Gorschinek geht, Kästner kommt wieder

Fußball-Landesklasse: Nach einer sportlichen Talfahrt gibt es einen neuen Trainer für den Reichenbacher FC

Reichenbach.

Reichenbacher FC, was nun? Und vor allen Dingen: was tun? So lauteten die Fragen, die sich die Verantwortlichen wie Anhänger des Reichenbacher FC in den letzten Tagen angesichts der Talfahrt in der Landesklasse West stellen mussten. Die rein sachliche Analyse fällt negativ aus. Die Resultate sprechen für sich: ein Sieg, zwei Unentschieden und vier Niederlagen - Abstiegsrang 14. Dies war wohl auch der Hauptgrund dafür, dass Steve Gorschinek in der vergangenen Woche um die Auflösung seines Trainervertrags bat, dem dann auch entsprochen wurde.

"Nach der Niederlage in Schneeberg habe ich zwei Tage lang gegrübelt. Ich kam zu dem Schluss, dass ich alles probiert hatte, aber nicht mehr wusste, was ich groß ändern könnte. Dass ist dann so eine Situation, in der man im Fußball erkennt, dass ein neuer Reizpunkt in der Mannschaft geschaffen werden muss, damit es mit der Trendwende zum Guten doch noch klappt. Es nützt nichts, nur festzustellen, dass es im Training wunderbar klappt und dann im Ernstfall ein Gegentreffer die Köpfe nach unten blicken lässt. Im Vorjahr standen wir vor der fast gleichen Situation. Da war ich aber guter Dinge, dass wir gemeinsam die Sache noch zum Positiven stemmen, was auch gelang. Das ist diesmal nicht so", begründet Gorschinek seine Beweggründe. Überzeugt sei der scheidende Trainer aber, dass die Truppe bald positive Schlagzeilen schreiben wird, "wenn sie auf dem Platz ihr wirkliches Potenzial abruft".

Gorschineks Nachfolger ist ein alter Bekannter. Carlo Kästner, der in der Landesliga unter Ronald Färber als Co-Trainer fungierte und in der letzten Saison sensationell den Landesklassenmeistertitel mit der A-Jugend RFC/Heinsdorfergrund holte. "Als der Anruf vom Verein kam, war ich schon überrascht und bat um etwas Bedenkzeit. Die war aber nicht lange. Einen Tag später habe ich nach mehreren Gesprächen, unter anderem auch mit Steve, zugesagt", so Kästner. Der 47-Jährige weiß wohl am besten, wo die Hebel in den kommenden Wochen angesetzt werden müssen, schließlich wohnte er infolge des Mitwirkens seines aus der A-Jugend gekommenen Sohns Pascal bisher jeder Partie als Zuschauer bei. Die meisten Spieler des Kaders kennt er persönlich, vor allem die aus der letztjährigen A-Jugend. Welche Defizite hat er erkannt? "Mich interessiert nicht, was war, sondern in erster Linie was wird. Wir brauchen keine großen Reden, sondern Punkte. Ich gehe ohne jegliche Vorurteile die Sache an. Das Hauptaugenmerk lege ich natürlich auf Ordnung und Disziplin. Das Team steht über allem. Ich denke, dass ich da als Co bei Ronald Färber und davor bei Stefan Persigehl in einer guten Lehre war."

Seine Wiedereinstand auf der Bank gibt Kästner gemeinsam mit Stephan Joost am Sonntag im Heimspiel gegen Landesligarückkehrer Rapid Chemnitz. Gelingt dann endlich der erste Heimerfolg? "Wir werden in jedem Spiel alles versuchen. Es muss wieder in die Köpfe rein, dass wir vor allem zu Hause auf Sieg spielen und uns nicht im Vorfeld auf irgendwelche leichte und schwere Partien konzentrieren", so Kästner. (omh)

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