Im Pokalfinale: Der Abo-Sieger erwartet die Stehaufmännchen

Wenn der SC Syrau am Samstag gegen die SG Rotschau aufläuft, ist das ein ganz besonderes Fußballduell. Das liegt nicht nur an der Vorgeschichte dieses Geister-Endspiels.

Syrau.

Die Fußballer des SC Syrau und der SG Rotschau wandeln am Samstag, 15 Uhr auf den Spuren von Bayern München und Borussia Dortmund. Denn während sich die beiden deutschen Topvereine schon viermal im DFB-Pokal-Finale gegenüberstanden, kommt es im Vogtland immerhin zum dritten Mal zum Endspiel Syrau gegen Rotschau. Die große Frage ist: Gibt es auch zum dritten Mal einen Syrauer Sieg? Die entscheidenden Tore erzielte der SC in den beiden bisherigen Auflagen jeweils spät: 2016 brachte Marco Weigls Treffer zum 3:2 in der 87. Minute in Oelsnitz die Entscheidung. Ein Jahr später in Netzschkau rüsteten sich beide schon fürs Elfmeterschießen, als Paul Schneider in der 120. Minute zum 2:1 traf.

Revanchiert haben sich die Rotschauer dafür im Vorjahr, als sie den vogtländischen Abonnementssieger (viermal) im Halbfinale im Elfmeterschießen (6:5) rauskegelten, um dann selbst später zum ersten Mal den Pokal in die Höhe zu stemmen. Sie vermasselten damit dem SC sein "Finale daheim" und setzten sich nach einem 1:0 über Fortuna Plauen die Krone auf. Am Samstag können die Syrauer auf eigenem Rasen das im Vorjahr knapp Verpasste nachholen. Weil weiterhin nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt werden kann und der Ausrichter damit keine Einnahmen hat, strich der Verband folgerichtig den eigentlichen Endspielort Falkenstein und verlegte die Angelegenheit auf den Platz des Siegers des Halbfinals Treuen/Syrau. Während sich der SC in Treuen nach frühen Toren mit 2:0 durchsetzte, bewies der Cupverteidiger nicht zum ersten Mal Qualitäten als Stehaufmännchen und bog gegen den VfB Auerbach II einen 0:2-Rückstand in ein 4:2 nach Verlängerung um.

Ungeachtet dessen geht Syrau leicht favorisiert ins Rennen. Was für den SC spricht: Seit sechs Meisterschaftsvergleichen ist er gegen die Rotschauer schon unbesiegt. In der abgebrochenen Serie stellte das Team zudem die drittbeste Abwehrreihe (1,5 Gegentreffer im Schnitt), während der Rotschauer Wert bei 2,4 liegt. Am 30. November ließ der Rekordpokalgewinner dem kommenden Finalkontrahenten beim 6:2 (4:0) nicht die Spur einer Chance.

Doch der Pokal hat eben auch wie im Vorjahr beim Elfmeterschießen seine eigenen Gesetze, was wiederum die Rotschauer auf eine Titelverteidigung hoffen lässt. Fünf Akteure (Thomas Werner, Oliver Tröger, David Kaiser, Manuel Reiher, Enrico Sörgel) liefen bei ihnen in allen drei Finalspielen auf. Ein Sechster, Christian Barschdorf, beendete im Vorjahr seine Laufbahn und löste im März Immo Tröger als Trainer ab. Gewinnt er in seinen zweiten Pflichtspiel als Verantwortlicher bereits einen Titel?

Ihren persönlichen fünften Pokalsieg streben auf der anderen Seite Marco Weigl, Daniel Wolf und Axel Sennewald an. Stefan Zoephel, Clemens Zierold, Max Weidner, Paul Schneider, Stephan Rotthoff, Pascal und Dominique Steinbach aus dem aktuellen Kader trugen dreimal das Finaldress ihres Vereins. Erfolgreichster Endspieltorschütze ist Paul Schneider, der bei den letzten drei Mal immer einnetzte und auch in der Vorwoche in Treuen traf. Als Schiedsrichter der Partie ist der für den SV Coschütz pfeifende Tim Blöthner-Teichmann angesetzt.


Das sagen die Trainer

Chris Begerock (Syrau): "Nach den vielen Spielen gegeneinander kennen wir die Rotschauer und sie kennen uns. Daher wird vor allem entscheiden, wer am Samstag den größeren Willen entwickeln kann. Rotschau kommt über die geschlossene Mannschaftsleistung. Da erwartet uns Kampf und Leidenschaft. Obwohl wir sicher spielerisch besser sind, muss deshalb bei uns auch der nötige Kampf dazukommen, um das Finale daheim zu gewinnen."

Christian Barschdorf (Rotschau): "Ich rechne mit einem engen und umkämpftem Spiel gegen eine taktisch gut stehende Syrauer Mannschaft. Wir hoffen im Trainerteam natürlich, dass wir mit den Vorgaben an unsere Jungs dem Gegner den Zahn ziehen können und am Ende das bessere Ende für uns haben. Dass wir vorige Woche über 120 Minuten gehen mussten, sehe ich nicht als Nachteil. Wir wissen dadurch, wie wir uns im Fall der Fälle die Kräfte einteilen müssen."

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