Mylauern fehlt eine volle Eissaison

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Die Eisschnellläufer des TSV Vorwärts sind einer der Erfolgsgaranten im vogtländischen Sport. Für die Zukunft plagen die Verantwortlichen große Sorgen.

Mylau.

Beim Blick auf das Foto von Sohn Jacob und dessen Vereinskamerad Benjamin Derksen schwingt bei Steffi Seifert viel Wehmut mit. Die Aufnahme, die beim Finale des Deutschen Junioren-Cups am ersten Märzwochenende 2020 in Inzell entstand, ist ein trauriges Symbol für die Mylauer Eisschnellläufer. "Das war das letzte Mal, dass wir tolle Wettkampfergebnisse bejubeln konnten. Neben dem Sieg von Benjamin und Jacobs drittem Platz war Manuel Zähringer zeitgleich beim Viking Race in Heerenveen. Mit Platz 5 hatte auch er ein Topresultat vorzuweisen", erinnert sich die kommissarische Abteilungsleiterin der Mylauer. Damals hätte sich keiner vorstellen können, dass bis heute fast kein weiterer Eiswettkampf für die Eisschnellläufer aus dem Vogtland dazukommt. Nur beim Trainingslager Ende Oktober in Inzell konnten die älteren Sportler ein Testrennen über 500 Meter laufen.

Nachdem die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie die Mylauer im vergangenen Frühjahr nur leicht trafen und sie über den Sommer gut trainieren konnten, steht das Vereinsleben seit vier Monaten fast komplett still. "Wir sind sehr froh, dass wir im Oktober noch unser Trainingslager in Inzell durchgezogen haben. So standen die Kinder wenigstens einmal in dieser Saison auf dem Eis", sagt Steffi Seifert. Ein kleiner Teil der Mylauer Eisschnellläufer kann derzeit aufgrund der Einstufung als Kadersportler in Crimmitschau die Schlittschuhe schnüren. Die eine Einheit pro Woche ist aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein und bringt für die Zukunft wenig. "Die Kinder sollen einfach ein bisschen Eisgefühl bekommen. Nach der langen Pause hat man deutlich gesehen, dass das fehlt", sagt der Mylauer Trainer Reiner Roth. Auch wenn er in den vergangenen Monaten versucht hat, für die Sportler Trainingsempfehlungen im Athletikbereich zu geben, sieht er für die nahe Zukunft viel Arbeit auf den Verein zukommen: "Wir werden lange daran zu knabbern haben, gerade bei den Sportlern, die technisch noch nicht so sicher sind. Jede Altersklasse entwickelt sich ja über die Wintermonate weiter. Jetzt aber fehlt uns eine volle Eissaison."

Was Steffi Seifert nicht nur mit Blick auf ihren eigenen Verein Sorgen macht und auch ärgert, ist die unterschiedliche Situation im deutschen Eisschnelllauf. Vor allem im bayerischen Inzell lief der Trainings- und Wettkampfbetrieb in den vergangenen Monaten für die älteren Nachwuchssportler fast uneingeschränkt weiter: "Unsere sächsischen Sportler konnten nicht mal gemeinsam joggen gehen, geschweige denn aufs Eis. Wie sollen sie den Trainingsrückstand jemals wieder aufholen?"

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