitet haben. Deshalb einen großen Dank an die Spieler." Die Gäste führten im ersten Spieldrittel stets, ohne sich entscheidend abzusetzen. Zbiral brachte Einheit nach einer Viertelstunde erstmals 8:7 in Führung. Bis zum 13:11-Halbzeitstand blieb das Spiel ausgeglichen. Nach dem 14:11 durch Krüger trafen die Delitzscher zum 14:14 und führten im weiteren Verlauf knapp. Danowski, Burda und Broz trafen für Einheit zum 20:18. Danach spielten sich die Plauener in einen Rausch. Die immer nervöser wirkenden Gäste hatten dem nichts entgegenzusetzen. Der neunfache Torschütze Danowski sorgte mit dem 25:20 für die Vorentscheidung (51.). "Wir wollten das Spiel über Danowski am Kreis verhindern. Das ist uns nicht gelungen", so der Gästetrainer. Der zweitligaerfahrene Delitzscher Regisseur Baumgärtel mühte sich vergebens. Er traf zwar zum 25:21, doch zwei Treffer von Broz und ein verwandelter Strafwurf von Danowski zum 28:21 waren nach 55 Minuten die endgültige Entscheidung. Baumgärtel (Delitzsch) wegen Foul und Dolak (Plauen) wegen der dritten Zweiminutenstrafe mussten in der Schlussphase vom Parkett. Die begeisterten Fans feierten den zweiten Heimsieg. Im Einheit-Lager war man sich einig: Mit solch einer Leistung ist jeder Gegner zu schlagen.

Einheit: Pour, Misar - Corda, Kies, Gemeinhardt, Krüger (5 Tore), Burda (6), Höpner, Broz (5), Sbiral (2), Danowski (9/davon 3 Siebenmeter), Pecek (2), Dolak (1)

HC Aschersleben - SV 04 Oberlosa 30:25 (13:15): Die Partie begann für die Vogtländer eigentlich nach Plan. In einer schnellen Begegnung bekamen sie spätestens ab Mitte der ersten Halbzeit zunehmend Oberwasser und nutzten ihre Chancen im Gegensatz zu den Ascherslebenern besser. Dazu stand der SV 04 sehr stabil in der Deckung. Dass die Führung zur Pause nur zwei Tore (15:13) betrug, ist vor allem ein Verdienst des starken Ascherslebener Torhüters, der seine Mannschaft mit seinen Paraden immer im Spiel hielt. Was immer auch die Oberlosaer in der Pause zu sich genommen haben, es wirkte sich definitiv verheerend auf ihre Leistung aus. Sie waren nach Wiederanpfiff nicht wiederzuerkennen. Kopflos, erfolglos, desolat - mit solchen Begriffen müssen sie ihren Auftritt einordnen lassen. Pech beim Abschluss und der überragende Torwart der Heimmannschaft trugen dazu bei, dem SV 04 endgültig den Zahn zu ziehen. Vor allem durch clever verwandelte Konter holte Aschersleben Tor um Tor auf, zog vorbei und ließ sich nicht mehr beirren. Entsprechend ernüchtert zeigte sich der Oberlosaer Trainer Petr Hazl: "Ich kann nicht sagen, was in unseren Köpfen vorgegangen ist. Wir haben gearbeitet und gekämpft. In der ersten Halbzeit haben wir vorne gelegen und hätten sogar höher führen müssen. Nach der Pause haben wir die gleichen Würfe neben das Tor geballert. Bis auf den ganz starken Louis Hertel haben wir einfach die Nerven verloren." In dieser Verfassung wird es am Samstag gegen den bislang viermal siegreichen Tabellenführer HC Burgenland in der Kurt-Helbig-Halle wohl fast aussichtslos.

Oberlosa: Klaus, Flämig - Kveton (1), Fort, Wetzel (3), Weikert (2), Roth (1), Trommer-Ernst (1), Mertig (3), Klaus, Richter, Hertel (8), Kolomaznik (1), Multhauf (5), Rahn

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