Im Laufschritt auf den Mount Everest

Jens Walther aus Reichenbach hat sich beim wohl spektakulärsten Treppenlauf der Welt in Radebeul 8848 Meter nach oben gequält. Trotzdem schwärmt er: "Der Lauf ist Kult."

Reichenbach.

Für extreme Herausforderungen ist Jens Walther vom LAV Reichenbach immer zu haben. Nach mehreren 24-Stunden- und 100-Kilometer-Läufen wagte er sich deshalb jetzt erstmals an den Sächsischen Mount Everest Treppenmarathon in Radebeul. "Ich habe viel über den Mythos des Rennens gelesen. Das hat mich gereizt, es selbst auch einmal zu erleben. Außerdem kommt man so schnell und mit so kurzer Anreise nicht gleich wieder auf den Mount Everest", erklärt der 45-jährige Ausdauersportler.

Aber Scherz beiseite: Denn der außergewöhnliche Lauf trägt nicht umsonst den Namen des höchsten Gipfels der Welt. Die Teilnehmer müssen auf einem 844 Meter langen Rundkurs 100mal in 24 Stunden die Spitzhaustreppe (397 Stufen) hoch und wieder runter. Wer das schafft, hat 8848 Höhenmeter im Auf- und im Abstieg gemeistert und ist damit quasi vom Meeresspiegel bis auf den Mount Everest und wieder zurück geklettert. Ganz nebenbei wird damit auch ein doppelter Marathon (84,4 Kilometer) absolviert.

Jens Walther hat das in sage und schreibe 19:11:37 Stunden geschafft und lief damit im Feld der 60 Einzelstarter unter die Top 10. "Es ging überraschend gut. Nächstes Jahr bin ich auf alle Fälle wieder dabei. Das ist ein Lauf mit Kult-Status", sagt der Baumaschinenführer, der jetzt für die erfolgreiche Teilnahme im Gipfelbuch der Veranstaltung verewigt ist. Die 79.400 Stufen hatten es aber auch für den einzigen Starter aus dem Vogtland in sich. "Am Anfang habe ich hoch zu immer zwei Treppen genommen, nach zehn Stunden nur noch jede einzeln und zum Ende hin bin ich gegangen", berichtet Jens Walther.

Bei aller Begeisterung musste auch er die Zähne zusammenbeißen. "So ein Treppenlauf ist eine vollkommen andere Belastung als ein normales Rennen. Das müsste man eigentlich zielgerichtet trainieren. Aber am Ende ist jeder Ultralauf vor allem eine Kopfsache, und du bist sowieso irgendwann in deiner eigenen Welt", erzählt er. So überstand er auch die schweren Stunden in der Nacht und die ungemütlichen Witterungsverhältnisse mit Temperaturen um den Gefrierpunkt und Regen. Besonders erstaunlich: Der Reichenbacher zog sein Ding ohne Betreuer durch und legte nur eine halbstündige Pause ein.

Inzwischen geht der Blick des Langstreckenspezialisten, der erst seit sechs Jahren regelmäßig läuft und momentan 80 bis 100 Kilometer in der Woche trainiert, schon wieder nach vorn. Jens Walther hat für den 24-Stunden-Lauf Ende Juni in Reichenbach gemeldet und wird sich im September auch bei der Deutschen Meisterschaft über 24Stunden versuchen. Sein Ziel ist es, sich dabei der 210-Kilometer-Marke anzunähern. "Ich bin optimistisch, dass wir das diesmal hinkriegen", sagt Jens Walther. Der lange Schlaks hatte vor zwei Jahren als erster Vogtländer beim 24-Stunden-Lauf in Reichenbach die 200-Kilometer-Marke geknackt. Er lief 200,6 Kilometer - ein Wahnsinn!

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