Neuer Vorstand hat viel Arbeit vor sich

Beim VFC Plauen ist wieder einmal alles auf Null gestellt. Der Auftakt in der Fußball-Oberliga ging gründlich daneben.

Plauen.

Neustart war am Wochenende beim VFC Plauen angesagt, und das gleich auf zwei Ebenen: organisatorisch und sportlich. Am Freitagabend wurde auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Hotel Alexandra ein neuer Vorstand gewählt, am Sonntag folgte das erste Saisonspiel in der Fußball-Oberliga im Vogtlandstadion, das gegen den FC Einheit Rudolstadt 0:4 (0:2) verloren ging.

Die Neuwahl war notwendig geworden, da der bisherige Vorstand um Präsident Ulrich Fischer Anfang Juli nach vier Monaten im Amt heillos zerstritten zurückgetreten war. Ein Notvorstand unter Leitung von Rechtsanwalt Herbert Posner hatte seitdem die Geschicke des Vereins geleitet. Ihm folgen nun Thomas Fritzlar als neuer Vorsitzender sowie Eric Holtschke als dessen Stellvertreter, Petra Dick und Frank Günther nach, die am Freitag von der Mehrheit der anwesenden 110Mitglieder gewählt wurden. Sechs Kandidaten hatten sich laut einer Pressemitteilung des Vereins ursprünglich zur Wahl gestellt. Während Mathias Richter nicht genügend Stimmen auf sich vereinigen konnte, habe Ronny Kamprad im Vorfeld seine Kandidatur zurückgezogen.

Ganz ohne Nebengeräusche bleibt die Neuwahl wohl nicht. Wie Mathias Richter in einem Schreiben an die "Freie Presse" mitteilt, wäre Ronny Kamprad nicht freiwillig von seiner Kandidatur zurückgetreten, sondern er sei vom sportlichen Leiter Frank Günther im Vorfeld der Versammlung dazu gedrängt worden. Das habe dieser auch bei Richter versucht, allerdings ohne Erfolg.

Welch immense Arbeit allein im sportlichen Bereich auf den neuen Vorstand zukommt, bekam er am Sonntag vorgeführt. Beim 0:4 gegen den FC Einheit Rudolstadt wurde deutlich, dass der Fußball-Oberligist nur dann in der fünften Liga weiterspielen wird, wenn er ganz schnell die Kurve kriegt.

Der VFC startete gut, kam zu zwei Eckbällen und hatte die Riesenchance zur Führung. Allerdings scheiterte Botond Bach (13.), der allein aufs Rudolstädter Tor zulief, an Gästeschlussmann Adam Marczuk. So lagen in Spielminute 18 urplötzlich die Thüringer vorn. Nils Halbauer stand auf halbrechter Position frei und schlenzte das Leder traumhaft ins linke Eck zum 0:1. Die große Möglichkeit zum 1:1-Ausgleich vereitelte Einheit-Torhüter Adam Marczuk, der ein Knallbonbon des Plaueners Tim Limmer (22.) zur Ecke entschärfte. Die Gäste schlugen dagegen wiederum eiskalt zu. Am linken Flügel genoss Marco Riemer (35.) zuviel Freiheit. Der Rudolstädter Kapitän schlenzte den Ball gefühlvoll ins Eck zum 0:2. Einheit-Trainer Jan Gründig räumte im Nachgang ein, dass dieses Ergebnis nicht dem Spielverlauf entsprach. "Es ist eine Qualitätsfrage, ob ich meine Chancen in Tore ummünze." Und weil der VFC nach dem Seitenwechsel sogar das Spiel an sich riss und es auf 9:1 Ecken brachte, darf man den Rudolstädtern Raffinesse bescheinigen.

Der neue VFC-Vereinsvorsitzende Thomas Fritzlar stellte fest: "Unsere Mannschaft hat nach dem 0:2-Pausenrückstand alles probiert. Aber es kam nichts dabei heraus."

Das hatte gleich vier Gründe. Zum einen fehlten dem VFC die Ideen. Das lag nicht an der Kraft, sondern am vorgetragenen Stückwerk. Als die Plauener nachließen, machte Rudolstadt den Deckel drauf. In diesem Moment war es dann eine Kraftfrage. Die Gäste konnten aus dem Vollen schöpfen und brachten zwei Joker, die beide mit einem Tor zustachen. Die Tore von Tim Rühling (80.) und Tomasz Serweta (87.) brachten den Thüringern nach dem ersten Spieltag die Tabellenführung ein.

Der VFC konnte nominell nicht gegenhalten. Die Mannschaft hatte sich angesichts von nur 14 einsatzfähigen Spielern von allein aufgestellt. Grund Nummer 4 für die Niederlage: Die Plauener ließen alle Großchancen ungenutzt. VFC-Regisseur Aleksandrs Guzlajevs (81.) scheiterte sogar per Strafstoß, nachdem er selbst gefoult wurde. An Torwart Adam Marczuk und der Abgeklärtheit der Gäste biss sich der VFC die Zähne aus.

VFC-Trainer Falk Schindler hofft nun am Samstag (Anstoß 12 Uhr) beim FC Eilenburg, dass er dann ein paar mehr Leute zur Verfügung hat. "Wir müssen zugleich gnadenlos an unserer Fitness arbeiten. Wir haben noch einiges an Trainingsrückstand."

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