In Plauen soll neues Sportzentrum entstehen

Das Diesterweg-Gymnasium entwickelte ein Konzept, Talente in den Sommerdisziplinen noch effizienter zu fördern. Nächstes Schuljahr könnte die Umsetzung beginnen.

Plauen.

Das Vogtland ist eine Sportregion. Ob in der Leichtathletik, im Wasserball und Flossenschwimmen, im Ringen oder Turnen - erfolgreiche vogtländische Sportler sind in der nationalen Elite vieler Sportarten zu finden. Dass es bald noch mehr vogtländische Talente auf die große Bühne schaffen, hat sich das Plauener Diesterweg-Gymnasium auf die Fahnen geschrieben und das Konzept eines Sportzentrums entwickelt, das es jetzt der Öffentlichkeit vorstellte.

Junge Sportler brauchen viel Unterstützung. Sport, Schule und Freizeit effektiver zu verbinden, versucht nun das Plauener Gymnasium, das seinen Schülern bereits ein sportliches Profil anbietet. "Wir sehen, dass es in Plauen und Umgebung viele talentierte Sportler gibt. Die wollen wir noch mehr fördern. Da wir nicht die Auflagen erfüllen, die das Land für eine Sportschule vorgibt, haben wir einen Weg gefunden, um eine Art Sportschule zu werden", erklärt Tommy Färber, Leiter der Sportfachschaft.

Gute Sportler seien oftmals in den üblichen Unterrichtsstunden unterfordert. "In den wenigen Sportstunden kann man nicht spezifisch auf die Fähigkeiten eingehen", so Färber. Also entstand die Sportstunde "Spezi" - eine Doppelstunde, die sich konkret auf die bevorzugte Sportart des Schülers konzentriert. Speziell entwickelte Trainingspläne und lizenzierte Trainer sollen die Talente dabei an die Hand nehmen. Ab dem kommenden Schuljahr sollen die neuangemeldeten Kinder die Möglichkeit bekommen, die "Spezistunden" in Anspruch zu nehmen. Derzeit bietet das Gymnasium das in den Sportarten Fußball, Handball, Leichtathletik, Schwimmen, Flossenschwimmen und Wasserball an.

Niveaugleiche Schüler werden zusammengeführt und erhalten in den Klassen 5 und 6 statt drei fünf Stunden Sport, ab Klasse 7 sind es vier Stunden statt der zwei im Lehrplan vorgesehenen. "Perspektivisch sind wir auch offen für andere leistungsorientierte Sportarten wie Judo, Ringen und Gewichtheben, sofern diese bereits in der fünften und sechsten Klasse talentierte Sportler haben", so Färber. "Wir stehen in engem Kontakt mit der Stadt Plauen und dem Kreissportbund, die uns ihre Unterstützung zugesichert haben", freut sich Färber, der am Diesterweg-Gymnasium das perfekte Umfeld sieht, um sein Konzept umzusetzen. "Mit der Helbig-Halle und dem Helbig-Sportplatz gibt es hervorragende Voraussetzungen."

"Klingenthal hat seine Sportschule für die Wintersportarten. Wir holen den Sommersport nach Plauen", gibt Färber vor, der auch über den Tellerrand hinausschauen und Sportschüler aus dem ganzen Vogtland ansprechen möchte, an sein Gymnasium zu kommen. "Die Vereine erhalten ein Feedback der Lehrer, wie und was trainiert wurde", kündigt Färber an. Davon könnten auch die profitieren.

Bei einem Infoabend im Syrauer Sportlerheim zeigten sich die anwesenden Vereinsvertreter begeistert. Alle unterschrieben danach einen Kooperationsvertrag mit dem Plauener Gymnasium. "Der Vertrag ist eher ein Handschlag und läuft zehn Jahre. Jeder, der da raus will, kann das sofort tun. Die lange Laufzeit haben wir absichtlich gewählt, um das Konzept langfristig etablieren zu können. Damit können wir dann auch Schüler, die sich für den Spezialunterricht entscheiden und noch keinen Verein haben, an die Vereine vermitteln", so Tommy Färber.

Damit das Konzept Fahrt aufnimmt, sollen Elternabende in den Vereinen auf das Angebot hinweisen. Auch zum Tag der offenen Tür am Diesterweg-Gymnasium wird es breit vorgestellt. Wird das Angebot gut angenommen, kann aus einem Sportzentrum noch mehr werden. "Die Schüler sollen weg von der Straße und vom Computer und rein in die Vereine", so Färber. Auch Plauens Sportbürgermeister Steffen Zenner sicherte Unterstützung zu. "Das ist eine vollkommen neue Intention, Sport in Schule und Freizeit zu verbinden", schätzt Simone Schurig, Sportreferentin der Stadt Plauen, ein. "An diesem Projekt werden wir gern mitarbeiten und unser Netzwerk nutzen, um es zu unterstützen. Das ist einmalig in Sachsen", freut sich Michael Degenkolb, Geschäftsführer des Kreissportbundes.

Der Anfang ist gemacht mit zahlreichen Plauener Vereinen. Dazu kommt im Fußball der SV Merkur Oelsnitz. "Das ist sehr wichtig. Wir wollen auch über den Tellerrand hinausschauen", so Färber.

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