Krisenklub schwer einschätzbar

Fußball-Oberligist VFC Plauen erwartet am Sonntag Nordhausen. Ein Test vom Dienstag in Oelsnitz hat wenig Aussagekraft.

Plauen.

Wenn der VFC Plauen am Sonntag im Vogtlandstadion auf den FSV Wacker Nordhausen trifft, dann spielen die Fußballer beider Vereine ein wenig verkehrte Welt. "Eigentlich bist du gegen einen ehemaligen Regionalligaverein klarer Außenseiter. Aber in dieser Saison ist sowieso alles vogelwild", sagt Pressesprecher Volker Herold lachend, der auf 400 Zuschauer hofft, die dem VFC ab 14 Uhr den Rücken stärken.

Natürlich wissen die Plauener um den Aderlass, der bei den Thüringern stattgefunden hat. Nordhausen hatte im Juni als zweiter Thüringer Verein nach Rot-Weiß Erfurt Insolvenz angemeldet. Wegen finanzieller Probleme kamen beide aus der Regionalliga runter in die Oberliga. Zu ihrer Wettbewerbsfähigkeit lässt sich noch nicht viel sagen. Fakt ist aber: Mit dem Aufstieg dürften beide Krisenklubs nichts zu tun haben. "Das spielt für mich keine Rolle. Ich glaube, wir müssen vor allem auf uns schauen. Mir ist vollkommen klar, dass unser junges Team gerade dann einen guten Matchplan braucht, wenn man uns in die Favoritenrolle pressen will", weiß VFC-Trainer Falk Schindler.

Nach zwei Auftaktniederlagen kommen die Nordhäuser sicher mit einigen neuen Erkenntnissen nach Plauen. Die Wacker-Elf ist jung, ihr Trainer Philipp Seeland stellte nach zwei Blitzgegentoren gegen Aufsteiger FC An der Fahner Höhe fest: "Wenn sie bereits in der Anfangsviertelstunde zwei Tore kassiert, hat es eine unerfahrene Mannschaft immer schwer, überhaupt ins Spiel zu finden. Wir haben ganz sicher Qualität in unseren Reihen, müssen diese aber erst einmal auf den Platz bringen." Nordhausen mühte sich, verlor aber 0:2. Damit ist klar, was am Sonntag auf dem Spiel steht. "Wir haben von den Ansetzungen her im Anschluss schwere Begegnungen. Also sollten wir natürlich versuchen, das Spiel zu gewinnen."

Nach dem 1:0-Heimsieg gegen Ludwigsfelde könnte der VFC einen Sechs-Punkte-Start hinlegen. Bis auf Stefan Schumann und Tim Sluga sind alle Spieler an Deck.

Am Dienstagabend hat der VFC ein Freundschaftsspiel beim Landesklasse-Vertreter SV Merkur Oelsnitz 4:2 (0:0) gewonnen. Vor 225 Zuschauern verabschiedete Merkur vor der Partie Trainer Jens Starke und Spieler André Zenner. Beide haben eine VFC-Vergangenheit, sowohl als Spieler als auch im Fall von Jens Starke als sportlicher Leiter und Interimstrainer der ersten Mannschaft.

Falk Schindler: "Ein schönes, faires Spiel, sehenswert für die Zuschauer. Dafür sind wir gerne hergekommen. Klar, wir müssen uns natürlich steigern, aber ich will das Ganze auch nicht überbewerten." Tatsächlich blitzte der Zweiklassenunterschied nicht oft auf, Oelsnitz hielt die Begegnung fast komplett offen. Hälfte 1 war torlos geblieben. Unter Flutlicht fielen dann Tore.

Plauen ging durch einen Kopfball von Albustin in Führung. Oelsnitz hatte die passende Antwort parat: Oehm stellte 60 Sekunden später mit einem unhaltbaren Volleykracher den Ausgleich her. Erst 20 Minuten vor dem Ende ging der VFC wieder in Führung. Dartsch köpfte nach einem Eckball ein. Fatajo erhöhte aus einem Gewühl heraus wenig später auf 3:1. Und wieder schlug Merkur eine Minute später zurück. Der letzte Treffer fiel wieder auf der anderen Seite: Walther versenkte bei der letzten Aktion einen Freistoß direkt zum 2:4-Endstand.

StatistikPlauen: Cap - Grandner, Albustin, Bach, Sovago, Andreopoulos, Nyber, Walther, Fischer, Albert. Eingewechselt: Seefeld, Fischer, Limmer, Dartsch. Tore: 0:1 Albustin (55.), 1:1 Oehm (56.), 1:2 Dartsch (70), 1:3 Fatajo (80.), 2:3 Hofmann (81.), 2:4 Walther (90.). SR: Ordon (Heinrichsort). Zuschauer: 225

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