Luis und Luca packen kräftig zu

In gut einer Woche ist Klingenthal Gastgeber für die besten Skispringer der Welt. Bei Laukners ist die Vorbereitung auf das Finale des Sommer-Grand-Prix Familiensache.

Klingenthal.

Die Vogtland-Arena Klingenthal ist am 5. Oktober Austragungsort des Finals des Sommer-Grand-Prix der Skispringer. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Und wie immer kann der Vogtländische Skiclub Klingenthal (VSC) als Veranstalter auf viele Helfer bauen, die hinter den Kulissen mit zupacken. Zu ihnen gehören auch Kai Laukner und seine Zwillinge Luis und Luca.

Der Weg Kai Laukners in Klingenthal lässt sich so beschreiben: vom Weltcup-Zuschauer zum Weltcup-Macher. Zuschauer war der 47-Jährige bei Skiwettkämpfen, weil er mit dem Wintersport schon immer verbunden ist. "Als Jugendlicher war ich Kombinierer", erzählt er. Vor 23 Jahren zog es den gebürtigen Schneeberger der Liebe wegen nach Klingenthal. Zur Stadt am Aschberg gehört Wintersport dazu, auch zu Laukners. Inzwischen sind seine Söhne Luis und Luca Nordisch Kombinierte beim VSC Klingenthal und trainieren am Bundesstützpunkt.

Vor zweieinhalb Jahren bot sich die Chance, vom Zuschauer zum Macher zu werden. Die Arena brauchte Unterstützung. Der gelernte Elektromonteur und IT-Systemkaufmann suchte zu dieser Zeit eine berufliche Veränderung. "Da kam das Angebot gelegen. Mir war von Anfang an klar, dass dies Arbeit rund um die Uhr bedeutet. Aber ich lebe meinen Job, und die Familie unterstützt mich", so Kai Laukner, der ein Mann der Tat und nicht der großen Worte ist.

Neben der Arbeit in der Vogtland-Arena gehörte er von Anfang an bei den Wettkämpfen zum Helferteam, und das in Familie, denn seine Jungs sind aktiv dabei. Gleich, ob am Abend vor einem Weltcup die Schneekanonen überprüft oder während des Wettkampfs Getränke für die Aktiven auf den Schanzenturm geschafft werden müssen, Luis und Luca packen mit zu. "Für sie ist das ein gewisser Ausgleich zu Schule und Training. Sie interessieren sich für die Technik in der Arena und sitzen so letztlich auch nicht nur zu Hause rum", freut sich der Vater über seine 14-jährigen Söhne.

Seit dem Frühjahr gehört Kai Laukner auch zum Organisationskomitee. "Gut, dass ich in der Arena alles gelernt habe, von der Instandhaltung der Schanzenanlage über das Bedienen der Erlebnisbahn Wieli und Schanzenführungen bis hin zur Anlage des Schneedepots. Da weiß ich jetzt, worauf es ankommt", sagt er.

Jetzt muss er organisieren, dass alles in der Arena zusammenläuft. Dazu gehören die Beschaffung des Equipments für die Wettkämpfe, die Planung und Koordination der dafür notwendigen Infrastruktur sowie momentan die erforderlichen Werbemaßnahmen. Aber auch die Abstimmung mit den Funktionären des internationalen Skiverbandes Fis zu den Abläufen der Wettkämpfe oder den Fernsehübertragungen umfassen das abwechslungsreiche Tätigkeitsfeld.

Ein riesiger Berg an verantwortungsvollen Aufgaben ist das. "Es geht einem auch nach Dienstschluss einiges durch den Kopf, man kann nicht abschalten. Aber die Verbindung zum Sport macht Spaß, ich kann mitwirken, bin nah an der Sache dran", sagt Laukner in seiner ruhigen, überlegten Art. Dann schnappt er sich die Autoschlüssel, fährt zur Arena, um gemeinsam mit den Kollegen und Helfern den Wieli zu kontrollieren und den Aufbau des Windnetzes vorzubereiten, damit zum Grand Prix alles läuft.

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