"Freue mich, auf alte Kollegen zu treffen"

Handball: Marc Multhauf zum Wechsel vom HC Einheit Plauen zum SV 04 Oberlosa - Am Samstag Turnier um Pokal des Oberbürgermeisters

Der SV 04 Oberlosa richtet am Samstag in der Helbig-Halle sein traditionelles Handballturnier um den Pokal des Plauener Oberbürgermeisters aus. Um die Trophäe kämpfen ab 10 Uhr die Oberligisten Zwickauer HC Grubenlampe, HC Elbflorenz Dresden II, HC Einheit Plauen, SV Anzing (Pokalverteidiger) und SV 04 Oberlosa. Für einen Spieler des Gastgebers hat das Turnier besondere Bedeutung: Marc Multhauf, der frühere Kapitän des HC Einheit, läuft erstmals im Trikot des Ortsrivalen Oberlosa gegen seine bisherigen Mannschaftsgefährten auf. Florian Wißgott hat mit ihm gesprochen.

"Freie Presse": Herr Multhauf, Sie spielen jetzt gegen die Mannschaft, mit der Sie in fünf Jahren Höhen und Tiefen erlebt haben: Wie ist die Gefühlslage?

Marc Multhauf: Ich freue mich sehr, auf meine alten Kollegen zu treffen. Das ist immer etwas ganz Besonderes. Ich will das Beste gegen den alten Verein zeigen und natürlich auch gewinnen.

Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn man weiß, dass gerade in solchen Begegnungen die eigene Leistung von den Zuschauern sehr kritisch begutachtet wird?

Ich versuche, mir keine Gedanken zu machen, was andere von mir denken, weil man sich dadurch schnell aus dem Konzept bringen lässt und das nicht gut für die Leistung ist.

Nicht alle Handballbegeisterten werden Ihre Entscheidung nachvollziehen können. Wie gehen Sie damit um?

Ich habe meine Entscheidung sehr früh kommuniziert und habe bis zum Schluss alles für den HC Einheit gegeben. Deswegen kann ich mir nichts vorwerfen. Mit vielen von der Einheit habe ich immer noch ein gutes Verhältnis, und das wird auch so bleiben.

Als bekannt wurde, dass Sie sich Oberlosa anschließen, war gerade der Verbleib des HC Einheit in der Oberliga erreicht. Ist dadurch das Verständnis für Ihren Abgang gestiegen?

Der Wechsel wurde durch den Klassenerhalt mit Sicherheit positiver aufgenommen, und darüber bin ich auch sehr froh, denn die Einheit gehört nicht in die fünfte Liga.

Wie kam es überhaupt zu diesem Wechsel?

Ich habe mir wie jedes Jahr meine Gedanken über meine Entwicklung gemacht. So wie vor zwei Jahren, als wir mit dem HC Einheit in die Sachsenliga abgestiegen sind und ich mir gesagt habe, dass ich unter solchen Umständen den Verein nicht verlassen möchte. Seit der Winterpause habe ich intensiver überlegt, wie es mit meiner Zukunft weitergehen soll, und kam zu dem Entschluss, dass ich noch mal etwas Anderes, neue Leute sowie ein höheres Niveau kennenlernen möchte. Ich denke, dass der SV 04 schon einen Schritt weiter ist als der HC Einheit. Natürlich gibt es immer ein paar Kleinigkeiten, die man verändern könnte. Ich hatte bei Einheit aber nicht irgendwelche Probleme, die mich so sehr störten, dass ich den Verein deshalb verlassen habe. Ich möchte mit meinen 29 Jahren noch einmal etwas Neues ausprobieren, um mich noch weiterentwickeln zu können. Diese Entscheidung fiel mir sehr schwer, ich habe mir über eine sehr lange Zeit Gedanken gemacht.

Spielte es bei den Überlegungen eine Rolle, dass es bei Einheit sportlich nicht so gut lief?

Nein, überhaupt nicht. Es hat nichts damit zu tun, wie die sportliche Situation war. Natürlich wäre mir die Entscheidung noch schwerer gefallen, wenn wir mit Einheit sehr erfolgreich gewesen wären.

Wie fühlte sich das an, als Sie sich aus der alten Mannschaft verabschiedet und der neuen angeschlossen haben?

Man ist bei einem Wechsel immer traurig, weil es eine sehr schöne Zeit war, in der man so viele tolle Leute kennengelernt hat. Dann gibt's aber auch eine andere Seite, die man kennenlernen möchte und auf die man sich auch freut.

