Nichts Zählbares trotz großem Kampf

In der Mitteldeutschen Handball-Oberliga wartet der HC Einheit Plauen weiter auf den ersten Sieg. Oberlosa hingegen gewann zum dritten Mal in Folge.

Plauen.

Die beiden Plauener Vertreter in der Mitteldeutschen Handball-Oberliga starteten beim Unentschieden am ersten Spieltag im Derby auf Augenhöhe in die Saison. Danach ging es für Einheit Plauen steil bergab, während es beim SV 04 Oberlosa wie am Schnürchen läuft. Der HC Einheit verlor am Wochenende sein Heimspiel gegen den Spitzenreiter, Oberlosa gewann das Topspiel in Aschersleben. Damit rutscht der HCE auf den letzten Platz, während der SV04 den 2. Tabellenplatz behaupten.

HC Einheit Plauen - HSV Bad Blankenburg 27:33 (11:18): Der HC Einheit Plauen verlor vor etwa 200 Besuchern in der Einheit-Arena auch das zweite Heimspiel der Saison. Die Rot-Weißen sind auf den letzten Tabellenplatz abgerutscht. "Mit einer Topleistung sind wir in der Lage, Bad Blankenburg zu schlagen", hatte Einheit Trainer Jan Richter Tage vor dem Spiel gesagt. Davon waren die Plauener allerdings weit entfernt. Konsequent zupackend in der Abwehr, kombinationssicher im Offensivspiel und mit einem bis zum Ende durchgezogenen Angriffskonzept mit sieben Feldspielern agierten die Gäste. "Die haben das noch nicht gespielt. Für uns war das sehr überraschend", sagte Einheit-Trainer Jan Richter. "Wir unterlagen dem besten Oberligateam. Für uns war aber mehr drin. Wenn du öfter das leere Tor nicht triffst, dann leidet auch die Psyche. Du zweifelst und scheiterst dann bei anderen Würfen."

Der kämpferische Einsatz der Plauener ist erneut zu loben. Bis zum Spielende hat das Team alles gegeben. Doch damit allein gewinnt man keine Punkte. Viel zu hoch die Fehlerquote bei Zuspielen und Abschlüssen. Besonderes Kopfschütteln unter den Besuchern gab es nach den sechs Würfen, die das leere Gästetor verfehlten.

Bad Blankenburg startete furios und führte 5:1 (5.). Nach je zwei Treffern von Multhauf, Krüger und Fort zum 7:10 (15.) gab es im Einheit-Lager wieder Hoffnung. Mit harter Deckung und steter Wachsamkeit bestrafte Bad Blankenburg aber die zahlreichen Fehler und baute die Führung zum 18:11 zur Pause aus.

Einheit mühte sich in der zweiten Halbzeit, sodass immer wieder Hoffnung und ein wenig Stimmung unter den Zuschauern aufkeimte. Doch spätestens beim 23:28 (54.) durch den ehemaligen Einheit-Spieler Beketov war auch dem Letzten klar, dass Bad Blankenburg die Einheit-Arena als Sieger verlassen wird.

HCE: Pour, Misar - Kveton (4), Model, Gemeinhardt (1), Krüger (6), Fort (4), Roth (1), Multhauf (5/1), Zbiral (6), Dolak, Schmidt. HC Aschersleben - SV 04 Oberlosa 21:25 (9:13): Der SV 04 Oberlosa hat am Samstagabend beim HC Aschersleben mit 25:21 gewonnen. Die Oberlosaer feierten dabei einen souveränen Start-Ziel-Sieg.

Vor 237 Zuschauern in Aschersleben entwickelte sich eine zähe und torarme Partie. Louis Hertel erzielte den ersten Treffer der Partie, Philip Trommer-Ernst legte zum 2:0 nach, gespielt waren da schon neun Minuten. Den Gastgebern gelang der erste Treffer erst nach elf Minuten zum 1:3. Dank einer erneut hervorragenden Abwehrleistung und eines gut aufgelegten Keepers Carsten Klaus bestimmte Oberlosa das Geschehen. Insbesondere der an diesem Tag beste Oberlosaer Werfer Louis Hertel war in der ersten Halbzeit kaum zu bremsen und erzielte mit seinem sechsten Treffer den 11:6-Zwischenstand. Eine Sekunde vor dem Pausenpfiff machte Dziugas Jusys den 13:9-Halbzeitstand perfekt.

Nach dem Seitenwechsel blieben die Schwarz-Gelben klar Chef im Ring. Ladislav Brykner zum 15:10 und Moritz Rahn zum 19:12 ließen den Vorsprung immer weiter anwachsen. Bei den Hausherren machte sich Frust breit, Jens Schmidt kassierte zehn Minuten vor Schluss nach hartem Einsteigen eine Rote Karte. Beim 24:19 etwa drei Minuten vor Schluss kam es zu einem unrühmlichen Höhepunkt. Ascherslebens Pit Seifert stieg derart brutal gegen Ladislav Brykner ein, dass die Unparteiischen neben der Roten auch noch die Blaue Karte (Spielsperre) zücken mussten. Allerdings ließ sich Brykner dazu hinreißen, dem Kontrahenten den "Vogel" zu zeigen, was auch dem Oberlosaer nach der Blauen Karte eine Sperre einbringt. Am souveränen Erfolg änderten allerdings auch diese Scharmützel nichts. Mit nunmehr 7:1 Punkten behaupten die Vogtländer den zweiten Tabellenplatz.

Co-Trainer Richard Wander zeigte sich nach dem Spiel zufrieden. "Wir haben unsere zuletzt starken Defensivleistungen auch heute wieder auf das Parkett gebracht. Im Angriff waren wir geduldig und haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. Auch als der Gastgeber die Partie mit zunehmender Härte drehen wollte, haben wir konsequent dagegengehalten und aus meiner Sicht hochverdient gewonnen".

Oberlosa: Klaus, Raupach; Jusys (2), Wetzel (1), Roth (2), Skalda (3/2), Trommer-Ernst (3), Brykner (3), Richter, Duschek, Hertel (7), Kolomaznik, Rahn (3), Naumann (1)

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.