Nächster Favorit geht baden

Punktgleich beenden der HC Einheit Plauen und der SV 04 Oberlosa die Hinrunde in der Handball-Oberliga. Gute Stimmung herrscht aber nur bei einem Verein.

Plauen.

Der HC Einheit Plauen mausert sich in der Mitteldeutschen Handball-Oberliga zum Favoritenschreck. Am Samstag schickte der vermeintliche Abstiegskandidat den Tabellendritten HSV Bad Blankenburg geschlagen heim nach Thüringen. Dagegen verlor der SV04 Oberlosa beim Vierten, der HG Köthen, weil er viel zu viele Chancen versiebte. Am Ende der Hinrunde liegen beide Plauener Vereine mit 12:14 Zählern gleichauf - für Oberlosa eine enttäuschende Ausbeute, während man bei Einheit damit gut leben kann, wenngleich der Abstand zu den Abstiegsplätzen für die halbe Liga hauchdünn ist.

HC Einheit Plauen - HSV Bad Blankenburg 28:25 (16:10): Nach dem Sieg im September gegen den aktuellen Tabellenführer Delitzsch musste am Samstag ein weiterer Titelkandidat beim HC Einheit Federn lassen. In einem sehenswerten, gutklassigen Oberligaspiel dominierten die Plauener vor etwa 450 Besuchern mit einer starken Leistung über ein couragiert auftretendes Gästeteam. Der Treffer zum 1:1 in der 2. Minute durch den ehemaligen Einheit-Spieler Beketov war der einzige statistische Lichtblick bei den Gästen. Danach führte nur noch Plauen. "Glückwunsch an Einheit zum verdienten Sieg. Wir waren in der ersten Halbzeit zu lieb, unser Angriffsspiel und die Chancenverwertung waren zu schwach", sagte der enttäuschte HSV-Trainer Igor Ardan. Einheit Trainer Vasile Sajenev: "Ein Kompliment ans Team für die kämpferische Einstellung. Wir waren heute eine Einheit. Mit Konsequenz haben wir Ballgewinne aus der Abwehr zu Toren genutzt. Wir wussten schon, dass es in der zweiten Halbzeit schwerer wird. Ein besonderer Dank an meinem Trainerkollegen Jan Richter, der wieder für unseren verletzten Spieler Broz mitspielen musste und auch an unseren überragenden Torhüter Pour." Der siebenfache Torschütze Krüger und Burda, der achtmal traf, sorgten nach dem 1:1 für die frühe 4:1-Führung. Die Bad Blankenburger scheiterten immer wieder am großartig reagierenden Torhüter Pour. Einheit behauptete den Drei-Tore-Vorsprung bis zum 12:9 (25. Minute). Danach trafen der siebenfache Torschütze Pecek (2) und Burda (2) zum beruhigenden 16:10-Pausenstand. Nach Wiederbeginn kamen die Gäste besser ins Spiel und verkürzten auf 21:19 (45.). Das Spiel drohte zu kippen. Doch die Plauener reagierten eiskalt. Burda, Pecek (2), Dolak und Krüger sorgten mit dem 26:21 für die Vorentscheidung (55.). Nach zwei Treffern vom siebenfachen Torschützen Werner zum 26:23 keimte beim HSV noch Hoffnung auf, doch das Tor von Pecek zum 27:23 (57.) war der Knockout für den Favoriten. Das begeisterte Plauener Publikum feierte euphorisch eine Topleistung ihrer Mannschaft.

Einheit: Pour, Misar - Corda, Kies, Model, Gemeinhardt, Richter (2 Tore), Krüger (7), Burda (8), Höpner, Sbiral (2), Danowski (1), Pecek (7), Dolak (1)

HG Köthen - SV 04 Oberlosa 24:20 (10:9): Mit hängenden Köpfen saßen die Oberlosaer nach hart umkämpften 60 Minuten in der Köthener Halle. Keiner begriff so recht , wie man dieses Spiel verlieren konnte. Oberlosa startete wie die Feuerwehr. Eine bissige Abwehr und der glänzend aufgelegte Carsten Klaus im Tor legten den Grundstein für eine 5:1-Führung. In der Folge ließen die Plauener vier hochkarätige Chancen liegen. HG-Keeper Christian Kanzler war heiß gelaufen und ließ die Vogtländer verzweifeln. Statt einer noch deutlicheren Führung kamen die Köthener besser ins Spiel und glichen zum 5:5 aus. Fortan war es ein Spiel auf Augenhöhe, im Gleichschritt ging es bis zum 9:9 weiter. Mit der Ssirene verwandelte der treffsichere Just einen Strafwurf zur 10:9-Pausenführung für die Hausherren. Im zweiten Abschnitt war Köthen die spielbestimmende Mannschaft. Oberlosa vergab eine Unzahl an klaren Chancen, scheiterte immer wieder am Köthener Schlussmann. Der hatte am Ende der Partie eine Quote von mehr als 50 Prozent gehaltener Bälle und wurde so zum Matchwinner. Einsatz und Kampfgeist stimmten einmal mehr bei den Oberlosaern, allerdings gewinnt man mit dieser Wurfquote in der Oberliga kein Spiel. Beim 21:19 etwa vier Minuten vor Ultimo keimte noch einmal Hoffnung auf, allerdings machten die Hausherren die per Doppelschlag zunichte. "Nutzen wir nur ein Drittel unserer vergebenen Hochkaräter, gehen wir als Sieger aus der Halle. Diese Niederlage ist so unnötig wie ein Kropf. Keine Frage, am 21. Dezember in Jena stehen wir jetzt unter Druck", resümierte Co-Trainer Richard Wander.

Oberlosa: Klaus, Flämig - Kveton (1), Wetzel (5/ davon 1 Siebenmeter), Weikert, Roth (4/4), Trommer-Ernst, Mertig (3), Richter (2), Duschek, Hertel (4), Kolomaznik, Multhauf (1), Rahn

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