Ende der Zwangspause nicht absehbar

In der Fußball-Regionalliga werden Szenarien für den Fortgang der Saison debattiert. Der Manager des VfB Auerbach strickt an der fälligen Entscheidung maßgeblich mit.

Auerbach.

"Spielen, solange es geht", lautet für Volkhardt Kramer das vordringliche Ziel, wenn es um den Fortgang der Saison in der Fußball-Regionalliga geht. Der Manager des VfB Auerbach gehört als Vertreter der fünf sächsischen Regionalligavereine einer vom Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) gebildeten Arbeitsgruppe an, die derzeit die Wiederaufnahme des Spielbetriebes vorbereitet. Am heutigen Mittwoch wird sie sich mit Vorschlägen beschäftigen, die dazu die 20 Vereine der Liga bis Wochenbeginn einreichen konnten.

Die Vorstellungen liegen laut Volkhardt Kramer auseinander. "Natürlich sind die Vorschläge schon wegen der jeweiligen Tabellensituation und der damit verbundenen Interessenlage der einzelnen Vereine sehr unterschiedlich, gerade wenn es um die Auf- und Abstiegsregelungen geht." Die Bandbreite reicht von Playoffs oder Platzierungsspielen bis hin zur Aufteilung des Feldes in zwei oder gar noch mehr Gruppen.

Selbstverständlich hat man auch beim VfB Auerbach, der aktuell mit elf Punkten auf dem 16. Tabellenplatz und damit dem ersten Nichtabstiegsplatz steht, ganz konkrete Vorstellungen. "Wir sollten, sobald es geht, den Spielbetrieb wieder aufnehmen, auf alle Fälle die Hinrunde beenden und dann weiterspielen, solange es geht", fasst Kramer den VfB-Vorschlag zusammen. Eine zumutbare Anzahl an Mittwochspielen sei dabei nicht zu umgehen. Der Aufsteiger könnte nach den Auerbacher Vorstellungen nach Abschluss der Spiele per Quotientenregelung ermittelt werden so wie im Vorjahr der Teilnehmer an den Aufstiegs-Playoffs. Diese Saison steht der Regionalliga Nordost ein direkter Aufstiegsplatz in die 3. Liga zu.

Einen Absteiger sollte es nicht geben. "Das wäre unter den aktuellen Bedingungen nicht fair. Die Vorsaison ist nach 22 Spielen abgebrochen worden, ohne dass es einen Absteiger gab. Auf so eine Anzahl von Spielen werden wir diesmal wahrscheinlich gar nicht kommen", begründet der VfB-Manager diese Ansicht. Mit den Oberliga-Aufsteigern würde die Regionalliga mit jetzt 20 Teams in der kommenden Saison um mindestens zwei Mannschaften anwachsen, eventuell kämen noch Absteiger aus der 3. Liga hinzu. Der FSV Zwickau und der 1. FC Magdeburg sind derzeit akut abstiegsbedroht.

"Dann hätten wir 2021/22 eben eine Übergangssaison, die man zum Beispiel in zwei Staffeln spielen könnte." Zwischen sechs bis neun Begegnungen müssten die Vereine noch absolvieren, um zumindest die Hinrunde abzuschließen. "Das sind im Schnitt drei Heimspiele, die ohne Zuschauer ausgetragen werden müssten. Das ist zwar hart, sollte aber von allen ausgehalten werden können", hofft Kramer. Theoretisch wäre Zeit bis zum 30. Juni, noch Punktspiele auszutragen. Diesen Zeitraum tatsächlich auszureizen, davon zeigt sich der VfB-Manager nicht begeistert. "Am 24. Juli müsste ja die neue Saison schon wieder starten. Das ist zu kurz." Kramer denkt da nicht nur an die Regeneration der Spieler, sondern auch an personelle und wirtschaftliche Entscheidungen, die getroffen werden müssen.

Eine Entscheidung, welchen Weg die Regionalliga gehen wird, fällt in diesem Jahr nicht mehr. Die NOFV-Arbeitsgruppe wird sich heute zunächst einen Überblick über die Vorschläge verschaffen und sich über das weitere Vorgehen verständigen. Anfang Januar kommt sie wieder zusammen, mit dem Ziel, einen gemeinsamen Vorschlag zu erarbeiten. Der wird dann dem Spielausschuss des NOFV vorgelegt, der ihn wiederum dem Verbandspräsidium zur Beschlussfassung vorlegt.

Für die Regionalligafußballer des VfB Auerbach hat indes die Weihnachtspause bereits begonnen. Am Donnerstag voriger Woche hat die Vereinsführung aufgrund der Entwicklung der Corona-Pandemie beschlossen, das Training trotz erteilter Ausnahmegenehmigung einzustellen. "Der Schutz der Aktiven, der Angehörigen und Arbeitskollegen und der Menschen im Freundeskreis steht im Vordergrund. Ein Weitertrainieren wäre zu Zeiten des Lockdowns auch nicht verhältnismäßig", heißt es in einer Pressemitteilung des VfB.

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