Erfolgreich die Krallen gezeigt

Zwei Siege und ein Remis zum Saisonfinale der Bundesliga bedeuten für die Rodewischer Schachmiezen Platz 5 in der Endabrechnung. Die Medaillenplätze liegen in Griffweite.

Berlin/Rodewisch.

Die letzten drei Runden der Schach-Bundesliga der Frauen sind am Wochenende gemeinsam mit der Männer-Bundesliga in Berlin ausgetragen worden. Ziel der Rodewischer Schachmiezen war die Absicherung des fünften Platzes, wozu vier Punkte erforderlich waren. Das gelang.

Am Freitag hatten die Rodewischerinnen einige Mühe, sich gegen den FC Bayern München 3,5:2,5 durchzusetzen. Nach zweieinhalb Stunden sah gegen den Tabellenletzten alles nach einem sicheren Sieg aus, Hana Kubikova hatte am Brett 6 gewonnen, Julia Movsesjan an Brett3 remisiert. Als aber Anna Warakomska am Brett 4 eine bessere Stellung verdarb und sich Martina Korenova am Brett 5 ebenfalls geschlagen geben musste, lagen die Hoffnung auf den beiden Spitzenbretter. Während Anastasia Bodnaruk souverän gewann, streute Joanna Majdan am Brett 2 in ihre klar bessere Stellung ein paar schwache Züge ein und stand plötzlich schlechter. In der sehr komplizierten Stellung fand die Gegnerin nicht die stärksten Züge, und Majdan konnte noch den Sieg davontragen.

Am Samstag wollten die Schachmiezen den Tabellenzweiten Hamburger SK stürzen. Der trat in starker Besetzung an, hoffte noch auf einen Ausrutscher des Tabellenführers Bad Königshofen. Baden-Baden und Schwäbisch Hall lauerten auf einen Sieg der Rodewischerinnen, um ihre Medaillenchancen zu verbessern. Der Kampf war der spannendste des Wochenendes und zog zahlreiche Zuschauer an. Wie gefightet wurde, beweist die Aussage eines Zuschauers: "Die Miezen kratzen, beißen, boxen, treten - es ist unglaublich!" Dieses Kompliment hatten sie sich verdient. Am Ende gab es ein leistungsgerechtes 3:3. Martina Korenova verlor. Dafür kamen Julia Movsesjan und Anna Warakomska nach drei Stunden zu sicheren Siegen. Joanna Majdan konnte ihre gute Stellung nicht verwerten und verlor. Doch an den Brettern 1 und 3 wurde "gekratzt, gebissen, geboxt und getreten". Anastasia Bodnaruk und Melanie Lubbe hatten zunächst bessere Stellungen, dann aber drehte sich der Wind. Lubbe stand auf Verlust, kämpfte sich in einer komplizierten Stellung zurück und ins Dauerschach. Am Spitzenbrett stand die Schachmieze besser, aber ihre Gegnerin, Monika Socko, kämpfte verzweifelt um das Remis und damit um die Medaille. Das gelang ihr, und der Kampf endete ohne Sieger 3:3.

Aus der letzten Runde benötigte Bad Königshofen ein 3:3 gegen Pankow, um den Titel zu erringen. Es wurde ein 5:1-Sieg. Um Platz 2 kämpfte Baden-Baden gegen Schwäbisch Hall. Hall gewann 3;5:2,5 und holte Silber. Bronze ging nach Hamburg und der entthronte Meister aus Baden-Baden wurde nur Vierter. Der Abstiegskampf war dramatischer. Um nicht abzusteigen, musste Karlsruhe als Außenseiter gegen Deizisau gewinnen und hoffen, dass Harksheide keinen Mannschaftspunkt gegen Rodewisch erkämpft. Die Norddeutschen wiederum brauchten diesen einen Punkt, um die Klasse zu halten.

Die Vogtländerinnen standen aus der Eröffnung heraus alle gut. Dann aber verlor Joanna Majdan, und alles war offen. Nach den Remis von Hana Kubikova und Magdalena Miturova und einem sicheren Sieg von Julia Movsesjan stand es 2:2. Wieder mussten es Anastasia Bodnaruk und Melanie Lubbe richten. Nach sechs Stunden lösten sie ihre Aufgabe souverän, und der 4:2-Sieg stand fest. Harksheide hatte Glück, da sich Karlsruhe 3:3 trennte und absteigt.

Rodewisch spielte eine tolle Saison und belegt Platz 5 mit vier Punkten Vorsprung auf Platz 6. Zu den großen Vier war der Abstand gering, mit etwas Glück lag eine Medaille im Bereich des Möglichen. Entscheidenden Anteil daran hatte Neuzugang Stavroula Tsolakidou, ein ideales Brett 2. Die Punkte holten insgesamt Bodnaruk und Movsesjan je 5,5 aus neun Partien, Tsolakidou (4,5/6), Majdan (4/7), Korenova (4/8), Lubbe (3,5/8), Theissl-Pokorna und Hana Kubikova (je 3/4), Miturova (2,5/3), Stockova (1,5/2), Warakomska und Kanakova (je 1/2) und Alena Kubikova (0,5/2).

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