Meuselwitz holt die Auerbacher auf Boden der Tatsachen zurück

Das tat weh: 1:5 (0:1) hat der vogtländische Fußball-Regionalligist am Sonntag verloren. So deutlich unterlegen, wie es das Ergebnis vermuten lässt, war der VfB aber nicht.

Auerbach.

Eine Woche liegt es zurück, als der VfB Auerbach himmelhochjauchzend den 5:2-Heimsieg gegen den FSV Optik Rathenow feierte. Doch die Achterbahnfahrt in der Regionalliga geht weiter. Nach dem fulminanten Erfolg gegen die Brandenburger ging es für die Vogtländer wieder in den Gefühlskeller. Beim ZFC Meuselwitz kassierten sie eine 1:5-Pleite. So weit, wie es den Anschein hat, liegen beide Spiele allerdings nicht auseinander. Der Auerbacher Sieg gegen Rathenow fiel nämlich ebenso zu hoch aus wie die Pleite in Meuselwitz. Allerdings zeigen beide Ergebnisse, wie groß die Ausschläge in der Liga sind.

Vor dem Spiel war nicht davon auszugehen, dass ausgerechnet Meuselwitz die formstarken Auerbacher einseifen würde. Zumal VfB-Trainer Sven Köhler in der vergangenen Saison zwei Siege gegen Meuselwitz mit seinem Team einfuhr, also stets das richtige Rezept gefunden hatte. "Heute war ich hier aber ein gern gesehener Gast", sagte er nach dem Spiel. Diesmal ging sein Plan nicht auf. Meuselwitz hatte sich nach einer Serie von vier Niederlagen viel vorgenommen. Der ZFC wirkte mutiger, frischer und zielstrebiger, auch wenn sich beide Teams im ersten Abschnitt nicht viel nahmen. Einziger Unterschied: Während Auerbach eher harmlos blieb, taten die Gastgeber sich offensiv leichter. Allerdings auch das auf eher mäßigen Niveau. Die Anfangsphase war zum Wegschauen, ereignisarm und auf niedrigem Regionalliga-Niveau. "Dass wir hier 1:5 verlieren, hätte ich zu diesem Zeitpunkt nicht erwartet", gab Köhler unumwunden zu.

Erstaunlich, dass Auerbach nicht mit mehr Mut ins Spiel gegangen ist. Nach vier Spielen ohne Niederlage war von Selbstbewusstsein nicht viel zu sehen. Meuselwitz machte es andererseits auch nicht schlecht, ließ die Vogtländer kaum zum Zuge kommen. VfB-Torjäger Marc-Philipp Zimmermann war komplett abgemeldet. Der Tick mehr Zug zum Tor der Gastgeber wurde belohnt.

Breitfelder traf per Seitfallzieher nach einem Freistoß aus acht Metern. Ein sehenswerter Treffer mitten ins Auerbacher Herz. Immerhin folgte kein Herzstillstand, sondern eine Art Wiederbelebung. Plötzlich ging mehr nach vorn. Zimmermanns Kopfball verfehlte das Tor knapp (33.). Viel mehr klare Chancen hatte der VfB aber nicht. Die Gäste, die in derselben Startformation wie in der Vorwoche angetreten waren, hatten sogar Glück, dass Keeper Maximilian Schlosser einen 25-Meter-Freistoß mit einer Glanzparade entschärfte (35.).

Mit Beginn der zweiten Halbzeit hatten sich die Auerbacher eine Leistungssteigerung vorgenommen. Sie kam auch, aber wohl etwas zu spät. Wenige Minuten nach Wiederanpfiff jubelte Meuselwitz zum zweiten Mal. Wieder ein tolles Tor, ein direkt verwandelter Freistoß aus 25 Metern. Unmittelbar nach dem 0:2 setzte Marcel Schlosser bei einem langen Ball nach und drängte den ZFC so zu einem Eigentor - nur noch 1:2.

Der VfB war drauf und dran, den Ausgleich zu erzielen. Der Ball berührte auch schon das Tor, als Zimmermann an die Latte köpfte (57.). "Da hätte das Spiel kippen können", sagt Köhler. Doch mitten in die stärkste Auerbacher Phase hinein schlug der ZFC die Vogtländer k.o. Wieder ein Traumtor, wieder vermeidbar. Aus 20 Metern senkte sich ein Schuss von Weinert hinter Schlosser ins Netz. "Damit war das Spiel gegessen", gab Köhler zu.

Sein Team hätte reagieren müssen, um nicht ins offene Messer zu laufen. Die Auerbacher spielten munter, aber nicht immer geplant nach vorn und boten damit Meuselwitz die Räume zu Kontern. Die Folge: zwei weitere Gegentore. Dartsch musste nur noch den Fuß hinhalten (69.) und im zweiten Versuch - nach einer Wiederholung - traf Weinert zum 5:1 (74.). Niklas Jeck war zuvor mit Gelb-Rot vom Platz geflogen. Auerbach war nun in Unterzahl und deutlich geschlagen.

"Angesichts des hohen Ergebnisses ist eine Beurteilung schwer", sagte Köhler. "Wir haben dem Gegner zu viele Fehler angeboten." Das müsse sich ändern, denn am Sonntag, 13.30 Uhr trifft der VfB im Heimspiel auf den Berliner AK und auf ein anderes Kaliber als Meuselwitz.

Statistik Auerbach: Max. Schlosser - Jeck, Müller, M. Sieber (46. Seb. Schmidt), Morosow - Horschig - Baude (84. Wurr), Kadric, Stock (80. Löser), Mar. Schlosser - Zimmermann. Tore: 1:0 Breitfelder (26.), 2:0 Bürger (49.), 2:1 Strietzel (53./Eigentor), 3:1 Weinert (64.), 4:1 Dartsch (68.), 5:1 Weinert (73./Elfmeter); SR: Hösel (Magdeburg); gelb-rote Karte: Jeck (Auerbach 73.); Zuschauer: 540

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