Markneukirchen droht Hammergruppe

Am 3. Oktober soll die neue Saison in der Ringer-Bundesliga beginnen, über den Start in der Regionalliga soll in diesen Tagen entschieden werden. Ob wirklich gerungen wird, hängt aber noch am seidenen Faden.

Markneukirchen/Pausa/Plauen.

17 der insgesamt 26 qualifizierten Mannschaften wollen die Meisterschaftsrunde der Ringer-Bundesliga in Angriff nehmen. Neun Teams, darunter Aue, Greiz und Lichtenfels, werden wegen der Coronaauflagen pausieren. "Damit wird vom 3. Oktober bis 5. Dezember in drei Vorrundengruppen gerungen. Im Januar folgen die Viertel- und Halbfinals, am 31. Januar und am 6. Februar wird im Finale der neue Meister ermittelt", erklärt Florian Geiger, Vizepräsdident des Deutschen Ringer-Bundes den jetzt beschlossenen Wettkampfmodus.

Aufsteiger AV Germania Markneukirchen findet sich demnach in einer Hammergruppe mit gleich drei Titelanwärtern wieder. "Es hätte ja noch schlimmer kommen können", so Mannschaftsleiter Jörg Guttmann und verweist auf das Spitzenteam Red Devils Heilbronn, das sich zum Pausieren entschlossen hat. 150.000 Euro fehlten ihnen schon in der Osterzeit im Etat. "Diese Finanzlücke ist manchem sein Ganzes", flachst Guttmann, der den Großteil der Mannschaft schon lange in Sack und Tüten hat.

In der Vorrundengruppe Südost bekommt es Germania mit Titelverteidiger SV Wacker Burghausen zu tun, aber auch mit dem SV Johannis Nürnberg und dem Geheimfavoriten SC Kleinostheim. Der ASV Schorndorf gehört zu den Hechten im Karpfenteich, während der KSC Hösbach und Markneukirchen als Aufsteiger zu den Außenseitern zählen.

Ein Kriterium könnte den Start der Bundesligasaison allerdings noch zum Wanken bringen: Sowohl Markneukirchen als auch alle anderen Bundesligamannschaften wollen nicht vor leeren Rängen ringen. "Die Kulisse macht doch die Mannschaftskämpfe erst aus, ohne Fans geht das alles nicht", so Jens Berndt, der Vorsitzende des AV Germania. Schließlich spielen auch wirtschaftliche Aspekte mit Eintritt und Verpflegung der Zuschauer eine wichtige Rolle. "Schade, dass die Derbys gegen Aue, Greiz und Lichtenfels fehlen", bedauert Guttmann, da gerade diese Mannschaften viele Zuschauer mit nach Markneukirchen gebracht hätten.

Bis 45 Tage vor dem 3. Oktober, also bis in zwei Wochen, können die 17 Mannschaft noch personell nachrüsten. Von den Mannschaften, die pausieren wollen, werden jetzt einige gute Ringer frei, die ihre Dienste anbieten, darunter die deutschen Spitzenringer Frank Stäbler und Eduard Popp. "Die würden jedoch das Finanzgefüge des AV Germania sprengen", sagt Jörg Guttmann. "Natürlich werden wir uns noch einmal umsehen", so der Mannschaftsleiter, der damit rechnen muss, dass die Gastringer aus der Türkei und Bulgarien, aber auch die russische Verstärkung Valerij Borgoiakov in diesem Jahr durch die Corona-Pandemie nicht anreisen können.

Konkreter werden jetzt auch die Planungen für die Regionalliga als zweithöchster deutscher Kampfklasse, in der die Wettkampfgemeinschaft Pausa/Plauen antritt. Nachdem sich die Präsidenten der fünf Landesorganisationen, die der Zweckgemeinschaft Ringen Mitteldeutschland angehören, für einen Start der Liga stark gemacht, eine Wettkampfordnung und einen Katalog an Hygienemaßnahmen erstellt haben, an dem auch die acht Teams der Staffel mitgewirkt haben, sind nun die beteiligten Teams am Zug. Für den 13. August wurde in Leipzig eine Tagung angesetzt, bei der sich die Verantwortlichen aus Thalheim, Gelenau, Berlin, Frankfurt (Oder), Potsdam, Luckenwalde, Pausa und Leipzig auf einen Start festlegen sollen. "Ohne Zuschauer will bei uns auch keine Mannschaft kämpfen", benennt Ligenleiter Henning Tröger den Stolperstein für den Start in die neue Saison.

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