Publikumsliebling steht auch dieses Jahr wieder im Regionalliga-Team

Der AV Germania Markneukirchen hat für seine Mannschaft einige starke ausländische Gastringer verpflichtet. Genau das könnte für die Obervogtländer zum Luxusproblem werden.

Markneukirchen.

Mit Valerij Borgoiakov, Serjan Simonyan und Marian Mihalik stehen dem AV Germania Markneukirchen für die neue Saison drei starke Ringer mit ausländischem Pass zur Verfügung. In der Regionalliga dürfen jedoch nur noch zwei ausländische Verstärkungen je Mannschaft eingesetzt werden. "Aus diesem Grund haben wir Boicho Boichev und Svilen Kostadinov abgegeben, da wir sie gar nicht einsetzen können", sagt Mannschaftsleiter Jörg Guttmann. Damit wurde der Mannschaftskader verkleinert, der AV Germania spart Geld spart.

Boicho Boichev nahm schweren Herzens Abschied. "Ich verstehe die Situation, würde aber jederzeit gerne wiederkommen, wenn ihr mich braucht", versprach er den Markneukirchenern. Ein Fünfer im Lotto ist für Germania dagegen Lukasz Dublinowski, der einen deutschen und einen polnischen Pass hat, im Ligenbetrieb für die Vogtländer seine Ringerstiefel schnürt, aber international auch für Polen kämpfen könnte.

Variabel ist der AV Germania mit den verbliebenen drei ausländischen Athleten dennoch, die sich zudem so bärenstark wie nie zuvor präsentieren. So belegte Valerij Borgoiakov vergangene Woche bei den Russischen Meisterschaften in Odinzevo den fünften Platz. Dabei wurde der Papiergewichtler, der in Markneukirchen innerhalb kurzer Zeit zum Publikumsliebling wurde, aus seiner Sicht im Halbfinale vom Kampfgericht verschaukelt. Nachdem Borgoiakov nach der ersten Runde durch eine Passivitätsverwarnung an seinen Gegner Vitali Kabaloev sowie einer Rolle im Bodenkampf 3:0 führte, gab das Kampfgericht in Runde 2 nach einer Rolle seines Kontrahenten zwei Punkte aus heiterem Himmel an den späteren Sieger, die am Ende kampfentscheidend waren. Das brachte Borgoiakov um die Finalteilnahme und damit um eine sichere Medaille. Im Kampf um Bronze konnte er sich nicht mehr so konzentrieren wie in seinen Auftaktkämpfen und verlor.

Große Pläne hat Serjan Simonyan, der zuletzt starke Kämpfe bei internationalen Wettkämpfen in den Niederlanden und Georgien ablieferte und sich damit der armenischen Nationalmannschaft anbot. Vor allem nach der Leistung beim Turnier in der georgischen Hauptstadt Tiflis könnte sich Simonyan eine Fahrkarte zu den Weltmeisterschaften im Oktober in Budapest verdient haben.

Der Slowake Marian Mihalik kämpft seit 2005 für den AV Germania, gehört damit fast schon zum Inventar. Eigentlich wollte er seine aktive Laufbahn ausklingen lassen. In diesen Tagen erwarten Marian Mihalik und seine Frau Janka ihre zweites Kind nach dem dreijährigen Sohn Mati. "Ich habe mich immer fit gehalten, je nach Möglichkeit trainiert und traue mir schon ein Comeback zu", so der 33-Jährige, der vor allem in den Gewichtsklassen bis 86 und 98 Kilogramm kämpfen soll, nachdem Franz Richter ins Schwergewicht aufgerückt ist.

"Gerne hätten wir uns noch mit einigen deutschen Ringern verstärkt, doch ein guter Ringer mit deutschem Pass ist heutzutage schwer zu bekommen, zumal einige Vereine den gesamten Markt verderben", so Jörg Guttmann. Der Mannschaftsleiter ärgert sich über horrende Versprechen an Athleten, bei denen man schon von vornherein wisse, dass sie in dieser Höhe nie eingehalten werden können. "Dagegen bieten sich ausländische Ringer ,auch internationale Spitzenringer vornehmlich aus Osteuropa, von selbst an." Das Problem ist, dass die dann auch in die Mannschaft passen müssen. Borgoiakov, Simonyan und Mihalik passen aus Sicht des Trainerteams Andy Schubert/André Backhaus auf alle Fälle ins Germania-Team wie die Faust aufs Auge.

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