Plauener Fußballidol kann auch mit 80 vom Kicken nicht lassen

Heinz Bamberger feiert am Sonntag runden Geburtstag. Als gefürchteter Abwehrspieler hat er die besten Zeiten der ehemaligen BSG Wema mitgeprägt.

Plauen.

Die erfolgreichste Plauener Fußballära nach dem Zweiten Weltkrieg ist eng mit den Brüdern Heinz und Werner Bamberger verbunden. Abwehrspieler Heinz und Torjäger Werner waren von 1958 bis 1973 in den DDR-Liga-Teams von Wismut und Nachfolger Motor Wema Plauen Leistungsträger. Heinz, der ältere der beiden, feiert am Sonntag seinen 80. Geburtstag.

Bambergers langjähriger Trainer Walter Jacob charakterisierte "Heini", der seit seiner Jugend in Fußballkreisen so genannt wird, vor Jahren: "Eine Respektsperson, die in kritischen Situation Ruhe bewahrte, den Trainer unterstützte sowie neben seiner großen Spielqualität mit Trainingsfleiß, Zuverlässigkeit, Mannschaftsgeist und Fairness beeindruckte. Solche Spieler sind selten."

Selten ist auch eine 62-jährige Vereinstreue. Bamberger wechselte als 18-Jähriger von Chemie Plauen zum DDR-Liga-Aufsteiger Wismut, später umbenannt in Motor Wema, Motor Wema/Aufbau und VFC Plauen, und ist heute noch Vereinsmitglied. Nach Karriereende kickte er noch einige Jahre in der zweiten Mannschaft. Danach war er Jahrzehnte eine feste Größe im Oldieteam. Seine Treue zum Verein bekundet er seit Jahrzehnten mit dem Besuch der Heimspiele, so auch beim derzeitigen Oberligateam. "Der schlechte Tabellenplatz entspricht nicht dem Leistungsvermögen der Mannschaft. Die hat viele gute Spiele gemacht, hat sich aber dafür oft nicht belohnt. Meist fehlte die Cleverness. Wichtig ist der Klassenerhalt", so der Jubilar.

Bamberger reifte in seiner Jugend bei Wismut an der Seite von Routiniers wie Buchheim, Kindlein, Leksa, Haala und Keller nach den ersten Jahren als Stürmer zum Abwehrspieler der Extraklasse. Antrittsschnell, kopfballstark und ballsicher, war er im Zweikampf kaum auszuspielen. Trotz Nachwuchskaderlehrgängen beim Deutschen Fußballverband der DDR und ihm nahegelegter Vereinswechsel blieb er in Plauen. 1964 erlebte er seinen größten sportlichen Erfolg, den Aufstieg mit Motor Wema in die 1. Liga, der zweithöchsten DDR-Spielklasse. Damals war das Vogtlandstadion noch eine Bastion. 12.000 Zuschauer besuchten das Spiel gegen FC Karl-Marx-Stadt und 9000 das gegen Lok Leipzig. "Das war eine schöne Zeit, doch das Leben besteht nicht nur aus Erinnerungen. Das Heute ist maßgebend", sagt einer, der dem aktiven Fußball bis ins Alter treu bleibt. Und daran hat auch seine Ehefrau Marga großen Anteil. "Sie akzeptierte immer meine Fußballleidenschaft, und das ist bis heute geblieben", freut sich der Jubilar.

Heinz Bamberger war 2005 beim ersten vogtländischen Ü-60-Spiel in Schreiersgrün dabei, kickte einige Jahre in der Auswahl Plauen und holte mit dieser 2007 bei der inoffiziellen Oldie-Weltmeisterschaft den dritten Platz. Wettkämpfe bestreitet er keine mehr. Aber mit wöchentlichem Training pflegt der 80-Jährige seine Fußballbesessenheit. Das regelmäßige Kicken mit meist deutlich jüngeren Sportkameraden auf dem Lindentempel und im Winter in der Schulsporthalle Reusa sind für ihn Ehrensache. Ehrensache ist auch die Teilnahme am jährlichen Traditionstreffen der ehemaligen Wema-Spieler. "Ganz toll, die alten Zeiten wieder aufzufrischen und in Erinnerungen zu schwelgen", meint der stets Junggebliebene.

Groß wird die Schar der Gratulanten und der Gäste am Sonntag auf seiner Geburtstagsfeier mit seinen Familienangehörigen, Fußballkameraden und Wanderfreunden der Freizeitgruppe Die Kraxler sein.

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