Germania-Ringer probt in Kiew für den Grand Prix

Schwergewichtler Franz Richter arbeitet mit ukrainischem Trainer bereits mit Blick auf Olympia 2024 in Paris

Markneukirchen.

Einfallsreichtum ist derzeit gefragt, da im Lockdown das Training nur eingeschränkt möglich ist. So holen sich die Trainer des Deutschen Ringer-Bundes ihre Kaderathleten in Heidelberg, Herzogenhorn und Hennef zusammen. Die Athleten müssen dabei getestet sein, bleiben während der Zeit im Trainingscamp unter sich. Im Ausland machte sich derweil Griechisch-Römisch-Ringer Franz Richter vom AV Germania Markneukirchen fit. Er weilte seit Jahresbeginn in der ukrainischen Hauptstadt Kiew, wo er gemeinsam mit internationalen Spitzenringern in einem abgeriegelten Trainingszentrum auf die Matte ging. "Wir wurden alle getestet, Abstands- und Hygienemaßgaben wurden auch dort genau eingehalten", so der Vizeeuropameister und Weltmeisterschaftsdritte der Junioren des Jahres 2018.

Organisiert wurde der Lehrgang vom Weltklassetrainer Artur Dzigasov, der in Kiew zu Hause ist und dort über viele Jahre Weltmeister und Olympiasieger formte. Seit November arbeitet Dzigasov am Bundesstützpunkt Frankfurt (Oder), wo er einen Jahresvertrag unterschrieb und fortan die Kaderathleten der Altersklasse U 23 und der Männer trainiert, zu denen auch Richter gehört. "Das Training war sehr hart, aber es hat sich gelohnt", so Franz Richter mit Blick auf den Grand Prix von Kroatien, der von Freitag bis Sonntag in Zagreb ausgetragen wird.

Gegen seinen Sparringspartner Nikolay Kuchmii musste der Schwergewichtler bei jedem Training sein ganzes Können in die Waagschale werfen, schließlich gewann der Ukrainer 2020 Bronze bei den Europameisterschaften der Männer in Rom, wo er auch den Welt- und Europameister Reza Kayaalp aus der Türkei bezwang. Auch beim Weltcup im Dezember glänzte Kuchmii mit Bronze.

Das Olympiaticket im schwersten Limit der Griechisch-Ringer ist in Deutschland allerdings für Richter nicht mehr zu erlangen. Die Fahrkarte nach Tokio holte sich bereits Eduard Popp vom VfL Neckargartach mit Platz 5 bei den Weltmeisterschaften 2019 in Nur-Sultan (Kasachstan). Damit geht der Blick des 22-jährigen Germania-Ringers auf die Titelkämpfe der U 23. Wobei der Fokus auch da schon auf den nächsten Olympischen Spielen liegt, die 2024 in Paris ausgetragen werden.

Richter ist optimistisch. "Mit Artur Dzigasov habe ich einen absoluten Spitzentrainer an der Seite, der mich vor allem im technischen und taktischen Bereich weiterbringt", zeigt er sich überzeugt. Richter verweist auf ein ausgewogenes, zwischen Bundestrainer Michael Carl in Heidelberg und Artur Dzigasov am Bundesstützpunkt Frankfurt (Oder) abgestimmtes Training. (rjö)

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