Er kann's nicht lassen: "Backe" ist zurück

Mehrfach schon hat Markneukirchens Vorzeigeringer André Backhaus seinen Abschied vom aktiven Wettkampfsport bekanntgegeben. Am Samstag stand er wieder auf der Matte - mit 48 Jahren!

Markneukirchen.

Wie oft André Backhaus schon von der Ringermatte verabschiedet wurde, weiß bei Germania Markneukirchen niemand so genau, entsprechend oft wurde er beim Comeback gefeiert. So auch im Regionalligakampf am Samstag, als sich die Anhänger des gastgebenden RV Lugau verwundert die Augen rieben und die mitgereisten Markneukirchener Fans den 48-Jährigen einmal mehr mit "Backe, Backe!" anfeuerten.

Not macht erfinderisch: Das Limit bis 75 Kilogramm im Freistil konnte Germania in Lugau nicht besetzen, Maximilian Simon blieb in Absprache mit seinem Frankfurter Stützpunkttrainer Maik Bitterling das Abtrainieren dafür erspart. Franz Richter ist mit 109 Kilogramm für das Halbschwergewicht bis 98Kilogramm zu schwer geworden. So blieb nur die Alternative, dort André Backhaus einzusetzen, um eine Wertung von 0:40 am grünen Tisch zu verhindern.

"Ich habe schon lange die Lizenz unterschrieben mit der Ansage, wenn ihr mich braucht, stehe ich zur Verfügung", sagt Backhaus, der sich die ganze Zeit über fit hielt und beim Männertraining mitmachte. "Ich kann auch über sechs Minuten gehen, wie man gesehen hat", so der Routinier nach dem Kampf gegen den jungen Anton Vieweg, der vom Deutschen Ringer-Bund schon in seine Nachwuchsauswahl berufen worden war. "31 Jahre liegen zwischen uns", sagt Backhaus kopfschüttelnd. Gemerkt hat man auf der Matte von diesem Altersunterschied überhaupt nichts. Im Gegenteil, André Backhaus hatte in den letzten Kampfminuten gleich mehrfach die Möglichkeit, seinen Gegner mittels Angriffen zur Hüfte noch mehr Punkte abzuknöpfen als das magere 1:1, das bedingt durch die zuletzt vergebene Wertung für Germania gewertet wurde.

"Ich habe immer das Bein vor mir stehen sehen, hätte nur zugreifen müssen. Doch im griechisch-römischen Stil ist das ja verboten, da geht es nur ab Gürtellinie aufwärts", so der Freistilspezialist, dessen Spezialität eigentlich schnelle Beinangriffe sind. "Warum ein Risiko eingehen, ich lag ja in Führung", so der 48-Jährige lachend, der sich wütender Angriffe des Lugauers erwehren musste. Der eine oder andere Angriff Viewegs ging dabei über das Erlaubte hinaus. Das wurde vom Kampfrichter nicht geahndet, jedoch von der Lugauer Bank, die dem jungen Ringer anschließend erzählte, wie man mit dem Gegner respektvoll umgeht, auch wenn der Kampf verloren ist.

Die Germania-Fans hoffen natürlich auf einen Einsatz ihres "Backe" auch am Samstag, wenn der Spitzenkampf gegen Thalheim ansteht. Bei dem geht es schon um eine Vorentscheidung im Titelkampf. "Wir werden sehen, wie wir die Mannschaft aufstellen. Ich stehe auf jeden Fall zur Verfügung wenn ich erneut gebraucht werde", so der eigentliche C-Trainer, der fest an einen Sieg gegen die Erzgebirger glaubt.

Nach seinem Sieg in Lugau reiste Backhaus sofort nach Aschaffenburg weiter, wo er gemeinsam mit etwa 150 weiteren Gästen den 50.Geburtstag des Freistil-Bundestrainers Jürgen Scheibe feierte. "Da war mein Kampf natürlich Gesprächsstoff", freut sich Backhaus, der sich über das Zusammentreffen mit vielen Trainern und früheren Weggefährten sehr freute.

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