Gute Jugendarbeit zahlt sich aus

Nach dem Aufstieg starten die Volleyballerinnen des SV 04 Oberlosa in der Sachsenliga. Als Ziel haben sie sich gleich den 3. Platz vorgenommen.

Plauen.

Das waren vier wilde Jahre mit drei Aufstiegen. Jetzt spielen die Volleyballerinnen vom SV 04 Oberlosa in der Sachsenliga mit. Und dort will der 16-köpfige Kader gleich wieder voll angreifen. Saisonziel ist der dritte Platz in Sachsens höchster Spielklasse. "Nein. Unsere Mädels sind nicht größenwahnsinnig geworden. Der dritte Platz als Saisonziel ist ambitioniert, aber realistisch", sagt Gunar Rus. Als Volleyballabteilungsleiter und hauptberuflicher Steuerberater steht dieser Mann seit Ewigkeiten für Zuverlässigkeit.

Weil auch Cheftrainer Lutz Gushurst und Assistenzcoach Steffen Laudel perfekt in die neue Oberlosaer Sportschablone hineinpassen, eilt der SV 04 Oberlosa scheinbar urplötzlich von Erfolg zu Erfolg. Doch es gibt eine ziemlich spannende und lange Vorgeschichte. Libera Aileen Sammler und Außenangreiferin Claudia Roßbach erinnern sich noch an 2011 und jene Zeit, als sie mit dem VSV Oelsnitz in der Regionalliga gespielt haben. Die beiden Routiniers folgten Trainer Lutz Gushurst zum SV 04 und stiegen dann 2015/16 von der Bezirksklasse in die Bezirksliga und anschließend in die Landesliga auf. Synchron stieß der Nachwuchs von Trainer Steffen Laudel in voller Mannschaftsstärke ins Team. Das Niveau stieg von Woche zu Woche. Durch diese geballte Wucht ist aus dem vor fünf Jahren noch vollkommen unbekannten Underdog ein Sachsenliga-Medaillenanwärter geworden, den man in Leipzig und Dresden sogar jetzt schon ziemlich fürchtet. Personaltrainer Achim Smietana war mit dem Team im Bootcamp. Im Trainingslager war sogar Fitnessboxen angesagt.

Die Nummer 2 im Frauenvolleyball des Vogtlands hat einen großen Vorteil: "Unsere verrückten Fans", lachten die 16 Mädels zur offiziellen Mannschaftspräsentation bei Büro-Walter in Oelsnitz. Das Familiäre zeichnet die Mannschaft auch nach dem dritten Aufstieg weiter aus. So hatte es einst Nachwuchstrainer Peter Pietschmann bei der SG Jößnitz begonnen. Von dort stammen viele Spielerinnen. Der Zusammenhalt ist beinahe unglaublich. Kapitän Katina Krell verrät: "Einige Spielerinnen haben Angebote von Konkurrenzvereinen bekommen. Aber es sind alle geblieben." Paula Rohleder blickt voller Zuversicht nach vorne: "Wir sind als Team noch jung und haben deshalb Luft nach oben." Durch mehrere Sensationssiege im Sachsenpokal wissen die Oberlosaerinnen, dass sie in der Sachsenliga offensiv angreifen können. Auch wenn man beim großen Meisterschaftsfavorit gleich die Grenzen aufgezeigt bekommen hat.

Dass in der höherklassigen Sachsenliga ein anderer Wind weht, war den Oberlosaerinnen zum Meisterschaftsauftakt am Wochenende klar. So begannen die Schwarz-Gelben gegen Gastgeber Lok Engelsdorf konzentriert, liefen aber im ersten Satz bis zum 20:20-Ausgleich einem Rückstand hinterher. Im Finish waren es Melina Gerke und Ulrike Buchheim, die mit ihrem Aufschlagsspiel dem Gegner zusetzten, wodurch der SV 04 den 25:23-Satzsieg überraschend einfuhr. Bei Ligamatador Lok schrillten die Alarmglocken, denn in den Sätzen zwei und drei nahmen die Engelsdorferinnen mächtig Fahrt auf. Trotz zahlreicher taktischer Wechsel seitens des SV 04 war Engelsdorf im Angriff nicht mehr zu bremsen. Im vierten Satz gelang es den hartnäckig kämpfenden Gästen aus dem Vogtland wiederum, einen Rückstand mit dem 22:22-Ausgleich zu egalisieren, ehe Lok blitzartig den 25:22-Satzsieg und damit den 3:1-Matchsieg (23:25; 25:20; 25:15; 25:22) unter Dach und Fach brachte.

Der Oberliga-Kader: Ulrike Buchheim (18), Cosima Freihe (16), Lizzy Friedel (18), Melina Gerke (16), Henriette Krell (17), Katina Krell (19), Pauline Mennel (17), Laura Tanja Müller (16), Franziska Richter (21), Paula Rohleder (19), Claudia Roßbach (35), Aileen Sammler (38), Franziska Voigt (20), Vroni Voigt (21), Aline Vollmann (17), Anna Kuebler (15), Trainer Lutz Gushurst (62), Co-Trainer Steffen Laudel (52)

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