Kadrics Knaller lässt Auerbach jubeln

Der VfB Auerbach hat am Samstag sein Heimspiel in der Fußball-Regionalliga gegen die zweite Mannschaft von Hertha BSC 2:0 gewonnen. Ein Traumtor brachte die Entscheidung.

Auerbach.

"Wann ist das Spiel denn endlich zu Ende?" Diese Frage stellten sich am Samstagnachmittag viele der 345 Fans im VfB-Stadion in Auerbach. Der VfB Auerbach führte mit 2:0, doch es wirkte stets so, dass ein Gegentreffer die Auerbacher nochmals um den verdienten Lohn bringen könnte. Zu stark waren die Gäste von Hertha BSC II. Auerbach musste zittern und durfte dann erstmals seit vier Spielen wieder mit Punkten den Platz verlassen. Ein Befreiungsschlag.

Kaum einer hatte zuvor daran geglaubt. Ohne Wild, Schlosser, Müller und Zimmermann ging der VfB mit einem Rumpfkader ins Spiel gegen den Drittplatzierten. "Für mich ist Hertha BSC II die spielstärkste Mannschaft", sagte der Sportliche Leiter Volkhardt Kramer vor der Partie. "Stärker als Tabellenführer Chemnitzer FC, besser als der Berliner AK."

Doch Auerbach liebt es, die Bundesliga-Reserve zu empfangen. Und die Berliner finden so gar keinen Gefallen daran, auf dem kleinen Platz gegen einen engagierten Gegner zu spielen. "Spiele in Auerbach sind wie ein Zahnarztbesuch", sagte Herthas Coach Ante Covic. "In den Tagen vor den Spielen geht dir nur die Frage durch den Kopf: Wird es nur eine Kontrolluntersuchung oder eine Wurzelbehandlung?" Diesmal fühlten die Auerbacher Zahnärzte in der Fußballschuhen den Gästen erneut auf den Zahn - und es wurde eine Wurzelbehandlung ohne Narkose. "Spätestens, als ich das Stadion betreten habe, habe ich es schon gemerkt: Willkommen in der größten Zahnarztpraxis Deutschlands", so Covic. Dass für die Gäste so schmerzhaft wurde, lag in erster Linie an der "ersten Bohrung". Diese nahm Thomas Stock vor. Keine 120 Sekunden waren gespielt, als er mutterseelenallein eine Heger-Flanke zum 1:0 einköpfte. "Endlich haben wir auch mal die erste Chance verwertet", sagte Marcin Sieber. Das Tor zog nicht nur den Berlinern den Zahn, sondern bewirkte im Auerbacher Rumpfkader ein Gefühl der Sicherheit. "Es war ein sehr wichtiger Treffer", sagte Amer Kadric, der zu den überragenden Auerbachern zählte. Auch Stefan Schmidt im VfB-Tor bekam von Trainer Sven Köhler ein Sonderlob. "Er hat ein Riesen-Spiel gemacht. Er wirkte souverän und hat uns dadurch Stabilität verliehen." Die VfB-Führung stand auf wackeligen Füßen. Es musste das 2:0 her. Felix Lietz hämmerte den Ball zunächst von der Mittellinie an die Latte. Covic: "Dass Auerbach aber dann nochmals so einen rausholt, damit hätte ich nicht gerechnet." Denn Amer Kadric bewies, dass auch im Abstiegskampf Selbstvertrauen vorhanden ist. "Wir waren uns sicher, dass irgendwann unser Knoten platzen würde. Daher habe ich auch noch Selbstbewusstsein", sagte er. Kurz nach der Pause zirkelte er nach einer Brustabnahme den Ball direkt zum 2:0 unter die Latte (53.). Ein Knaller der Extraklasse aus gut 25 Metern. Und ein wichtiges Tor dazu. "Für das 2:0 brauchst du dann auch mal Glück", sagte Köhler. "Aber dadurch haben wir den Glauben an uns gewonnen, die Führung bis zum Schluss halten zu können." Denn der Zwei-Tore-Vorsprung brachte den Auerbachern die nötige Sicherheit, die spielstarken Berliner in den restlichen 40 Minuten zu stoppen. Die gingen zwar nicht auf dem Zahnfleisch, fanden aber keinen Weg durch die vogtländische Defensive.

Statistik Auerbach: St. Schmidt - Heger, Sieber, Lietz, Löser - Kadric, Tarczal, Herold/V, Seb. Schmidt (90. Trinks) - Ctvtrnicek (82. Luderer), Stock. Tore: 1:0 Stock (2.), 2:0 Kadric (53.). SR: Wilske (Bretleben). Zuschauer: 345.

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