Im Walfisch kocht die Stimmung hoch

Beim 9. Boxevent des VSV Eintracht Klingenthal sind am Samstag 52 Sportlerinnen und Sportler aus zwölf Vereinen in den Ring gestiegen. Eine Kämpferin des Gastgebervereinbegeisterte das Publikum besonders.

Zwota.

Dass es beim Boxen nicht nur auf die Nase gibt, sondern auch Herz gefragt ist, zeigte sich am Samstag im Gasthof Walfisch Zwota schon zu Beginn des Abend, als noch keine Fäuste flogen: Der erste Kampf des 9. Boxevents des VSV Eintracht Klingenthal wurde um eine Dreiviertelstunde verschoben, weil einige Teams wegen Verkehrsstaus nicht rechtzeitig den Veranstaltungsort erreicht hatten, ihnen vom Veranstalter dennoch Zeit für eine Akklimatisierung und notwendige Vorbereitung eingeräumt werden wollte. Für solch Fairness wäre ein Extra-Gong angemessen.

Das Programm war mit 26 Kämpfen von den Schülern bis zu den Frauen prall gefüllt. Kein Wunder bei einem Dutzend Vereinen einschließlich des Gastgebers, die gemeldet hatten und scharf waren auf die Pokale von Oberbürgermeister Thomas Hennig.

Thomas Funke, bei dem die Fäden der Organisation zusammenliefen, war ein gefragter Mann und versuchte trotzdem, die Ruhe in Person zu sein: "Zwölf Vereine, das langt. Mehr zu stemmen, das wäre schwierig. Es schon ein Glück, dass wir unser Event im Walfisch austragen können. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Die Sporthalle auf dem Klingenthaler Amtsberg ist zu groß. Vor allem freuen wir uns, dass neben Stammgästen aus Halle, Oelsnitz, Bautzen, Zwickau, Schwarzenberg, Amberg, Oschatz und Chemnitz diesmal auch die Boxclubs Weimar und Marburg dabei sind."

Der relativ kleine Saal in Zwota ist eine willkommene Möglichkeit für die weit über 100 Boxfreunde, die Kämpfer quasi hautnah verfolgen zu können und dementsprechend für eine begeisternde Kulisse zu sorgten. Und er war einmal mehr bis zum letzten Gong pickepacke voll. Die Zuschauer erlebten zum Teil spannende Duelle. Kein Wunder bei einigen Landesmeistern und Deutschen Meistern, die sich im Ring gegenüberstanden.

Die zwölf Boxer vom Gastgeber VSV Eintracht Klingenthal schlugen sich wacker. Ihr Trainer Philipp Funke: "Für uns war es wichtig, Erfahrungen zu sammeln, Praxis zu bekommen." Überglücklich war auf jeden Fall Lee-Jeremy Barth, der gegen Marc Seliverstov vom KSSV Zwickau in seinem dritten Kampf den ersten Sieg landete. Durch kurzfristige Ausfälle gab es einige Sparringskämpfe, was aber die gezeigten Leistungen nicht schmälerte.

Im ersten Kampf standen sich der achtjährige Keath Engelke und Elias Gladzinski vom VSV Eintracht Klingenthal gegenüber. In einem munteren Kampf gab es ein gerechtes Unentschieden. Die zehnjährige Jasmin Röder lieferten sich mit Savina Sennewald vom BC Weimar einen flotten Kampf. Nachdem Jasmin den Respekt vor ihrer Gegnerin verloren hatte, war es ein Duell auf Augenhöhe, das die Thüringerin knapp, aber nicht unverdient gewann. Max Knauthe und Marlon Seidel vom VSV Eintracht probierten alles, aber ihre Kämpfe gegen Eddy Adam vom SV Fortschritt Oschatz beziehungsweise Felix Schieck von der SG Neuwelt gingen verloren.

In einem Sparringskampf konnte sich der Dritte der Deutschen Meisterschaft der Kadetten Ian Neetz gegen Thomas Böhm vom SV Fortschritt Oschatz beweisen. Und das tat er gut. In allen drei Runden war Neetz der aktivere Boxer und beherrschte seinen Gegner nach Belieben. Eine harte Nuss hatte Kenny Weller bei den Männern zu knacken. Gegen den sehr schlagstarken Abdul Salamov vom SV Schwarzenberg hielt der Klingenthaler das Gefecht lange ausgeglichen, aber am Sieg für den Erzgebirger gab es nichts zu rütteln.

Scarlett Perz wollte bei den Frauen für einen Klingenthaler Sieg sorgen. Und das klappte auch. Gegen Marie Adam aus Oschatz gab sie alles, was sie hatte. Klug geschlagene Führhände trafen eines ums andere Mal, und auch ihre Schlaghand kam im Verlauf des Kampfes immer besser zum Zug. Unter ohrenbetäubenden Applaus gewann Scarlett Perz ihren Kampf.

Martin Herrmann wagte nach drei Jahren Wettkampfpause, die seiner beruflichen Ausbildung geschuldet war, ein Comeback und überzeugte. Henry Sullivan vom BCChemnitz stand ab der ersten Sekunde auf verlorenem Posten. In Runde 3 hatten die Chemnitzer Trainer ein Einsehen mit ihrem Sportler und gaben den Kampf auf.

Den letzten Kampf der fast fünfstündigen Veranstaltung bestritten Toni Ulbert vom VSV Eintracht Klingenthal und Said Marzgvioui vom SV Schwarzenberg. Beiden merkte man den Respekt vor dem Kontrahenten an. In einem sehr fairen Kampf gab es am Ende ein gerechtes Unentschieden.

Vom Boxteam Oelsnitz standen drei Kämpfer im Ring. In einem Sparringskampf boxte der neunjährige Ali Eskiew gegen den achtjährigen Nils Bernhardt vom VSV Eintracht Klingenthal. In einem munteren Fight gaben die Unparteiischen ein Unentschieden. Bruder Deni Eskiew verlor gegen Walid Khakishov vom BC Marburg. Alex Ualikhan ließ gegen Armin Azari, ebenfalls aus Marburg, sein Können aufblitzen. In Runde 1 und 2 hatte er seinen Gegner im Griff. Nur im dritten Abschnitt wurde es etwas enger, doch es reichte zum Sieg. (mit tfu)

Pokalsieger Schüler: Abdulnasser Almohammad (ISK Halle). Schülerinnen: Savina Sennewald (BC Weimar). Kadetten: Michael Metzler (BC Amberg). Junioren: Linus Tesch (KSSV Zwickau). Jugend: Luis Seibel (BC Marburg). Frauen: Scarlett Perz (VSV Eintracht Klingenthal). Männer: Martin Herrmann (VSV Eintracht Klingenthal). Bester Kämpfer: Ian Neetz (VSV Eintracht Klingenthal). Beste Kämpferin: Marie Adam (SV Fortschritt Oschatz). Bester Techniker: Haji Seraj (ISK Halle). Beste Mannschaft: BC Amberg

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