Ganz unbeschwert geht keine auf die Schanzen

Auf Platz 4 hat Josephin Laue vom Bundesstützpunkt Klingenthal die Auftakttournee des Alpencups der Skispringerinnen beendet. Dabei musste sie sich beim Wettkampf regelrecht durchbeißen.

Bischofsgrün/Klingenthal.

Dass sämtliche Springerinnen seiner Trainingsgruppe angeschlagen in die ersten Wettkämpfe der Saison gehen, ist auch für einen erfahrenen Trainer wie Henry Glaß nicht alltäglich. Doch in genau dieser Situation fand sich der Skisprungtrainer des Bundesstützpunktes Klingenthal zum Auftakt des Alpencups der Frauen. Bei der traditionellen Dreischanzentournee zu Beginn der Wettkampfserie in Klingenthal, Pöhla und Bischofsgrün brachte er fünf Springerinnen an den Start, von denen keine völlig unbelastet über die Schanzen gehen konnte. "Unter diesem Umständen ist das Abschneiden der Mädchen in Ordnung", schätzt Glaß ein.

Das trifft vor allem auf Josephin Laue zu, die in der Tourneewertung den vierten Platz einnahmen. Ein Tagessieg und Platz 5 auf der Hausschanze in Mühlleithen, Platz 6 und 10 in Pöhla im Erzgebirge sowie Platz 6 und 9 zum Abschluss voriges Wochenende in Bischofsgrün im Fichtelgebirge standen für sie zu Buche. "Josephin hatte eine Verhärtung im Nackenbereich, konnte zeitweilig ihren Kopf nur unter Schmerzen bewegen. Sie hat sich aber durchgebissen und noch das Beste rausgeholt", lobt der Trainer die junge Springerin, deren Heimatverein der SFV Rothenburg in Sachsen-Anhalt ist.

Pia Lilian Kübler, die alle Welt nur Lilly nennt, musste sich kurz vor Saisonstart einer Blinddarm-Operation unterziehen und war natürlich noch nicht wieder im Vollbesitz ihrer Kräfte. Die Springerin vom SV Zschopau belegte die Plätze 7 und 10 in Klingenthal, 15 und 24 in Pöhla und 18 und 35 in Bischofsgrün, was Platz 13 in der Gesamtwertung bedeutete.

Auch Sandra Müller startete mit Trainingsrückstand in die Saison: Die Sportlerin vom WSV Grüna plagte sich mit einer Gürtelrose herum und liegt nach den ersten drei Alpencupstationen auf dem zwölften Platz der Gesamtwertung. Platz 6 und 10 in Klingenthal, 10 und 16 in Pöhla sowie 28 und 38 in Bischofsgrün gingen für sie in die Ergebnislisten ein.

Besonders arg erwischte es ausgerechnet die beiden Klingenthaler Sportlerinnen, die auf alle Fälle zu den Favoritinnen auf die Podestplätze zählten. Alexandra Seifert vom VSC Klingenthal wurde von einer schmerzhaften Knieverletzung ausgebremst. Trotz dieses Handicaps sprang sie zu Hause auf der Vogtlandschanze immerhin noch auf Platz 3 und 7. Die beiden Sprungläufe in Pöhla musste sie aber schon auslassen, um es in Bischofsgrün noch einmal zu probieren. "Alex konnte dort nur einen Sprung machen. Dann musste sie den Wettkampf leider abbrechen, es ging einfach nicht", schildert der Trainer.

Ähnlich erging es Jenny Nowak, die sowohl im Spezialspringen als auch bei den Kombinationswettkämpfen in Mühlleithen und Bischofsgrün antreten sollte. Auch sie plagten Schmerzen im Knie, die nur einen Sprunglauf auf der Vogtlandschanze zuließen. Den beendete sie auf dem zweiten Platz. "Jenny war inzwischen zum MRT. Zum Glück stellte sich heraus, dass sie nicht gravierend verletzt ist. Sie ist in intensiver physiotherapeutischer Behandlung und auf gutem Weg. Wie es aussieht, kann sie am Wochenende beim Sommer Grand Prix in Oberwiesenthal wie geplant antreten", zeigt sich Henry Glaß zuversichtlich.

Auf alle Fälle haben die Klingenthaler Skispringerinnen jetzt etwas Zeit, ihre Beschwerden auszukurieren. Die Alpencupserie wird erst am 6. und 7. Oktober im italienischen Predazzo fortgesetzt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.

    Lesen Sie auch
    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...