Nach Trainertagung im Vogtland: Kegler halten an WM-Plänen fest

Aufgrund der Coronakrise stand zuletzt ein Fragezeichen hinter dem sport- lichen Höhepunkt 2021 in Plauen. Dass alles klappt, dafür legen sich auch die Handballer des HC Einheit ins Zeug.

Mehltheuer.

Bis Ende Juni hatten sich die Kegler der SG Grün-Weiß Mehltheuer Bedenkzeit gegeben, jetzt ist klar: Der Verein hält an der Ausrichtung der Kegel-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Plauen fest. Nach fast vier Jahren Vorbereitungszeit - 2016 begannen die Vogtländer mit den Arbeiten für die Bewerbung, 2017 gab es den offiziellen Zuschlag vom Weltverband - stellte der Beginn der Coronakrise die Organisatoren im Frühjahr vor ein Problem. Sollte der Verein weiter planen, auch wenn kaum absehbar ist, wie Sportgroßveranstaltungen 2021 durchgeführt werden können?

Die Frage haben die Verantwortlichen nun für sich mit ja beantwortet. Den Ausschlag gab unter anderem die positive Reaktion von Ministerpräsident Michael Kretschmer. Ihn machte der Verein Anfang Juni bei einem Termin im Vogtland auf die Situation aufmerksam. "Er hat uns Mut gemacht und versprochen, mit den Kollegen im Innenministerium über die beantragte Förderung und deren wohlwollende Prüfung zu sprechen", sagt Stefan Krause, der sich bei der SG Grün-Weiß Mehltheuer um die Pressearbeit kümmert. Vor allem die Finanzen machen dem Verein durch Corona Sorgen. Ein Großteil der WM-Kosten soll durch Zuschauereinnahmen gedeckt werden. Wären Besucher nicht erlaubt, könnte das für die Mehltheuerer existenzbedrohend werden. Den Gesamtverein, der aktuell laut Stefan Krause gut dasteht, für die WM zu riskieren, das wollen die Verantwortlichen auf keinen Fall.

Auch wenn die Vogtländer aktuell noch nichts Schriftliches vorliegen haben, treiben sie die Planungen intensiv voran. Derzeit holen sie sich zum Beispiel Angebote für den Aufbau einer zusätzlichen Tribüne in der Plauener Einheit-Arena ein. "Die Kalkulation des ersten Anbieters liegt unter der von uns gedachten. Das ist schon einmal gut", so Krause. Für Dinge wie die Gestaltung und den Druck der Plakate sowie weiterer Werbung holt sich der Verein Partner ins Boot, um das finanzielle Risiko nicht allein tragen zu müssen. Sehr gut läuft auch die Zusammenarbeit mit dem HC Einheit Plauen. Der kann die von ihm bewirtschaftete Sporthalle an der Wieprechtstraße durch die WM zeitweise nicht nutzen. Ursprünglich wäre das kaum ein Problem gewesen, da die Handballsaison normalerweise Mitte Mai endet. Aufgrund von Corona beginnt die Spielzeit 2020/21 aber später als sonst. Mit 17 Mannschaften ist die Mitteldeutsche Oberliga zudem um drei Teams aufgestockt und soll bis Mitte Juni spielen. "Wir haben jetzt besprochen, dass wir mit dem Aufbau einen Tag später beginnen, sodass Einheit zumindest ein weiteres Heimspiel bestreiten kann. Im Gegenzug hilft uns der Verein beim Aufbau", erzählt Stefan Krause.

Viel Zuspruch gab es für die Verantwortlichen vor wenigen Tagen auch vom Deutschen Keglerbund Classic. Der führt seine Trainerratstagung traditionell in der Region des Ausrichters durch, wenn die WM im eigenen Land stattfindet. Diesmal fiel die Wahl auf das Landhotel Alt-Jocketa. "Es kommt als Quartier für die Nationalmannschaft auf jeden Fall in die engere Auswahl", sagt Martin Herold. Der gebürtige Reichenbacher, der seit vielen Jahren in Fraureuth bei Zwickau lebt, ist Co-Trainer der deutschen Männer. Gemeinsam mit Nationalcoach Timo Hoffmann sowie Cheftrainer Günther Doleschel sieht er den WM-Titel für das Männerteam als großes Ziel für 2021. "Schön wäre es natürlich, mit Frauen und Männern die Spitze des Treppchens zu erreichen. WM-Titel im eigenen Land zu holen, das wäre ein ganz großes Erlebnis", betont Günther Doleschel. Die Trainer setzen bei dem Vorhaben im nächsten Jahr auch auf die Unterstützung der Zuschauer. "Die Halle in Plauen ist optimal geeignet für eine Weltmeisterschaft. Es ist alles sehr nah beieinander und da entsteht mit Sicherheit eine gute Stimmung", so Hoffmann.

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