Plauener haben den Rolls Royce unter den Schießanlagen

Viel Geld und noch mehr Zeit hat der SV Treffer in sein neues elektronisches System investiert. Das kommt Sportlern und Zuschauern gleichermaßen zu Gute.

Plauen.

Grün, gelb, rot - Domenic Schulze sieht beim Training gleich, wo sein Schuss hingegangen ist. Leuchtet der Punkt rot auf, hat er in den gewünschten Zehnerbereich getroffen. Grün ist alles schlechter als eine Neun. Unterdessen steht Frank Juschten, Vorsitzender des SV Treffer Plauen, im Nebenraum des Schießstandes und kann direkt mitverfolgen, ob die Versuche des Nachwuchssportlers ins Schwarze treffen.

Ein großer Bildschirm zeigt dabei nicht nur Schulzes Scheibe, sondern auch die drei weiteren neben ihm. "Die Anlage arbeitet voll elektronisch. Jeder Schuss ist sofort ausgewertet, nach dem letzten Schuss steht damit sofort auch das Endergebnis fest", erklärt Juschten. Für den laut ihm Rolls Royce unter den Anlagen hat der Plauener Verein in den vergangenen Monaten viel Zeit und Geld investiert. Knapp 22.000 Euro hat alles in allem gekostet, die Hälfte konnte der SV Treffer über Fördermittel des Freistaats finanzieren. Spenden der Vereinsmitglieder und rund 800 Arbeitsstunden machten die Umsetzung der Idee letztlich möglich. Fenster zumauern, Elektrik verlegen, eine neue Wand setzen, Halterungen schweißen - vor allem ein Großteil der handwerklichen Arbeiten haben die Schützen selbst erledigt. "Das war eine tolle Arbeit von allen. Es hat so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben", sagt Frank Juschten. Die Mühe haben sich die Vereinsmitglieder besonders mit Blick auf den Nachwuchs gemacht. Ihnen will der SV Treffer dank der neuen und modernen Anlage die Möglichkeit geben, auf höherem Niveau mitzukämpfen.

Seine Wettkampfpremiere erlebte das System vor wenigen Wochen beim Finale der Kreisjugendliga. Dort messen sich Nachwuchsschützen aus mehreren Vereinen aus dem Vogtland und Erzgebirge mehrmals im Jahr - immer bei einem anderen Ausrichter, damit die Jugendlichen unterschiedliche Schießstände kennenlernen können. Die neue Anlage in Plauen wurde von allen sehr gut angenommen. "Bis zum letzten Schuss saßen die Teilnehmer und Zuschauer vor dem Bildschirm", erzählt Frank Juschten.

Derzeit stehen die vier elektronischen Messrahmen und die dazugehörigen Touchpads auf dem Schießstand für Luftgewehr und -pistole. In der Freiluftsaison kann der Verein mit dem System auf die Kleinkaliberanlage umziehen. Dort plant der SV Treffer schon die nächsten Modernisierungsarbeiten. Die restlichen drei der insgesamt sieben Stände sollen auch noch auf die elektronische Variante umgebaut werden. Mit ihrer modernen Anlage - es ist die gleiche Technik wie sie bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro im Sommer zum Einsatz kam - hoffen die Plauener, künftig vielleicht auch hochkarätigere Wettkämpfe ausrichten und Vereine anlocken zu können. Die laut Juschten optimalen Trainingsbedingungen kommen aber nicht nur den eigenen Schützen zu Gute. "Eigentlich kann jeder Sportler bei uns gegen ein Entgelt trainieren."

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