Oberlosaer Saisonabschluss sorgt für reichlich Tränen

Emotional ging es am Samstagabend in der Kurt-Helbig-Sporthalle zu. Der 25:24-Sieg im letzten Spiel war der würdige Rahmen für den Abschied eines Trios.

Plauen.

Für Jörg Grüner, Silvio Fuchs und Ulli Dressel lief "Time to say goodbye". Und die 517 Zuschauer fragten sich bereits vor dem letzten Saisonspiel: Wie geht's jetzt weiter beim SV 04 Oberlosa? Eine erste Antwort gab die Mannschaft mit dem 25:24-Heimsieg gegen den SV Hermsdorf. Der war nicht glanzvoll, aber bodenständig. Das passt bei aller Euphorie scheinbar genau zum Profil. Manch einer im Verein war sogar froh, dass die Plauener Handballer am Ende "nur" Sechster in der Mitteldeutschen Oberliga wurden. Damit die Bäume nicht jetzt schon in den Himmel wachsen.

Denny Mertig machte in der Schlussminute das Siegtor und damit den letzten Treffer der Rekordsaison. "Dass wir am Ende nur zwei Punkte weniger haben als der Dritte, das sehe ich nicht als verpasste Chance. Ich denke, das zeigt, was nächste Saison machbar ist", sagte der 31-Jährige, der genau wie alle anderen Spieler - nur Kevin Model verlässt den Verein - bleiben wird.

Die Frage nach der Trainernachfolge ist auch schon beantwortet. Wie die Vereinsspitze rund um Chef Bernd Märtner mitteilte, müssten nur noch letzte Details geklärt werden. Ein Trainerproblem habe der SV 04 trotz der schmerzlichen Verlustes nichts. Die Oberlosaer Verantwortlichen haben demnach wohl nicht nur Ersatz für Coach Jörg Grüner (hört nach neun Jahren auf) sondern auch für Co-Trainer Silvio Fuchs (übernimmt die zweite Mannschaft und die C-Jugend) und Mannschaftsleiter Ulli Dressel (hört auf) gefunden. Laut Aussagen von Bernd Märtner, Finanzvorstand Wilfried Keßler, Manager Rico Michel und Lutz Petzoldt (Geschäftsführer Spielbetriebs GmbH) soll sich der Etat für die Saison 2017/2018 nochmals in einem vernünftigen Rahmen erhöhen, um voranzukommen. Spektakuläre Spielereinkäufe wird es nicht geben. "Die Mannschaft ist gut aufgestellt", sagt Grüner, dessen Nerven im letzten Spiel noch einmal strapaziert wurden. Gegen den Letzten aus Hermsdorf schien Oberlosa bis zum 14:10 alles im Griff zu haben. Doch nach dem 15:15-Halbzeitstand geriet der Gastgeber sogar in Rückstand (16:18, 17:19). Der zurückerkämpften 22:21-Führung folgte der Ritt auf des Messers Schneide.

Am Ende hatte der SV 04 über die gesamte Saison 22 Spieler eingesetzt. Diese Zahl steht für die neue Qualität im Verein. Trotz schwerwiegender Ausfälle kam Oberlosa bei am Ende 31:25 Punkten nur leicht vom Kurs ab. Am Ende sprang so die beste Saison der Vereinsgeschichte heraus.

Statistik

Oberlosa: Klaus, Michalke - Kleinert, Wetzel, Weikert, Peschke (5 Tore/davon 4 Siebenmeter), Englert, Trommer-Ernst, Mertig (2), Gaida (2), Richter (5), Lesak (3), Model (2), Kolomaznik (6/3).


Ulli Dressel: Am Tiefpunkt begonnen und am Höhepunkt aufgehört

Ulli Dressel und Jörg Grüner haben bis 1982 zusammen in der ersten Mannschaft des SV 04 Oberlosa gespielt. Dann trennten sich erst einmal die Wege der beiden "Unzertrennlichen". Doch sie hielten trotz des sportlichen Aufstiegs von Jörg Grüner, der nach Zwickau ging, immer den Kontakt aufrecht. Auch, als sich Ulli Dressel von 2003 bis 2008 aus privaten Gründen aus dem Vereinsleben zurückgezogen hatte, war das so. Als der von beiden geliebte Verein am Tiefpunkt war, gab es für die zwei kein langes Überlegen. "Ulli, wir müssen das machen", sagte Grüner zu seinem Freund Dressel. Der SV 04 Oberlosa war zu diesem Zeitpunkt Siebenter in der Bezirksliga. Doch im Hintergrund kehrte eine fleißige Mannschaft bereits den Scherbenhaufen zusammen, der über die Jahre hinweg entstanden war.

So kam in jenem Mai 2008 das wieder zusammen, was zusammengehörte. Mit Dressel, der Mannschaftsleiter wurde, kehrte die 1952 in Oberlosa geborene Stimmungskanone zum Verein zurück. Der heutige Jung-Rentner hat quasi am Tiefpunkt begonnen und am Höhepunkt aufgehört. (kare)

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