Einheit-Trainer ist bedient: "Schlechtestes Spiel der Saison"

Nur einen Punkt gab es am Wochenende für die beiden Plauener Handball-Oberligisten. Oberlosa vergab die große Siegchance Sekunden vor Abpfiff.

Plauen.

Mit einem 21:21 bei der SG Pirna/Heidenau hat Handball-Oberligist SV 04 Oberlosa mit jetzt 12:10 Punkten den fünften Platz in der Tabelle verteidigt. So richtig glücklich ist man bei den Plauenern über den Punktgewinn jedoch nicht, weil für sie deutlich mehr drin war. Ganz anders Stadtrivale HC Einheit, der seine Zuschauer nun schon seit dem 21. September auf den dritten Heimsieg warten lässt. Durch das 24:30 gegen den SV Oebisfelde rutschte der HC mit jetzt 10:12 Punkten auf den neunten Tabellenplatz ab, nur drei Punkte vom ersten Abstiegsplatz entfernt.

HC Einheit Plauen - SV Oebisfelde 24:30 (14:14): Im vierten Heimspiel in Folge gelang dem HC Einheit kein Sieg. 502 Besucher in der Einheit-Arena sahen eine auch in dieser Höhe verdiente Niederlage. "Glückwunsch an Oebisfelde zum verdienten Sieg. Wir sind sehr enttäuscht über unsere schwache Leistung. Wir konnten heute nicht das abrufen, was uns in den bisherigen Spielen stark gemacht hat", sagte HC-Trainer Jan Richter. Seine Trainerkollege Vasile Sajenev wurde noch deutlicher: "Das war unser schlechtestes Spiel in der Saison. Mit einer schwachen Abwehr und einer hohe Fehlerquote in der Offensive hatten wir gegen einen guten Gegner keine Chance." Ihr Oebisfelder Kollege Christian Herrmann lobte natürlich sein Team: "Wir wollten vor allem die starke Mittelachse von Einheit ausschalten und das ist uns gelungen. Wir können mit acht Punkten bisher zufrieden sein, ebenso wie Einheit mit zehn. Wer hätte das beiden designierten Abstiegskandidaten vor der Saison zugetraut?"

Den Plauenern fehlten verletzungsbedingt Abwehrchef Broz und Kies. Krüger und Danowski waren leicht angeschlagen und ebenfalls nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. Zudem verletzte sich Pecek gegen Ende des Spiels. Trainer Richter spielte deshalb in der zweiten Hälfte selbst mit und erzielte zwei Treffer. "An unseren verletzungsbedingten Problemen lag unsere Niederlage aber nicht", bekannten beide Plauener Trainer. Nur dem Plauener Torhüter Pour muss eine bärenstarke Leistung attestiert werden. Er hielt sein Team lange im Spiel.

Knappe Führungen der Gäste bestimmten zunächst den Spielverlauf. Oebisfelde wurde immer stärker und lag nach 21. Minuten schon 13:9 vorn. Danach kam Einheit besser ins Spiel. Pecek (2), Burda und der überragende Torhüter Pour trafen nach 26 Minuten zum umjubelten 13:13. Beim Stand von 14:14 ging es in die Halbzeitpause.

Auch nach Wiederbeginn nutzen die Oebisfelder die hohe Fehlerquote der Plauener in der Offensive gnadenlos aus. Sukzessive bauten sie locker ab dem 16:16 ihre Führung aus. 25:19 lagen sie in der 50. Minute vorn. Einheit gelang nur noch wenig. Die Wurfschwäche wurden immer deutlicher. Fünf Minuten, eine kleine Ewigkeit im Handball, blieb Plauen ohne Treffer. Erst Trainer Richter netzte fünf Minuten vor Ende wieder zum 20:28 ein. Doch da war das Spiel längst entschieden.

"Wir müssen das schonungslos aufarbeiten. Ich bin überzeugt, dass wir in den kommenden Spielen an unsere bisherigen guten Leistungen wieder anknüpfen", so die Ansage von Trainer Richter für den weiteren Kampf gegen den Abstieg.

Einheit: Pour (1 Tor), Misar - Corda, Model, Gemeinhardt, Richter (2), Krüger (2), Burda (3), Höpner (1), Zbiral (1), Danowski (7/davon 3Siebenmeter), Pecek (5), Dolak (2)

SG Pirna/Heidenau - SV 04 Oberlosa 21:21 (9:8): Die Partie begann äußerst zäh. Beide Abwehrreihen präsentierten sich in guter Verfassung und machten dem Kontrahenten das Leben schwer. Oberlosa vergab bereits in der Anfangsphase eine Handvoll sehr guter Möglichkeiten und lief daher zumeist einem Rückstand hinterher. Nach einem Viertel der Spielzeit lag Pirna 5:2 in Führung, fünf Minuten später hatten sich die Plauener auf 5:6 herangekämpft. In einer intensiven Auseinandersetzung nahmen die Hausherren schließlich einen hauchdünnen 9:8-Vorsprung mit in die Kabinen.

Nach Wiederanpfiff erwischte Pirna den besseren Start und zog auf 13:10 davon. Oberlosa glich mit viel Kampf und Willen zum 13:13 aus. In der Folge wechselte die Führung häufig, jedoch konnte sich kein Team entscheidend absetzen. Die Plauener scheiterten zu häufig in aussichtsreicher Position. Über die Stationen 15:15 und 18:18 ging es in eine enorm spannende Schlussphase. Etwa drei Minuten vor Abpfiff gingen die Oberlosaer 21:20 in Führung, mussten jedoch im Gegenzug den Ausgleich und eine rote Karte gegen Marc Multhauf hinnehmen. Als auch Pirna eine Zeitstrafe kassierte und die Unparteiischen zehn Sekunden vor Schluss auf Strafwurf für die Gäste entschieden, schien ein Oberlosaer Sieg greifbar zu sein. Wie schon zweimal zuvor fand auch dieser Siebenmeterwurf nicht den Weg ins Netz, und es blieb beim 21:21.

Der Plauener Trainer Richard Wander resümierte anschließend: "Wir haben uns gegen die kompakte Abwehr schwer getan. Dennoch müssen wir hier gewinnen, wenn wir im Abschluss mit mehr Konsequenz zuwerke gehen. Kämpferisch haben wir eine tolle Leistung geboten, uns jedoch nicht in vollem Umfang dafür belohnt."

Oberlosa: Klaus, Flämig - Kveton (1), Kolomaznik (3), Wetzel (1), Weikert (2), Roth, Mertig (5/1), Trommer-Ernst (2), Richter (2), Duschek, Hertel (2), Multhauf (2/1), Rahn (1)

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