Oberlosa zeigt Einheit die Grenzen auf

Zur erwartet einseitigen Angelegenheit ist das Plauener Handballderby geworden. 907 Zuschauer sorgten in der Helbig-Halle für tolle Stimmung.

Plauen.

Das Handball-Derby der Mitteldeutschen Oberliga zwischen dem SV 04 Oberlosa und dem HC Einheit Plauen ging am Samstag in der Kurt-Helbig-Halle 31:22 (16:8) zu Ende. Und es war ruckzuck entschieden. Einheit-Rückraumschütze Pascal Wolf war enttäuscht: "Wenn ich in so einem Spiel die ganze Anfangsphase verschlafe, bin ich chancenlos." Erst, als Maximilian Krüger, Moritz Rahn und der eingewechselte Pascal Wolf an den Ketten zerrten, wurde der Tabellenletzte etwas präsenter. "Wir haben im Hinspiel zur Pause hinten gelegen. Das darf euch nicht noch einmal passieren", stellte der Oberlosaer Trainer Petr Hazl in der Kabinenansprache klar. Sein Team hatte er akribisch auf das vermutlich vorerst letzte Stadtderby vorbereitet. Nach sechs Minuten stand es 4:0, nach einer Viertelstunde versenkte Philip Trommer-Ernst einen Tempogegenstoß zum 9:3.

Mit der besten Abwehr der Liga empfing Oberlosa den Einheit-Sturm. Doch nur an der guten Defensivarbeit der Gastgeber allein lag es nicht, dass der SV 04 Oberlosa zur Pause bereits 16:8 führte und nach 44 Minuten das Zwischenresultat auf 23:11 schraubte. Einheit-Kapitän Maximilian Krüger monierte: "Wir vergaben drei Siebenmeter und mindestens vier Alleingänge. So kann man bei einer Spitzenmannschaft nicht auf Augenhöhe kommen." Einheit-Trainer Jan Richter entschuldigte sich dann auch in der Pressekonferenz bei den 907 Zuschauern: "Wir hätten gerne mehr Spektakel geboten. Dieser Gegner aber war für uns eine Nummer zu groß." Es war letztlich eine Machtdemonstration der Schwarz-Gelben, die sich den Luxus erlauben konnten, ihren Torschützenkönig komplett auf die Bank zu setzen. Marc Multhauf, der voriges Jahr vom HC Einheit zum SV 04 Oberlosa gewechselt war, ließ wissen: "Ich war die ganze Woche krank. Und ich bin froh, dass ich nicht spielen musste."

Zwei Sonnenstrahlen sind aus Gästesicht Lichtblicke erwähnenswert: Zum einen feierte mit Gian-Luca Corda ein Plauener Eigengewächs sein Debüt in der Mitteldeutschen Oberliga. Und Einheit-Trainer Jan Richter versprach: "Wir haben uns nicht aufgegeben. Selbst nicht, wenn wir absteigen. Dann greifen wir sofort wieder an in der Sachsenliga."

In die andere Richtung schaut unterdessen der SV 04 Oberlosa: "Ich wünsche mir, dass das nicht das letzte Derby war", stellte der Oberlosaer Paul Richter klar. Zugleich aber kämpft seine Mannschaft weiter um die Meisterschaft und den durchaus möglichen Aufstieg. Trainer Hazl weiß, weshalb sein Team in dieser Saison so gut dasteht. "Wir sind zu Hause eine Macht geworden. Nirgendwo gibt es in Liga 4 solch ein tolles Publikum", stellte der frühere Nationalspieler für sich fest. Die Aussage lässt sich auch mit Zahlen belegen: Die Heimspiele der Oberlosaer besuchten 6212 Zuschauer, was einem Schnitt von 621 Fans pro Begegnung entspricht. Damit ist der SV 04 Spitzenreiter in der Liga. Und zumindest in dieser Statistik zählt auch der HC Einheit zu den Besten: Mit 418 Zuschauern pro Spiel liegt er hinter der HSG Freiberg (571) auf Platz 3.

Statistik Oberlosa: Klaus, Flämig - Kveton (2 Tore), Wetzel (3), Weikert (1), Roth (6), Englert (2), Märtner (1), Trommer-Ernst (5), Mertig, P.Richter (4), Hertel, Kolomaznik (7/davon 3Siebenmeter), Multhauf. HC Einheit: Pour, Misar - Beketov, Corda, Krüger (5/1), Wolf (3), Höpner (2), Werning, Broz (2), Zbiral (4/2), Rahn (2), Danowski (4).

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