Neumarkerin ist Sachsens Königin

Luisa Strobel sorgt als junge Sportschützin sachsenweit für Aufsehen. Sie ist die Vogtland- sportlerin der Woche.

Reichenbach.

Mit ihren 16 Jahren zählt Luisa Strobel noch zu den jungen Sportlerinnen. Ihre Erfolge können sich jedoch sehen lassen. Im vergangenen Jahr wurde sie zum zweiten Mal Jugendschützenkönigin ihres Vereins, der Privilegierte Bürgerschützengesellschaft zu Reichenbach. Es folgten die Titel Kreisjugendschützenkönigin und Jugendschützenkönigin des Landes Sachsen. Mit ihrem Schießergebnis hätte sie sowohl im Kreis als auch im Land sogar in der Schützenklasse gewonnen. Keine der Erwachsenen hatte ein besseres Resultat erzielt.

Beim Sächsischen Landesschützentag im April in Burgstädt wurde Luisa als Landessjugendschützenkönig geehrt und erhielt die Fahrkarte zum Bundesjugendkönigsschießen im Juli in Köln-Deutz. Dort war ihr das Glück nicht hold. Vier Teilnehmer hatten bei den 20 Schuss mit dem Luftgewehr aus zehn Metern Entfernung einen annähernd gleichen Schuss in der Mitte der Scheibe erzielt. Am Ende entschieden Tausendstel über die Platzierung, und Luisa landete auf dem undankbaren vierten Platz.

"Ein Haar ist dick gegen diese Abweichung", sagt Frank Krause vom Vereinsvorstand zu Luisas Resultat. Und was meint sie selbst? "Es ist ein bisschen ärgerlich. Ich war aber auch ganz schön aufgeregt." Dabei sei das Bundeskönigsschießen deutlich einfacher als die Vereinsmeisterschaft gewesen, denn dort darf sie nur einen einzigen Schuss abgeben, und der muss passen. Beim Bundeswettbewerb hingegen wurde der beste Treffer von 20 gewertet.

Den Titelkampf um den Jugendschützenkönig hat sie erst einmal ad acta gelegt, denn dieses Jahr konnte sie sich nicht durchsetzen. Dafür stehen andere sportliche Herausforderungen vor ihr. Luisa Strobel tritt in der Landesliga an. Bei verschiedenen Wettbewerben konnte sie ihr Können bereits unter Beweis stellen. Gemeinsam mit Jonas Schubert und Constantin Weber errang sie den dritten Platz der Mannschaftswertung bei den Landesmeisterschaften im Luftgewehr. "Bei sehr großen Wettbewerben liege ich meist gut im Mittelfeld. Gegen Deutsche Meister hat man kaum Chancen, aber es sind noch Verbesserungen möglich", sagt sie zuversichtlich.

Luisa kam eher zufällig zum Schießsport. Beim ersten Bürgerkönigsschießen des Schützenvereins anlässlich des Jubiläums 800 Jahre Stadt Reichenbach im Jahr 2012 war sie überraschend Königin geworden. Die damals Zwölfjährige hatte sich mit einem Reichenbacher ein Stechen im Armbrustschießen geliefert und war am Ende drei Millimeter besser. Ihren Vater Holger Strobel verwies sie damals auf den dritten Platz. Die Schützen hatten sie daraufhin zum Schnuppertraining eingeladen, und sie blieb dabei. Luisa Strobel besucht das Berufliche Schulzentrum Werdau und will dort ihr Abitur mit Fachrichtung Wirtschaft ablegen. Zweimal pro Woche trainiert sie am Schießstand Am Walkholz in Reichenbach.

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