Für RFC geht das Zittern weiter

In der Fußball-Landesliga setzte es gestern eine 0:3-Heimniederlage gegen Hohenstein-Ernstthal. Ein Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt.

Reichenbach.

Mit enttäuschten Mienen verließen die Akteure des Reichenbacher FC` gestern den Rasen am Wasserturm. Die klare 0:3-Heimniederlage gegen den VfL Hohenstein-Ernstthal lässt sie zwei Runden vorm Saisonende wieder zittern. Da der BSC Freiberg in Niesky einen Zähler mitnahm, ist der Vorsprung auf die Bergstädter bei besserem Torverhältnis auf drei Punkte geschmolzen. Beide stehen sich nach der Pfingstpause in Freiberg gegenüber. Dann muss sich der RFC wesentlich steigern, der gegen den VfL über weite Strecken dem Ball hinterlief und offensiv fast nichts zu bestellen hatte.

Am bisher wärmsten Tag des Jahres (29 Grad) hatten die Reichenbacher nicht die Körner, um mit Zählbarem vom Spielfeld zu gehen. Dies sah auch Co-Trainer Carlo Kästner so: "Die Gäste haben einfachen und sauberen Fußball zelebriert, ließen gekonnt den Ball laufen. Die nötige Einstellung hat heute bei uns gefehlt. Der VfL hat sich bei diesen Temperaturen gequält, war stets präsent und fuhr als verdienter Gewinner nach Hause." Coach Ronald Färber war bedient: "Das war enttäuschend und ein Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt."

Dabei hatten seine Jungs gar nicht so schlecht begonnen und sahen in der ersten Viertelstunde optisch besser aus. In der 11. Minuten klatschte die Kugel an die Latte, doch entschied der Referee beim Kopfball von Süß auf Torwartbehinderung. Mit der Herrlichkeit der Platzherren war es aber schnell vorbei. Mit zunehmender Dauer rückte der VfL an. RFC-Keeper Bößneck musste sich lang machen, als es Wittig (16.) aus der zweiten Reihe probierte. Von da an hielt Hohenstein-Ernstthal den RFC von seinem Strafraum weg. Gefahr drohte nur auf der anderen Seite. Als Benduhn (35.) in die Gasse geschickt wurde und sofort abzog, lenkte Bößneck das Streitobjekt mit beiden Händen über den Balken. Augenblicke später fackelte Colditz aus 18 Metern nicht lange. Strobel warf sich in seinen Schuss, wobei die Hand den Ball berührte. Unter Protesten der Einheimischen zeigte der Referee auf den Elfmeterpunkt, von wo Benduhn erfolgreich war - eine aus RFC-Sicht höchst umstrittene Entscheidung.

Dem RFC fiel nach der Pause nicht viel ein. Unterm Strich hatte er mit Ausnahme zweier direkt auf das Tor gezielten Eckbällen keine gefährliche Offensivaktion zu verzeichnen. Das war zu wenig. Im Mittelfeld verstrickte sich der RFC in zu viel Gestocher, Einzelaktionen oder rieb sich in Zweikämpfen auf, die gefühlt zu 80 Prozent verloren gingen. Wie man ein Spiel in die Breite zieht, dass zeigten bis zum Ende eindrucksvoll die Gäste, die zudem das Tempo diktierten und hinten nie in Gefahr gerieten. Spätestens in der 75. Minute waren die Hoffnungen der Hausherren auf ein Unentschieden erloschen. Nach einem zunächst abgewehrten Eckball war Blankenburg mit einem Flachschuss durch Freund und Gegner aus 15 Metern zur Stelle.

Bis zum Ende bemühte sich der RFC zwar, verfiel aber bei eigenem Ballbesitz in Hektik. Abgeklärt schlug der VfL in der letzten Spielszene sogar noch einmal zu. Über links bekam Tomczyk die Kugel auf den Fuß, ließ erst seinen Bewacher ins Leere laufen und passte dann scharf nach innen. Aus vollem Lauf drückte Weiske aus Nahdistanz ein. Gegen Hohenstein-Ernstthal kann der RFC daheim einfach keinen Blumentopf gewinnen.

Statistik RFC: Bößneck, Seidel, Meyer, Strobel (V/65. Dathe), Dressel, Particke , Nötzel (59. Petrovics), Papkalla (V/79. Gemeinhardt), Süß (V), Pechtl, Albert. Tore: 0:1 Benduhn (39./Handelfmeter), 0:2 Blankenburg (75.), 0:3 Weiske (90.+1). SR: Flechtner (Stötteritz). Zuschauer: 145.

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