Mit bewährten Tugenden dem Spitzenreiter den Zahn gezogen

Vier Punkte aus den schweren Spielen gegen Cottbus und Lok Leipzig. Bei den Fußballern des VfB Auerbach herrscht Aufbruchstimmung. Das soll auch nach der Partie bei Viktoria Berlin möglichst so bleiben.

Auerbach.

Er musste erst einmal tief durchatmen. Als Maximilian Schmidt am Dienstagabend auf dem Rasen des Auerbacher Stadions stand, hat er endlich mal lachen und durchschnaufen können. Der Sommer-Neuzugang vom FC Oberlausitz war beim Topduell der Fußball-Regionalliga gegen den 1. FC Lokomotive Leipzig erst wenige Minuten vor dem Spiel ins kalte Wasser geworfen worden. Routinier Daniel Tarzcal hatte sich beim Aufwärmen an der Leiste verletzt. Ein Einsatz war unmöglich - und der tschechische Ruhepol des Auerbacher Spiels musste die Partie von einem Stuhl am Spielfeldrand anschauen.

"Das ist bitter", sagte er. Wohlwissend, dass gerade seine Tugenden in dieser Partie gefragt gewesen wären: Ruhe in ein hektisches Spiel bringen, vor der Abwehr mit seiner Erfahrung die Leipziger Angriffe abfangen. Doch so musste sein junger Mitspieler diesen Job übernehmen. Maximilian Schmidt übernahm die Rolle. Und das trotz seiner Jugend von erst 19 Jahren fast schon wie ein erfahrener Hase. "Ich denke schon, dass ich ordentlich gespielt habe", sagt er selbstbewusst. "Aber wir haben alle unser Zeug sehr gut gemacht. Gegen Lok musst du erst einmal unentschieden spielen."

Damit trifft er den Punkt: Dem VfB Auerbach gelang es, dem Spitzenreiter den Zahn zu ziehen. Auerbach drängte die Leipziger dazu, sich voll und ganz das Kampfspiel anzunehmen und sich nicht auf spielerische Lösungen zu besinnen. Hätte Lok einen ähnlichen Weg wie Hertha BSC II vor zwei Wochen gewählt, dem VfB wäre es wohl schwerer gefallen. Doch so kam es den Auerbachern entgegen: Sie konnten ihre Tugenden - Einsatzbereitschaft, Kampf und Leidenschaft - der individuellen Klasse der Gäste entgegensetzen. Und sie sogar übertrumpfen.

"Am Ende sind wir sogar etwas enttäuscht", sagt Maximilian Schmidt. "Wir waren so nah am Sieg." Doch schon auf dem Rasen lief VfB-Coach Sven Köhler zu all seinen Spielern, so, als wolle er alle Gedanken an einen verpassten Sieg vergessen machen. Denn sein Team hatte den Leipziger am Rande des K.o. "Gratulation für die leidenschaftliche Leistung", sagte Köhler in Richtung seiner Jungs. Und meinte damit auch: Macht so weiter.

Die Bilanz der vergangenen Tage fällt unerwartet gut aus. "Vier Punkte aus Cottbus und gegen Lok - das hätte auch anders ausgehen können", merkt Köhler an. Gerade das Spiel in Cottbus sei untypisch für eine Mannschaft aus dem Tabellenkeller gewesen. Das Spiel gegen Lok war dann nur eine positive Fortsetzung des Auerbacher Aufschwungs. "Der Aufwärtstrend ist unverkennbar", sagt Maximilian Schmidt. "Jetzt gilt es, weiter dranzubleiben und weiter zu punkten."

Und zwar schon am Samstag, 13.30 Uhr beim FC Viktoria Berlin. Bei den Hauptstädtern stehen die Chancen nicht einmal so schlecht, denn auch die Viktoria ist nicht so gestartet, wie zu erwarten war. Die Berliner wollten erneut oben angreifen, stehen aber derzeit nur auf dem siebenten Platz. Am Mittwoch spielten sie 0:0 gegen Energie Cottbus.

Ob dann Maximilian Schmidt wieder in der Startelf steht? "Mal schauen", sagt er. "Schlecht wäre es nicht." Dass Daniel Tarczal bis dahin wieder fit wird, ist unwahrscheinlich. Insofern wartet auf den Youngster wohl der nächste Härtetest.


VfB testet gegen Aue

Ein Freundschaftsspiel haben Zweitligist FC Erzgebirge Aue und der VfB Auerbach kurzfristig für das kommende punktspielfreie Wochenende verabredet. Das Auer Team um seinen neuen Trainer Dirk Schuster wird am Samstag, 7. September, 13.30 Uhr im Auerbacher VfB-Stadion antreten. Der FC Erzgebirge möchte mit den Erlösen dieses Spiels auch einen Beitrag zur Unterstützung des Nachwuchsleistungssportes in Auerbach leisten.

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