Fragezeichen hinter der WM in Plauen

In einem Jahr sollten die weltbesten Kegler im Vogtland um Titel kämpfen. Ausrichter Grün-Weiß Mehltheuer sieht sich jetzt jedoch mit erheblichen Risiken konfrontiert.

Mehltheuer.

Eine organisatorische Katastrophe, so nennt Stefan Krause die aktuelle Situation für die SG Grün-Weiß Mehltheuer. Schon seit mehreren Jahren arbeiten die Verantwortlichen im Verein an den Vorbereitungen für die Kegel-Weltmeisterschaft, die in genau einem Jahr - im Mai und Juni 2021 - in der Plauener Einheit-Arena stattfinden sollen. Durch die Coronakrise steht hinter der Austragung nun ein großes Fragezeichen.

Den Mehltheuerern fehlt vor allem der sichere Blick in die Zukunft. "Es kann im Moment keiner sagen, ob bei dem Wettkampf nächstes Jahr Zuschauer erlaubt sind oder nicht. Und wenn ja, wie viele wir in die Halle lassen können. Der Verkauf von Eintrittskarten aber ist einer der größten Einnahmeposten", sagt Stefan Krause, der sich im Verein um die Öffentlichkeitsarbeit kümmert und zum Organisationsteam gehört. In den vergangenen Wochen hat die aus wenigen Personen bestehende Gruppe deshalb eines definitiv beschlossen: Auf Biegen und Brechen wird die WM nicht durchgeführt. "Wir haben auch eine Verantwortung für unseren Verein. Eine Weltmeisterschaft ohne Zuschauer wäre für Grün-Weiß Mehltheuer existenzgefährdend. Dieses Risiko gehen wir keinesfalls ein", betont Krause.

In Gesprächen mit dem Weltverband und den zuständigen Behören wie etwa dem sächsischen Innenministerium versuchen die Verantwortlichen aktuell, Varianten für eine sichere Austragung zu prüfen. Denn ausrichten wollen die Mehltheuerer Kegler die WM eigentlich sehr gern. Immerhin stecken bereits mehrere Jahre Arbeit in dem Vorhaben. 2017 erhielt der Verein die Zusage für den Wettkampf vom Weltverband. "Eine Absage würde uns sehr weh tun, weil wir schon viel Zeit und Herzblut in die Sache gesteckt haben. Aktuell wäre der finanzielle Schaden für unseren Verein aber noch gering", sagt Stefan Krause.

In den Überlegungen spielt nicht nur die Zuschauerfrage eine Rolle. Ebenso ist ungewiss, ob Sportler aus dem Ausland anreisen oder Sponsoren zu ihren zugesagten Leistungen stehen können. "Wir wollten jetzt eigentlich anfangen, auf der Suche nach Unterstützung vor allem viele kleinere Unternehmen anzusprechen. Viele von ihnen haben im Moment aber verständlicherweise andere Sorgen", so Krause.

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