Etwas schummeln gehört dazu

Basketballer Tobias Thoß, der als Spielertrainer beim BC Vogtland aktiv ist, hat die Onlineausgabe der Nordrhein-Westfalen-Tour gewonnen. Neben dem sportlichen Anreiz hatte der Wettbewerb auch eine soziale Komponente.

Plauen.

Für Basketballer, die gern auf der Straße spielen, ist der Modus drei gegen drei optimal geeignet. Während der Sommerpause finden über Deutschland verteilt Turniere statt, bei denen zusammengewürfelte Teams zu je drei Aktiven gegeneinander im Spiel auf einen Korb antreten. Eines der größten ist die Nordrhein-Westfalen-Tour (NRW-Tour), die vom 23. Mai bis 21. Juni mit 16 Turnieren in 16 Städten geplant war. Daran beteiligen wollte sich auch Tobias Thoß, der Spielertrainer des Basketball-Oberligisten BC Vogtland. "Ich wollte nach Bielefeld und Leverkusen fahren", erzählt Thoß. Doch am Ende kam es durch Corona ganz anders.

Die Turniere wurden abgesagt, und die Veranstalter verlegten den Wettbewerb ins Internet. Für jeden Standort wurde eine Aufgabe ausgegeben. An den jeweiligen Turniertagen wurden die Basketballer aufgefordert, ihr Können bei verschiedenen Aufgaben unter Beweis zu stellen. Die entstandenen Videos wurden hochgeladen, wonach sie zur Abstimmung standen. Nach den 16 Stationen bekam Thoß eine überraschende Mail: "Darin stand, dass ich nach Auswertung aller Daten auf dem ersten Platz gelandet bin", sagt er stolz.

Den Basketballern, die 24 Stunden Zeit hatten, um ihre Videos von den zu bewältigenden Aufgaben hochzuladen, wurde alles abverlangt. Korbleger, Dribblings und Seilspringen standen unter anderem auf dem Plan - und das alles möglichst kreativ. Beim Seilspringen zum Beispiel führte Thoß akrobatische Übungen durch und traf danach in den Korb. "Das war die Vorgabe. Da waren schon richtig schwierige Aufgaben dabei", erklärt der Plauener, der seine 14 Übungen auf dem Basketballplatz am Chrieschwitzer Hang absolvierte und sich selbst dabei filmte.

"Am schwierigsten war die Challenge am 13. Juni. Da musste man möglichst kreativ mit zwei Bällen dribbeln und danach beide im Korb versenken", so Thoß, der dafür mehrere Anläufe brauchte. Beim Onlineturnier belegte der Plauener bei der Recklinghausener Station den dritten Platz, in Leverkusen den zweiten und beim Seilspringen, das für den Standort Bielefeld ausgeschrieben war, den ersten Platz. Zusammengerechnet unter allen Teilnehmern war das dann der Garant für den Gesamtsieg.

Getrickst werden musste bei der Bewältigung der Aufgaben auch manchmal. "Einmal sollten wir einen Dunk hinlegen. Das habe ich früher mal gekonnt, aber heute nicht mehr", so der 41-Jährige. Beim Dunking springt man vom Boden ab und trifft in den 3,05 Meter hohen Korb, wobei man an diesem hängen bleibt. "Das schaffe ich nicht mehr. Also habe ich bei dem Video etwas geschummelt und mir etwas unter den Korb gelegt, sodass ich daran komme", erzählt der Spielertrainer schmunzelnd.

Für Tobias Thoß ist der Streetbasketball ein willkommener Ausgleich zum Ligabetrieb. "Da ist man permanent im Spiel und auf dem Parkett. Beim drei gegen drei sind die Spielzeiten kürzer, der Spaß steht neben dem sportlichen Ehrgeiz im Vordergrund. Überall läuft Musik, man kann sich seine Teams aussuchen", so Thoß. Der Spaß stand dann auch bei dem Onlinewettkampf an vorderster Stelle.

"Während der Coronazeit war es cool, einfach auf den Basketballplatz zu gehen. Dass dann noch so ein Wettbewerb dazukam, war klasse", so Thoß. Letztlich hat er sich nicht nur für sich selbst den Herausforderungen gestellt. "Ich wollte unseren Jugendlichen und Kindern zeigen, dass man draußen mit Sport Spaß haben kann, und sie bewegen, selbst etwas zu machen", erklärt der Basketballer. Alle Videos zum Wettbewerb und einen Zusammenschnitt der schönsten Momente und besten Aufgaben findet man im Internet.

www. wbv-online.net/nrwtour/wb

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