Krisenstimmung am Ziegeleiweg

In der Fußball-Regionalliga hat der VfB Auerbach am Freitag gegen Schlusslicht Optik Rathenow 2:3 verloren. Der Siegtreffer der Gäste fiel kurz vor dem Abpfiff und stürzte den VfB auf Rang 14.

Auerbach.

Wenn die Folgen einer Niederlage sich wie ein Kater nach einer durchzechten Nacht anfühlen, dann hat der VfB Auerbach am Freitagabend so richtig einen über den Durst getrunken. Die Auswirkungen der 2:3-Heimpleite in der Regionalliga gegen den FSV Optik Rathenow wirkten noch das gesamte Wochenende nach. Denn das, was die Auerbacher gegen das Schlusslicht erlebten, war schon mehr als nur ein Ausrutscher. Die Niederlage ist der vorläufige Tiefpunkt der vergangenen Wochen, in denen die Auerbacher ungewohnt schlecht auftraten und nun Fünftletzter und in Abstiegsgefahr sind.

Schlecht war der VfB schon gegen Altglienicke, nur überdeckte damals das Ergebnis (3:3) das Spiel. Nicht besser war es in Leipzig, als der favorisierte 1. FC Lok 3:1 gewann. Aber die Niederlage gegen Rathenow sorgt nun endgültig für Krisenstimmung. Das liegt zuerst am enttäuschenden Resultat, aber auch an der Leistung des Teams. Der VfB war gegen den Tabellenletzten in vielen Belangen die schlechtere Mannschaft. Spielerisch lief nicht viel nach vorn. Zu viele lange, hohe Bälle sorgten für viel Kopfschütteln auf den Rängen. Ein funktionierendes Mittelfeld war nur phasenweise zu erkennen. Dabei hat der VfB mit Marcel Schlosser oder Amer Kadric zwei Kreativspieler, die über mehr Potenzial verfügen, als sie im Moment abrufen. Das allein wäre noch nicht einmal das größte Problem. Denn die Auerbacher haben genug Qualität, um aus wenigen Aktionen Tore zu erzielen, wie beim schnellen Spielzug zum 1:2 oder dem Eckball zum 2:2.

Doch zu den Schwächen im Offensivspiel mischen sich Probleme in der Defensive. Bei nunmehr neun Gegentoren in den jüngsten drei Spielen herrschen Unzufriedenheit und Ratlosigkeit. "Warum das so ist, ist eine gute Frage", gesteht Sebastian Schmidt. "Wir haben lange darüber geredet, wie wir es abstellen können. Aber gegen Rathenow ging es wieder so weiter. Wir können es uns nicht erklären."

Ein Grund ist sicherlich, dass Daniel Tarczal nach seiner Verletzung noch nicht zu alter Form zurückgekehrt ist. Dem Routinier fehlen noch einige Prozentpunkte. Aber auch sonst so zuverlässigen Abwehrspieler wie Philipp Müller - er rutschte vor dem 0:1 aus - fehlt die Stabilität über 90 Minuten. "Im Spiel hatte ich das Gefühl, dass wir alle Bleiwesten tragen. Bei jedem Schritt waren wir zu spät. Es war alles zu behäbig", sagt Sebastian Schmidt. Diese Behäbigkeit wirkte nach außen wie fehlendes Engagement. Diesem Vorwurf von den VfB-Fans ließ sich aber VfB-Trainer Sven Köhler nicht gefallen. "Nach der Pause hat die Mannschaft gekämpft." So ein Spiel und solche Fehler mache keiner absichtlich, sagt auch Sebastian Schmidt. "Wir sind alle geschockt. Es herrscht Fassungslosigkeit."

Statistik Auerbach: St. Schmidt - Heger, Müller, Lietz, Seb. Schmidt - Tarczal, Herold (61. Ctvrtnicek) - Stock, Schlosser, Kadric - Zimmermann. Tore: 0:1 Kapan (28.), 0:2 Top (57.), 1:2 Stock (62.), 2:2 Zimmermann (86.), 2:3 Adewumi (87.). SR: Schipke (Halle). Zuschauer: 450.

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