Oberlosa besiegt Tabellenführer

Die Plauener Handballer haben das Spitzenspiel der Oberliga gegen den HC Elbflorenz in der Abwehr gewonnen. Und im Angriff des SV 04 ragte ausgerechnet ein Dresdner heraus.

Plauen.

Jetzt gibt es kein zurück mehr: Der SV 04 Oberlosa befindet sich nach dem fulminanten 28:23-Heimsieg (12:10) gegen den HC Elbflorenz Dresden II im Aufstiegskampf. Denn die Plauener Handballer sind nun mit dem aktuellen Spitzenreiter der Mitteldeutschen Oberliga gleichgezogen. Damit wird es zu Beginn der Rückrunde noch spannender. Doch SV-Kapitän Carsten Klaus warnt: "Unser Saisonziel hieß im Sommer noch Platz drei. Wer in dieser Liga den großen Mund hat, bekommt von den Gegnern gnadenlos auf die Gusche." Drei Trainer-Entlassungen hat es in der Oberliga bereits gegeben. Der Druck in den Vereinen ist immens.

Um es ganz kurz zu machen: Im Oberliga-Gipfeltreffen vor 625 Zuschauern zog die beste Abwehr der Liga dem erfolgreichsten Angriff immer wieder den Zahn. "Wir haben im ersten Durchgang nur zehn Gegentore kassiert. Das hat die Dresdner sicherlich ziemlich genervt, dass sie nicht wie gewohnt durchkamen", freute sich Petr Hazl über die Abwehrarbeit seiner homogen auftretenden Mannschaft. Weil die Gäste nicht ganz in Bestbesetzung antreten konnten, jammerte HC-Trainer Rico Göde in der Pressekonferenz. Ihm war offenkundig entgangen, dass Oberlosa auf vier Spieler verzichten musste und mit Florian Wokan ein 19-jähriges Eigengewächs sein Oberliga-Debüt feierte.

Bis zur 25. Minute (9:9) pendelte die Führung zwischen Plauen und Dresden hin und her. Doch die Oberlosaer hatten offenkundig die richtigen Erkenntnisse gewonnen aus den Gäste-Angriffen. So gelang dem HC Elbflorenz II nach dem Treffer des Ex-Plaueners Christoph Hagen Märtner zum 5:7 (14.) nur noch ganz wenig. "Wir sind ein Bollwerk geworden", lachten Torsten Wetzel und Marc Multhauf, die mit jeweils sechs erzielten Treffern glänzten.

Zum Sieg "schoss" jedoch ein Dresdner die Plauener: Denny Mertig! Der 33-jährige Rechtsaußen lebt schon seit Ewigkeiten in der Landeshauptstadt und fand wie seine Kameraden immer wieder die Lücke. Sieben Treffer steuerte der Routinier bei und freute sich: "Wir haben im Angriff dafür gesorgt, dass Dresden letztlich nur dreimal bis auf ein Tor herankam. Mehr haben wir heute nicht zugelassen."

Weil die Gäste angesichts der drohenden Niederlage etwas über die Stränge schlugen, tobten die Plauener Fans. Louis Hertel verletzte sich nach einem Foul von Steve Marschall (60./Rote Karte) am Knie. In einer bis dahin recht fairen Partie hatte zuvor der Plauener Andreas Weikert (56./Rote Karte drei Zeitstrafen) bereits das Feld verlassen müssen. Fazit: Es war ein verdienter Sieg der Plauener. Und die Antwort des SV 04 Oberlosa auf die erste Saisonniederlage in der Vorwoche konnte sich sehen lassen.

Statistik Oberlosa: Klaus, Flämig; Wetzel (6 Tore), Weikert (2), Roth (1), Englert, Carsten Märtner, Trommer-Ernst, Wokan, Mertig (7/ davon 2 Siebenmeter), Richter (3), Hertel, Kolomaznik (3), Multhauf (6).

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