Kickoff der Rebels verschoben

Eigentlich wollten die American Footballer aus dem Vogtland Ende April in die neue Saison starten. Die Zwangspause stellt den Verein nun vor logistische Herausforderungen.

Treuen.

Seinen Optimismus lässt sich Lucas Kölbel nicht nehmen. "Es ist derzeit eine schwierige Situation für alle. Ich bin aber zuversichtlich, dass gute Lösungen möglich sind", sagt der Vereinschef der Vogtland Rebels. Das in Treuen beheimatete American-Football-Team wurde von der Coronakrise mitten in der Vorbereitung auf die neue Saison getroffen. Eigentlich wollte der Aufsteiger Ende April seine Premiere in der Oberliga feiern. Für die hatten sich die Vogtländer im Vorjahr als souveräner Meister der Verbandsliga Mitteldeutschland qualifiziert. Schon da lief nur wenig nach Plan: Von acht Spielen wurden drei abgesagt und den Rebels die Punkte am grünen Tisch zugesprochen.

Umso mehr freuten sich Spieler und Verantwortliche seit Monaten auf die neue Saison. Gegen die gestandenen Teams, zum Beispiel aus Chemnitz und Leipzig, hofften alle auf attraktive Spiele. Wann die stattfinden, ist ungewiss. "Der American Football Verband Deutschland plant für die obersten Ligen aktuell mit einem Saisonstart zu Pfingsten. Das ist auch die Empfehlung für die Landesverbände", sagt Lucas Kölbel. Um Ende Mai das erste Mal um Punkte spielen zu können, müssten die Mannschaften jedoch deutlich früher ins Training einsteigen können. "Momentan halten sich alle so gut es geht individuell fit. Es braucht dann noch Zeit, die Spieler fit zu machen für die Partien, damit sie sich in diesen nicht gleich verletzen. "Da haben wir als Verantwortliche auch eine Verantwortung gegenüber den Spielern", betont der Vereinschef.

Die Zwangspause traf die Vogtland Rebels wie alle American-Football-Teams in einer ganz entscheidenden Phase der Saisonvorbereitung. Die Mannschaft war nach vielen Wochen individueller Einheiten im Kraft- und Ausdauerbereich gerade ins Teamtraining eingestiegen. In zunächst kleinen und dann immer größer werdenden Gruppen sollten jetzt die Spielzüge einstudiert werden. Das fällt nun vorerst aus. Über die sozialen Medien bleiben Trainer und Spieler in Kontakt. "Die Coaches geben Ideen an die Hand und rufen auch mal kleine Wettbewerbe aus, die per Video gemacht werden. Da gibt es auch kleine Auszeichnungen. Damit soll bei den Jungs der Konkurrenzgedanke geweckt werden", erzählt Lucas Kölbel.

Neben der körperlichen Verfassung der Sportler sieht der Vereinschef die American Footballer noch ein ganz anderes Problem mit Blick auf den verschobenen Saisonstart: Die Termine werden knapp. Theoretisch müssen derzeit zwar nur zwei Spiele der Rebels zu einem anderen Datum ausgetragen werden. "Die Wochenenden in den Sommerferien fallen aber als Alternative eigentlich aus. Wir sind in der Liga alles Amateure, und viele sind in dieser Zeit im Urlaub. Das könnte zu Wettbewerbsverzerrungen führen", befürchtet Kölbel. Hinzu komme eine weitere logistische Schwierigkeit: Viele Vereine sind nur Mieter ihrer Plätze, teilen sich diese zum Beispiel mit Leichtathleten und Fußballern. Da ist genau abgesprochen, wer wann auf den Platz kann.

Betroffen von der aktuellen Situation ist auch die A-Jugend der Vogtland Rebels. Die will erstmals in der Jugend-Oberliga Spiele bestreiten. Zum neuformierten Team gehören etwas mehr als 20 Mädchen und Jungen. Auf dem Programm standen ursprünglich zehn Partien. Dass es am Ende weniger werden könnten, sieht Lucas Kölbel im Vergleich zu den Männern ein wenig gelassener: "So viele Spiele sind für ein neues Team schon ein dickes Brett. Für unseren kleinen Kader könnte es sogar besser sein, wenn sie vielleicht nur eine halbe Saison absolvieren."


Vereinsgründer zieht sich zurück

Mit Lucas Kölbel steht seit Anfang des Jahres nur noch einer der beiden Gründerväter der Vogtland Rebels an der Vereinsspitze. Jörg Munko, der im Januar 2014 das erste Training in Falkenstein organisiert hatte, zog sich Ende 2019 aus dem Verein zurück.

"Jörg hat durch Arbeit und Privatleben einfach die Zeit gefehlt. Er hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, die Rebels sind schließlich eine Herzenssache für ihn. Er hat uns frühzeitig Bescheid gegeben, sodass der Übergang sehr gut funktioniert hat", sagt Lucas Kölbel.

Sechs Jahre nach Gründung gehören den Rebels mittlerweile rund 150 Mitglieder an. Die stammen nicht nur aus dem Vogtland. "Allein aus Zwickau haben wir zehn bis 15 Spieler in unseren Reihen. Es kommen auch einige aus Thüringen zu uns. Unser Vorteil ist, dass wir in Treuen direkt an der Autobahn liegen", so Kölbel. (aheb)


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