Die neue Saison steht kurz bevor, wie waren die ersten Übungseinheiten und das einwöchige Trainingslager?

Die ersten Einheiten waren ganz schön knackig und anstrengend, wie es sich bei einer Vorbereitung gehört. Und Trainingslager sind immer schön. (lacht)

Wie sind Sie als ehemaliger Spieler des Stadtrivalen im neuen Team aufgenommen worden?

Unter den Spielern ist das überhaupt kein Problem, dass ich vom HC Einheit komme, da diese Rivalität eher noch von früher stammt. Ich konnte mich sehr gut einleben, Verein und Mannschaft haben es mir es sehr einfach gemacht.

Wo sehen Sie die Mannschaft nach den ersten Testspielen?

Die Ergebnisse sind bis jetzt zufriedenstellend, aber es gibt immer Sachen, die man verbessern kann. Und daran werden wir arbeiten.

Am Turnier am Samstag nehmen namhafte Mannschaften teil. Wie lautet die Zielstellung des SV 04 dafür?

Bei so einem Turnier sieht man schon viele Dinge, die in der Saison auf einen warten, und deshalb wollen wir so gut es geht abschneiden.

Was wollen Sie in der kommenden Saison erreichen?

Mein Ziel ist es, oben mitzuspielen und einen Platz unter den ersten Drei zu ergattern. Die Höhepunkte sind die geilen Derbys in der Stadt, darauf freut man sich immer. Ansonsten ist natürlich das Wichtigste, verletzungsfrei zu bleiben.

Mit dem Hallenneubau am Lessing-Gymnasium entsteht ein moderner Handballtempel, der mehr zulässt, als auf Amateur niveau zu spielen. Träumen Sie von der dritten Liga?

Ob ich noch aktiv spiele, wenn die Halle fertig wird, ist fraglich. In der dritten Liga wird ein ganz anderer Handball gespielt, da braucht man noch einmal deutlich mehr Geld und ein paar Profispieler. Das liegt alles sehr weit in der Zukunft.


Karel Kveton zweiter Zugang beim SV 04 Oberlosa - Zwei Spieler verlassen den Verein

Handball-Oberligist SV 04 Oberlosa konnte vor der neuen Saison für die beiden offenen Planstellen seine Wunschkandidaten verpflichten: Marc Multhauf (29 Jahre, Rückraum) und Karel Kveton (28, Kreis). Multhauf kommt vom Stadtrivalen HC Einheit Plauen. Der 1,92 Meter große Rechtshänder durchlief alle Nachwuchsklassen beim VfL Gummersbach. Von dort wechselte er nach Plauen, wurde beim HC Einheit Führungsspieler und Mannschaftskapitän. Mit 135 Toren war er vergangene Saison siebtbester Werfer der Oberliga. Marc Multhauf, der im Herbst erstmals Vaterfreuden entgegensieht, hat bei den Oberlosaern einen Zweijahresvertrag unterschrieben.

Auch Karel Kveton (Foto) trug bereits das Trikot des HC Einheit Plauen. Handballerisch beim tschechischen Spitzenklub Talent Plzen sehr gut ausgebildet, spielte der Kreisläufer im Vorjahr bei der SG Regensburg, fühlte sich dort aber nicht allzu wohl. So kam dem 1,94 Meter großen und 106Kilogramm schweren Hünen der Anruf aus Plauen gerade recht. Mit den Oberlosaer Verantwortlichen einigte sich Kveton ebenfalls auf einen Kontrakt über zwei Jahre. "Die Mannschaft passt charakterlich super zusammen. Wir trainieren sehr intensiv, dennoch bleibt der Spaß nicht auf der Strecke. Ich habe mich hier super eingelebt und will mit meiner Leistung dazu beitragen, dass wir eine tolle Saison spielen", so der Familienvater.

SV-Trainer Petr Hazl zeigt sich mit den Neuen zufrieden. "Beide sind gestandene Handballer und bringen viel Qualität mit. An uns liegt es nun, sie schnell in unser Spiel zu integrieren und uns ihre Stärken zunutze zu machen. Marc wird unsere Torgefährlichkeit erhöhen, und mit Karel haben wir einen in Angriff wie Abwehr gleichermaßen starken Spieler dazubekommen. Beide sind zudem Spielertypen, wie wir sie bislang nicht im Team hatten. Das macht uns auch wieder ein Stück weit flexibler."

Zwei Abgänge stehen dem gegenüber: Lukas Lesak (MTV Ingolstadt) und Friedrich Kleinert (HCElbflorenz Dresden II) haben den SV 04 Oberlosa verlassen. (rimi)

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