Mountainbiker setzt neue Prioritäten

André Wagenknecht hat seinen Vertrag beim Cube Action Team gekündigt. Ein Schritt, der ihm mehr Freiheiten bringt. Die Sportkarriere an den Nagel hängen will der 37-Jährige aber noch lange nicht.

Plauen.

Mehr als die Hälfte seines Lebens fährt André Wagenknecht jetzt professionell Mountainbike. Erst im Downhill-Bereich, wo er seine Karriere 2008 mit dem Deutschen Meistertitel krönte. Und in den vergangenen Jahren im Enduro, wo 2014 der Deutsche Meistertitel in Schöneck folgte. Nach 20 Jahren macht der 37-Jährige nun einen Schnitt und lässt nach eigenen Worten "etwas die Luft raus". Seinen eigentlich noch für die kommende Saison geltenden Vertrag beim Cube Action Team hat er gekündigt.

"Das ist aber kein Rücktritt. Ich werde definitiv auch selber weiter Rennen fahren. Nur nicht mehr in dem Umfang wie bisher", erzählt er. Auch der Kontakt zum Radhersteller aus Marktredwitz bleibt bestehen. Dank seiner sportlichen Erfolge und seiner offenen Art hat sich Wagenknecht in den vergangenen Jahren quasi zu einem Markenbotschafter für das Unternehmen entwickelt. Sein Hobby zum Beruf machen wollte der 37-Jährige, der bei der Agentur für Arbeit angestellt ist, jedoch nie. "Ich liebe die Freiheit, dass ich es sozusagen als externer Berater mache", sagt er.

In dieser Funktion hat er zum Beispiel seine Erfahrungen zum Fahrgefühl auf den Mountainbikes an Cube weitergegeben und sich zuletzt auch verstärkt dem Bereich E-Bike gewidmet. Erst Anfang Oktober war Wagenknecht für Filmaufnahmen in Italien, wo er gemeinsam mit weiteren professionellen Mountainbikern zeigt, dass diese Fahrräder nicht nur für ältere Menschen interessant sind: "Ich habe nach meiner Krankheit 2015 ja auch auf einem E-Bike wieder mit dem Training angefangen."

Diese Verpflichtungen abseits des Sports und die Nachwirkungen des Pfeifferschen Drüsenfiebers, das Wagenknecht im vergangenen Jahr fast komplett außer Gefecht setzte, sind die Gründe für den Rückzug aus dem Team. "Es wurde alles einfach zu viel. Das kannst du nicht alles abdecken. Und mein Fitnesslevel ist nicht mehr wie vor der Krankheit. Es gibt immer noch Auf und Abs, die kommen nur in immer größeren Abständen", sagt der Plauener.

Die Freiheit, künftig zum Großteil selbst entscheiden zu können, bei welchen Rennen er startet, kommt André Wagenknecht auch privat sehr entgegen. In wenigen Wochen wird er zum ersten Mal Vater. Dass er von März bis Oktober trotzdem oft an den Wochenenden unterwegs sein wird, bereitet ihm derzeit kein Kopfzerbrechen: "In unserem Sport ist es ja keine Seltenheit, dass die ganze Familie dabei ist. Und da meine Frau selbst auch Rennen gefahren ist, weiß sie, wo es sich lohnt, dabei zu sein."

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