Junger Kombinierer kämpft sich zurück

Nick Schönfeld vom VSC Klingenthal hat es beim Alpencup erstmals in die Punkteränge geschafft. Für den 16-Jährigen war es der erste größere Erfolg nach einer schweren Verletzung.

Mühlleithen.

Der Sieger der Herzen kam beim Alpencup der Junioren in der Nordischen Kombination am Wochenende vom ausrichtenden VSC Klingenthal. Denn es gab wohl keinen, der sich nicht mit Nick Schönfeld über dessen erste Punkte in der internationalen Wettkampfserie gefreut hat. Die Plätze 15 und 29 mögen für den Außenstehenden nicht sonderlich spektakulär klingen. Für den 16-Jährigen bedeuten sie aber eine ganze Menge.

Das war schon am Samstag nach seinem 13. Platz auf der Vogtlandschanze ersichtlich. Da wehrte sich der mit zu den Jüngsten im 45-köpfigen Starterfeld gehörende Vogtländer nach Kräften dagegen, beim Skirollern durchgereicht zu werden. "In den ersten drei Runden habe ich mich gut gefühlt, da war ich in der großen Gruppe dabei. Dann kam ein kleiner Einbruch. Da habe ich mir vorgenommen, auf den letzten zwei Runden ein gutes Tempo zu laufen, um unter den Top 30 reinzukommen", sagte der Elftklässler des Klingenthaler Sportgymnasiums. Mit Rang 29 sicherte er sich die ersten zwei Punkte im Alpencup. Damit hatte er sein Ziel für das Wochenende bereits erfüllt.

Dass es beim zweiten Wettkampf am Sonntag sogar zu Platz 15 reichen sollte, konnte da noch keiner ahnen. Das breite Grinsen in seinem Gesicht war nach dem Wettkampf selbst durch den Mund-Nasen-Schutz hindurch zu erkennen. "Ich bin sehr zufrieden", sagte Nick Schönfeld, der mit 79,5 Metern die viertgrößte Weite des Tages gestanden hatte. Da ballten auch seine Trainer Uwe Schuricht und Lech Pochwala vom Bundesstützpunkt Klingenthal die Fäuste. Denn gerade das Skispringen hatte sich im vergangenen Winter noch als Problemdisziplin erwiesen. Nick Schönfeld sagt heute, dass das auch ein psychisches Problem war. Denn im Januar 2019 hatte sich der Wintersportler beim Schülercup in Hinterzarten schwere Verletzungen zugezogen. Der Bruch des Schienbeinkopfes und ein Riss der Patellasehne waren für den Kombinierer ein herber Einschnitt. "Ich saß drei Monate nur auf dem Sofa und habe massenhaft an Grundlagen eingebüßt", erzählt er relativ abgeklärt.

Er konnte zwar einen Teil des Trainingsrückstandes wieder aufholen, doch der Respekt vor der Verletzung blieb offenbar zunächst im Hinterkopf. Erst nach und nach holte sich der Youngster die Sicherheit auf der Schanze zurück. "Es lief dann schon zum Ende des Winters hin besser. Und im Sommer habe ich so hart gearbeitet wie noch nie, um wieder näher an die Spitze heranzukommen", berichtet Nick Schönfeld. Schließlich hatte er in der Saison 2017/18 als Schülercup-Gesamtsieger im Skispringen und Gesamtzweiter in der Nordischen Kombination sein Potenzial schon eindrucksvoll angedeutet.

Auch seine Achtungserfolge am Wochenende beim Alpencup - vor der Haustür - kamen für Trainer Uwe Schuricht nicht unerwartet. "Nick hat schon beim Deutschlandpokal in Oberhof mit dem fünften und sechsten Platz gezeigt, dass die Entwicklung stimmt." Daran will der 16-Jährige im Winter anknüpfen. "Es ist mein Ziel, mich für die OPA-Skispiele zu qualifizieren, im Alpencup zu punkten und am Ende der Saison den Sprung in den C-Kader zu schaffen", sagt er.

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