Einheit nur noch knapp über den Abstiegsplätzen

Oberlosa gewann zum dritten Mal in Folge auswärts. Das gab es in der Handball-Oberliga für die Plauener noch nie.

Plauen.

Ein 33:25-Sieg des SV 04 Oberlosa beim SV Oebisfelde und eine 22:30-Heimniederlage des HC Einheit Plauen am Samstag gegen die HG Köthen gab es am Wochenende in der Mitteldeutschen Handball-Oberliga. Oberlosa bleibt Fünfter, Einheit fiel auf Rang 11 zurück.

HC Einheit Plauen - HG Köthen 22:30 (9:15): Nach einer schwachen Leistung stehen die Plauener nur noch drei Punkte vor den Abstiegsplätzen. Der deutliche Gästesieg vor etwa 470 Besuchern war nie in Gefahr. Mit aggressiver Abwehr, druckvollen, kombinationssicheren Offensivaktionen und hoher Wurfqualität zeigte das Team von Trainer Bodo Kreutzmann dem Gastgeber seine Grenzen auf. Einheit-Trainer Vasile Sajenev: "Wir sind schlecht ins Spiel gekommen, agierten vorn schwach, und auch die Abwehr stand nicht gut. Es gibt eben solche Spiele." Sein Co-Trainer Jan Richter ergänzte: "Fakt ist, dass jeder in unserem Team wollte, doch Schwächen in unserer Abwehr und eine schwache Chancennutzung führten zur Niederlage. Die werden wir nächste Woche aufarbeiten. Wir werden diese Scharte ausbügeln." Die von Richter angesprochenen Wurfschwächen waren eklatant. So blieb die Partie einseitig und ohne Höhepunkte aus Einheit-Sicht. Einzige Lichtblicke waren die Leistungen des fünffachen Torschützen Burda und vor allem des zehnfachen Torschützen Martin Danowski. Der Kreisspieler wurde oft strafstoßwürdig gefoult und verwandelte alle acht Siebenmeter eiskalt. Nach Ausgeglichenheit zu Beginn wurden die Köthener immer stärker und führten 5:3 (10. Minute), 9:5 (20.) und 13:7 (25.). Der 9:15-Rückstand zur Pause war noch nicht aussichtslos. Spielertrainer Richter kam ins Spiel. Einheit verkürzte auf 15:19 (40.). Hoffnung keimte auf. Doch die Gäste beseitigten alle Zweifel am hochverdienten Sieg. Bemerkenswert auch die unterschiedlichen Reaktionen der Besucher nach dem Spiel. Während ein großer Teil enttäuscht die Arena verließ, erhielten andererseits die Einheit-Spieler viel Beifall.

Einheit: Pour, Misar - Kies (2 Tore), Model (1), Gemeinhardt, Richter (2), Krüger (1), Burda (5), Broz (1), Zbiral, Danowski (10/davon 8 Siebenmeter), Pecek, Dolak SV Oebisfelde - SV 04 Oberlosa 25:33 (13:14): Oberlosa feierte den dritten Auswärtssieg in Folge, das gab es noch nie. Jetzt fehlt den Plauenern nur noch ein Punkt zum Medaillenplatz. Mitte Dezember fanden sich die Vogtländer noch im Abstiegskampf wieder. Trainer Petr Hazl: "Wir haben vor zwei Monaten keinen Deut besser oder schlechter gearbeitet als jetzt. Was mich freut ist, dass wir keine Panik geschoben, sondern den Karren im Verein zusammen angeschoben haben." Der Sieg gewinnt noch an Wert, wenn man die Umstände betrachtet. Aufgrund eines Staus auf der A 9 traf Oberlosa nach über fünf Stunden Fahrzeit erst kurz nach 18 Uhr am Spielort ein. "Der Anwurf wurde auf 18.45 verlegt. Die Erwärmung vollzogen wir im Schnelldurchlauf und starteten dann mit Vollgas ins Spiel", berichtet Kapitän Carsten Klaus. Die Plauener führten schnell 5:2 (12.), 7:4 (15.) und 9:7 (20.), doch dann schwand die Konzentration. Die Gastgeber gingen per Doppelschlag in Führung. Doch trotz des 9:10-Rückstandes hatte man stets das Gefühl, dass die Plauener alles im Griff haben. Sie wendeten schnell das Blatt und gingen mit einer 14:13-Führung in die Pause. In Halbzeit 2 dirigierte Andreas Weikert seine Abwehr hervorragend, Oberlosa war mehr und mehr in der Lage, sein Konterspiel aufzuziehen. Bemerkenswert: Moritz Rahn (9 Tore) übernahm in allen Situationen Verantwortung, ebenso Jakub Kolomaznik (6). Im Angriffsspiel wusste zudem Torsten Wetzel (5) zu gefallen. Oebisfelde konnte nicht mehr mithalten. Oberlosa schraubte das Ergebnis nach oben. Eine Schrecksekunde gab es noch: Jakub Kolomaznik verletzte sich am Fuß und konnte fortan nicht mehr in der Deckung helfen. Jiri Fort sprang in die Bresche und steuerte noch zwei wichtige Tore bei. "Es ist alles perfekt aufgegangen. Jeder hat für den Erfolg gearbeitet, wo es sein musste. Ich möchte allen, die bedingungslos an uns glauben, Dankeschön sagen. Erfolg ist kein Selbstläufer", betont Hazl. Am Samstag geht's im Heimspiel gegen den Drittletzten Aschersleben.

Oberlosa: Klaus, Flämig - Fort (2), Wetzel (5), Weikert, Roth, Trommer-Ernst (3), Mertig (3/1), Richter (2), Duschek (1), Hertel, Kolomaznik (6/1), Multhauf (2), Rahn (9)

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