Pausa/Plauen plant jetzt für die Regionalliga

Trainer Silvio Hoffmann zum Rückzug aus der Ringer-Bundesliga

Die Bundesligamannschaft der Wettkampfgemeinschaft (WKG) Pausa/Plauen hat ihr zweites Jahr in der Ringer-Bundesliga auf dem vorletzten Rang der Vorrundengruppe Südost beendet. Der Vorstand des KSV Pausa zog nun die Mannschaft aus der höchsten Kampfklasse zurück. Jörg Richter sprach mit Trainer Silvio Hoffmann über diesen Schritt.

"Freie Presse": Ein schweres Jahr liegt hinter der Mannschaft, vorletzter Platz, nur zwei Siege - wie kam es dazu?

Silvio Hoffmann: Die Mannschaft stand recht früh vor dem Saisonstart und war aus unserer Sicht auch stark genug, um im Mittelfeld unserer Vorrundengruppe mitringen zu können. Doch dann setzte eine Verletzungsmisere ein, wobei vor allem die starken Eigengewächse Maximilian Schwabe und Friedrich Fouda nicht zu ersetzen waren. Als dann noch Kevin Lucht ausfiel, der zu Europa- und Weltmeisterschaft nominiert wurde, haben wir im Trainerteam schon mit dem Gedanken gespielt, die Mannschaft zurückzuziehen.

Also hatte der Rückzug rein sportliche Gründe?

Ja, unsere jungen Talente benötigen einfach noch Zeit, um Erfahrungen zu sammeln und sich im Männerbereich zu etablieren. Wir hatten auf die Wiedereinführung der 2. Bundesliga gehofft, die trotz der Vorschläge des Bundesliga-Ausschusses keine Mehrheit fand. Doch mit der Entscheidung der Vereine bei der Bundesligatagung, die Strukturen gleich für mehrere Jahre festzuzurren, war uns allen klar, dass wir in diesem Konzert nicht weiter mitspielen können.

Finanziell hätte die Pausa/Plauen die Liga halten können?

Die Schere geht in allen drei Vorrundenstaffeln sehr weit auseinander. Wir hatten sicherlich im Maßstab gesehen einen verhältnismäßig kleinen Etat. Doch der war abgesichert. Die Einführung der Punktwertung war sicherlich gut, ebenso die Quote der Ausländereinsätze. Doch führte das dazu, dass die Preise für Ringer mit deutschem Pass ins Unermessliche gestiegen sind. Das Grundübel ist ja, dass es zu wenig gute deutsche Ringer gibt, die in der Bundesliga gegen Weltklassekonkurrenz bestehen können.

Wie war die Resonanz der Fans auf die Entscheidung, die Männermannschaft aus der Bundes liga zurückzuziehen?

Sehr unterschiedlich. Die Einen hatten schon Gefallen daran gefunden, Weltklasse in Pausa zu erleben. Die Anderen wollten den eigenen Nachwuchs auch einmal gewinnen sehen, was man auch unschwer am Rückgang der Zuschauerzahlen erkennen konnte.

Wie geht es nun weiter?

Nach Gesprächen mit Ligenleiter Henning Tröger werden wir in diesen Jahr in der Regionalliga kämpfen. In dieser Leistungsklasse können unsere Eigengewächse durchaus mitringen, Siege einfahren, und auch die Fans haben dann wieder Grund zum Jubeln. Es soll um die jungen Wilden wie Buschner, Knittel, Drehmann und die vielen Talente aus Plauen eine neue Generation aufgebaut werden, und ich denke schon, dass wir in der Regionalliga in diesem Jahr um die Medaillen mitkämpfen können. rjö

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