Pleite beim Lauf zum Plauen-Park sorgt für die Wende

Ausdauerspezialist Ralph Walter findet spät zu seiner Berufung. Inzwischen hat er sein Hobby zum Beruf gemacht.

Plauen/Oelsnitz.

"Wenn ich etwas mache, dann mache ich es auch richtig!" Dieser Satz ist die Maxime von Ralph Walter. Der 53-jährige Ausdauerläufer testet seit gut einem Jahrzehnt nicht nur seinen eigenen Körper bis an die Grenzen aus, er hat sich zudem in Sachen Fitness und Gesundheit zu einem vielseitigen Fachmann weitergebildet und sein Hobby zum Beruf gemacht. Der Oelsnitzer, der gerade dabei ist, seinen Lebensmittelpunkt ins benachbarte Plauen zu verlagern, darf sich nach einem zweieinhalbjährigen Fernstudium seit 2015 Personal- und Lauftrainer nennen.

Dabei hatte Walter, einst ein passabler Fußballtorwart, mit dem Laufen früher nie viel am Hut. "Darum bin ich ja beim Fußball ins Tor gegangen, weil ich nicht so viel rennen wollte", gibt er lachend zu. Doch nach einer komplizierten Fingerverletzung war mit dem Bällehalten Schluss. "Da habe ich nach einer anderen sportlichen Betätigung gesucht und bin zunächst Fahrrad gefahren." Das sei ihm aber zu leicht gewesen, selbst mit Söhnchen Paul im Anhänger. "Dann kam ich halt aufs Laufen und wollte wissen, was mein Körper da leisten kann."

Wenig später folgte für den Anfänger der Aha-Moment. "Ich habe 2009 den Lauf vom Elster-Park zum Plauen-Park über 13 Kilometer mitgemacht. Ich bin volle Pulle losgerannt und nach der Hälfte komplett eingebrochen", erinnert sich Walter. "Als mich ein Läufer im Rentenalter lächelnd überholte, war mein Ehrgeiz geweckt und ich sagte mir: Das kannst du besser."

Der Oelsnitzer begann mit intensivem Lauftraining, steigerte sich stetig und wagte sich nur zwei Monate später an seinen ersten Halbmarathon, weitere vier Monate darauf an den ersten Marathon. "Da habe ich aber noch geraucht", so Walter lächelnd. Mit dem blauen Dunst war danach Schluss. "Ich habe mein Leben und meine Ernährung komplett umgestellt."

Inzwischen ist Walther rund 25 Marathons gelaufen, unter anderem in Budapest, Prag oder Berlin. Dabei hat er für das Drumherum kein Auge. "Ich laufe wirklich auf Zeit. Etwas anderes als die Uhr sehe ich da kaum." Gut drei Stunden benötigt Walter im Idealfall für die gut 42 Kilometer. In der Vorbereitung auf diese Wettbewerbe spult der Neu-Plauener rund 150 Kilometer pro Woche ab. So sammelten sich in den vergangenen elf Jahren etwa 40.000 Laufkilometer auf seinem Tacho.

Aktuell fehlt Ralph Walter, der auch weiter in seinem ursprünglichen Job als Versicherungsmakler tätig ist, ein wenig die Zeit zum Laufen. Selbst der von ihm in Oelsnitz ins Leben gerufene Lauftreff "Vogtländische Rennsemmeln" ruht. Fitnesskurse für Einzelpersonen, Gruppen und Firmen nehmen Walter voll in Anspruch. Das Spektrum seiner selbst gewählten Aufgaben reicht von Kardio-Fitness und Gesundheitssport über Reha- und Krafttraining bis zur Ernährungsberatung und der Erstellung von Trainingsplänen. In Oelsnitz hat er jetzt wieder mit einem von den Krankenkassen geförderten Kurs begonnen. Ein Dutzend Teilnehmer stärkt Dienstagabends unter seiner Anleitung seinen Bewegungsapparat. In Plauen bietet der Personaltrainer Ähnliches an. Treffpunkt ist jeweils mittwochs, 19 Uhr auf dem Fortuna-Sportplatz am Chrieschwitzer Hang. Auch ein Studio hat sich Walter bereits eingerichtet. Zu den ersten Kunden soll unter anderem die Plauener Berufsfeuerwehr gehören.

www.vogtland-coach.de

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