Germania-Recke feiert in Rom EM-Silber

Ringer Franz Richter vom Regionalligisten Markneukirchen hat seine bisherige Karriere mit Platz 2 bei den Titelkämpfen der Junioren im griechisch- römischen Stil gekrönt. Danach gab es für ihne Lob von vielen Seiten.

Rom.

Franz Richters erste Medaille bei einer internationalen Meisterschaft schimmert silbern. Der Hüne vom AV Germania Markneukirchen belegte bei den Europameisterschaften der Junioren in der italienischen Hauptstadt Rom den zweiten Platz der 130-Kilogramm-Klasse im griechisch-römischen Stil. Im Finale unterlag er am Dienstagabend dem Russen Oleg Agakhanov nach einer Konterattacke im Bodenkampf auf Schultern. "Das war ein Lucky Punch für den Russen", so die erste Reaktion von Bundestrainer Maik Bullmann. "Es hat nur ein Millimeter gefehlt, und Franz hätte den Russen gerollt", so Bullmann, der mit der Turnierleistung des Markneukircheners sehr zufrieden war. "Er hat mich überrascht, in den Vorrundenbegegnungen stark gerungen. Ich bin mir sicher, dass er auch Agakhanov schlägt, wenn er ihn gerollt hätte."

Der Schwergewichtler brannte im Halbfinale gegen Beka Makaridze aus Georgien ein Feuerwerk ab, kämpfte souverän, hielt die vorgegebene Marschroute konsequent ein und baute seine Führung auf 8:2 aus. Den Weg ins Halbfinale bahnte sich Franz Richter mit einem souveränen 5:0-Auftaktsieg gegen den Ukrainer Oleksandr Yevdokimov, immerhin Bronzemedaillengewinner der Kadetten-Weltmeisterschaft des vergangenen Jahres. Spannend wurde es im Viertelfinale, in dem Richter, der im Bundesleistungszentrum Frankfurt/Oder trainiert, den Rumänen Lennard Berei nach ständig wechselnder Führung 5:4 in die Schranken zwang. "Unsere Wege haben sich schon öfter gekreuzt. Er wirft sehr gut, Fehler darf man bei ihm nicht machen", so Richter nach hartem Arbeitssieg.

Lob gab es auch vom Präsidenten des Deutschen Ringer-Bundes Manfred Werner, der die Kämpfe im Live-Stream im Internet verfolgte: "Eine starke Turnierleistung die der gesamten Mannschaft viel Auftrieb geben sollte." Zu der zählen auch die Freistilspezialisten Julian Gebhard aus dem bayerischen Unterföhring, der in der Regionalliga für Markneukirchen ringt, sowie der Pausaer Kevin Lucht. In ihren Gewichtsklassen fallen morgen und am Sonntag die Entscheidungen.

In Markneukirchen ist unterdessen die Freude über Erfolg Franz Richters riesig. "In der Ringerhalle haben wir Live-Stream vom Finale angeschaut. Klar haben wir uns alle zusammen mit Franz über die Finalniederlage geärgert. Aber sieht man den gesamten Turnierverlauf, so war es eine grandiose Leistung", sagte Germania-Vorstandsmitglied Jörg Guttmann. Der Frust über verpasstes Gold sei schnell der Freude über erkämpftes Silber gewichen.

In Rom dabei war auch die Familie. Mutter Kristina Olympiasiegerin 1988 und 1992, Weltmeisterin 1985 und 1994 sowie Vizeweltmeisterin 1993 im Rudern, freute sich riesig: "Seine erste internationale Medaille, ich bin stolz!" Auch bei Vater Jörg, der seine Wurzeln in Markneukirchen hat und dort das Ringer-ABC erlernte, herrschte nach anfänglicher Enttäuschung über die Finalniederlage große Freude über die grandiose Gesamtleistung des Sprösslings. "Vor allem im Halbfinalkampf gegen den Georgier hat er gezeigt, dass viel Potenzial in ihm steckt. Ich bin überglücklich!" (rjö)

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