Nach 0:5-Klatsche: Der Trainer differenziert statt draufzuhauen

Fußball-Regionalliga: Sven Köhler vom VfB Auerbach will morgen ein anderes Gesicht seiner Mannschaft sehen

Auerbach.

Die Regionalliga-Fußballer des VfB Auerbach sind zum Ende der Hinrunde auf Platz 14 abgerutscht. Die Fans beschäftigt vor allem die 0:5-Niederlage am vergangenen Samstag in Babelsberg. Vor dem schweren Rückrundenauftakt morgen, 13.30 Uhr beim Tabellenelften BFC Dynamo hat sich Monty Gräßler mit VfB-Trainer Sven Köhler unterhalten.

Freie Presse: Herr Köhler, man hört, dass Sie in der Kabine ab und zu schon mal lauter werden. Aber mal ehrlich: Nach einem 0:5 bringt Draufhauen nichts, oder?

Sven Köhler: Nein. So blöd es vielleicht klingen mag, aber man muss das Spiel in Babelsberg differenziert sehen. Wenn wir vor dem 0:4 in der 83. Minute auf den Anschlusstreffer drängen, ist das grundsätzlich erst einmal ein gutes Zeichen, weil die Mannschaft wirklich immer etwas bewegen will. In der Gesamtheit haben wir uns etwas zu naiv angestellt und zu viele Fehler gemacht. Aber ich würde nur draufhauen, wenn die Bereitschaft nicht stimmt. Die hat aber gestimmt.

Es waren in der Mehrzahl einfache Fehler, die in den vergangenen drei Spielen zu insgesamt elf Gegentoren geführt haben. Und jetzt fehlt beim BFC mit Felix Lietz auch noch ein Innenverteidiger mit Gelbsperre. Das ist schon ein Problem, oder?

Wenn in der letzten Reihe jemand ausfällt, ist das immer ungünstig. Wir haben aber in der Kette zuletzt schon öfter wechseln müssen. Von daher geht es eher darum, dass die gesamte Mannschaft den Gedanken verinnerlicht, mit nach hinten arbeiten zu müssen. Wir versuchen ja immer, nach vorn unsere Aktionen zu setzen, aber die Jungs müssen umso mehr wissen, dass es darauf ankommt, wenig zuzulassen.

Ist es dann angesichts der vielen Gegentore zuletzt nicht auch eine Überlegung wert, einen Tick defensiver ins Spiel zu gehen?

Na klar, da gibt es gar keine Frage, das ist die Basis. Wir haben jetzt mit dem BFC und nächste Woche mit Erfurt zwei Mannschaften vor der Brust, die uns fordern werden. Da ergibt es sich automatisch, etwas tiefer zu stehen, um eine stabile Defensive aufzustellen. Aber nochmal: Wir haben zum Beispiel das 0:1 in Babelsberg nicht kassiert, weil wir ungeordnet auf den Ball gestürzt sind, sondern wegen eines Stellungsfehlers. Wir müssen einfach versuchen, die Fehler zu minimieren.

Okay. Das lässt sich aber wahrscheinlich schwer trainieren.

Wir haben uns die Situationen in dieser Woche nochmal angeschaut und versucht, die Jungs zu sensibilisieren und in den Trainingseinheiten darauf zu achten, sich untereinander zu helfen. Fehler passieren im Fußball, es kommt dann darauf an, dass der Nebenmann das möglichst noch ausbügeln kann.

In Babelsberg hat das nicht funktioniert. So kam ein Ergebnis zustande, dass die insgesamt gar nicht so schlechte Hinrunde doch ein Stück weit trübt, oder?

Ja. Das war zum einen schade, weil ich sage, dass nicht das ganze Spiel schlecht war. Und dazu kommt halt, dass wir zuvor mit unseren ordentlichen Spielen zu wenig Punkte geholt haben. So stecken wir in einer schwierigen Situation, von der alle beim VfB und im Umfeld aber wussten, dass es sie im Saisonverlauf geben kann und dass auch mal so ein Ergebnis passieren kann.

Gegen den BFC hat Auerbach seit zwei Jahren nicht mehr gewonnen. Und im Heimspiel gegen Erfurt in einer Woche sind die Rollen auch klar verteilt. Ist es für den VfB vielleicht sogar ein Vorteil, dass kaum einer Auerbach jetzt etwas zutraut?

Es werden zwei schwere Spiele für uns, aber die Ergebnisse zeigen jede Woche, dass in dieser Regionalliga alles möglich ist. Die Mannschaft ist ehrgeizig genug, um ein anderes Gesicht als vergangene Woche zu zeigen. Das ist natürlich verbunden mit der Hoffnung, dass dabei auch was für uns rauskommt. Wir werden bis zur Winterpause alle Kräfte zusammennehmen und nochmal alles geben.

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